Windows XP auf einem modernen PC installieren

Tipps & Tricks für problemloses installieren von Windows XP
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Tipps & Tricks für problemloses installieren von Windows XP finden Sie auf den nächsten Seiten.

28.09.2010 - 11:54 Uhr von Thorsten Eggeling

Wer Windows XP auf einem neuen PC oder einer neuen Festplatte installieren will, scheitert oft kläglich. Ihnen passiert das aber nicht, denn Sie haben diesen Ratgeber von PC WELT.

Haben Sie einen neuen PC oder eine neue SATA-Festplatte gekauft und möchten darauf Windows XP installieren? Das geht oft schief: Das Windows-Installationsprogramm findet die Festplatte nicht oder stürzt gleich ganz ab. Noch rätselhafter: Manchmal lässt sich Windows XP erst klaglos installieren, verweigert dann aber beharrlich den Start.

Ursache für diese Probleme, die nicht nur Computer-Neulinge Nerven kosten, sind die Festplatten-Adapter aktueller PCs. Windows XP hat keinen Treiber dafür, weshalb das Installationsprogramm die Festplatte nicht findet. Dass auf manchen PCs die ersten Schritte der Installation trotzdem klappen, liegt an einem speziellen Kompatibilitätsmodus der Festplatten-Adapter. Er lässt sich im BIOS des Computers aktivieren und soll die XP-Installation ohne spezielle Treiber ermöglichen. Allerdings funktioniert er längst nicht bei jedem PC reibungslos.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche BIOS-Einstellungen Sie vornehmen müssen. In jedem Fall auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die fehlenden Treiber vorab in die XP-Installations-CD integrieren. PC WELT beschreibt daher auch diesen etwas aufwendigen Weg ausführlich. Der Vorteil dabei: Sie gehen ihn nur einmal und haben dann eine XP-CD, die nicht nur neue Treiber, sondern auch alle wichtigen Windows-Aktualisierungen enthält.

1. Festplatten-Adapter im BIOS konfigurieren

Aktuelle PCs arbeiten mit SATA-Festplatten (Serial ATA). Es gibt zwar oft auch noch den alten IDE-Anschluss, der auch PATA-Anschluss (Parallel ATA) genannt wird. Dieser ist aber nicht so leistungsfähig und eher für das DVD-Laufwerk gedacht.

Wenn Sie Windows XP auf einer SATA-Festplatte installieren möchten, können Sie den Platten-Adapter meist in einen Kompatibilitätsmodus schalten. Er verhält sich dann wie ein PATA-Adapter in älteren PCs. Sollten die nachfolgend beschriebenen Menüpunkte bei Ihrem PC oder Notebook nicht auftauchen, berrscht das Gerät diesen Spezialmodus nicht. Machen Sie dann mit Kapitel 3 weiter.

Kompatibilitätsmodus konfigurieren: Rufen Sie das BIOS-Menü Ihres PCs auf, indem Sie kurz nach dem PC-Start die dafür angezeigte Taste drücken. Meist ist es die Taste Entf (auf Englisch: „Del“) oder F2. Suchen Sie dann im Menü „Advanced“ oder „ IDE Configuration“ nach dem Unterpunkt „SATA Configuration“ oder „ On Chip SATA“. Je nach BIOS stehen Ihnen die Einstellungen „ Standard“, „Compatible“ und „Enhanced“ zur Verfügung. Daneben lässt sich „IDE“, „RAID“ oder „AHCI“ auswählen. Manchmal tauchen für den gesuchten Kompatibilitätsmodus auch Begriffe wie „Legacy IDE“ oder „ Native IDE“ auf. Für Windows XP kommen nur die Einstellungen „ Standard“ oder „Compatible“ in Kombination mit „IDE“ beziehungsweise „Legacy“ oder „Native“ in Betracht.

Nachdem Sie die Einstellungen vorgenommen haben, beenden Sie die BIOS-Konfiguration und speichern die Änderungen.

Nach dem Neustart können Sie Windows XP wie gewohnt auf dem PC installieren. Sollte es dabei zu Schwierigkeiten kommen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als eine angepasste Installations-CD zu erstellen. Lesen Sie in diesem Fall bei Kapitel 3 weiter.

2. Optimierten Treiber nachträglich installieren

Durch die Änderungen in der BIOS-Konfiguration lässt sich Windows XP zwar installieren. Die SATA-Festplatte bringt jedoch nicht die optimale Leistung. Sie können der Platte aber nicht auf die Sprünge helfen, indem Sie im BIOS einfach den schnelleren „AHCI“ -Modus aktivieren. Denn Windows XP würde das aufgrund des fehlenden Treibers mit einem blauen Bildschirm und dem Stop-Fehler „7B“ quittieren, was soviel heißt wie „Start-Festplatte nicht gefunden“. Also müssen Sie den richtigen Treiber nachinstallieren.

Adapter mit zwei SATA-Betriebsarten: Eine einfache Treiber-Installation ist nur möglich, wenn sich im BIOS für die Kanäle des SATA-Adapters unterschiedliche Betriebsarten einstellen lassen. Falls das BIOS des PCs diese Option bietet, stellen Sie für einen unbenutzten SATA-Kanal den „AHCI“-Modus ein. Windows XP findet dann nach dem Start neue Hardware und fordert die Installation des Treibers an. Den passenden Treiber finden Sie auf der CD, die Ihrem neuen PC oder der Hauptplatine beilag, oder Sie laden einen aktualisierten SATA/AHCI-Treiber von der Internetseite des PC- oder Platinenherstellers.

Treiber nachträglich einbauen: Wenn das BIOS keine zwei SATA-Betriebsarten kennt, müssen Sie den Treiber und die dazugehörigen Einträge in die Windows-Registrierungsdatenbank von außen ins Betriebssystem kopieren. Dazu benötigen Sie eine startfähige Windows-CD mit einem Notfall- und Rettungs-Betriebssystem. Diese können Sie mit dem PC-WELT-Programm pcwWin7PE-R2 2.0 herstellen.

Bevor Sie von der Notfall-CD starten, benötigen Sie ein SATA/AHCI-Treiberpaket, das mindestens aus einer SYS-Datei sowie einer oder mehreren INF-Dateien und einer Datei mit dem Namen Txtsetup.oem besteht. Auf der Treiber-CD oder auf der Internetseite des PC- oder Hauptplatinen-Herstellers finden Sie dieses Treiberpaket unter dem Namen „Floppy-Treiber“, „F6-Treiber“ oder „ Floppy-Install“. Kopieren Sie die Dateien auf die Festplatte, beispielsweise in das Verzeichnis C:\Treiber. Treiberpakete, die nur eine „Setup“-Datei enthalten, sind für die Notfall-CD nicht geeignet.

Stellen Sie im BIOS den „AHCI“-Modus ein. Starten Sie dann den PC von der Windows-Notfall-CD. Im Notfall-Betriebssystem klicken Sie auf „Start, Programs, Addons, DriverInjection“. Folgen Sie danach den Anweisungen des Assistenten. Sie müssen das Ziel-Betriebssystem auswählen und die Option „Treiber eines Drittanbieters“ aktivieren. Außerdem fragt Sie das Programm nach dem Speicherort des Treibers und nach der Hardware, die Sie verwenden wollen. Geben Sie den Pfad zur Datei „System“ der Windows-XP-Registrierungsdatenbank an, in der Regel C:\Windows\System32\Config\System. Danach werden die Treiberdateien auf die Festplatte kopiert und die nötigen Werte in die Registrierungsdatenbank eingetragen.

Nach Abschluss des Vorgangs startet das so veränderte Windows-System auch von einer SATA-Festplatte, die im „AHCI“-Modus betrieben wird.

3. Treiber & Co. in XP-Installations-CD einbinden

Wenn sich Windows XP nicht installieren lässt, weil das BIOS keinen IDE-Modus anbietet, dann bauen Sie die nötigen Treiber direkt in die XP-Installations-CD ein. Dazu können Sie das kostenlose Programm Nlite 1.4.9.1 verwenden.

Nlite benötigt ein Verzeichnis, in dem die Windows-XP-Installationsdateien liegen. Kopieren Sie den Inhalt Ihrer XP-CD beispielsweise in das Verzeichnis C:\Windows-CD. Außerdem brauchen Sie die Treiber für den SATA-Adapter. Das SATA/AHCI-Treiberpaket muss mindestens aus einer SYS-Datei, einer oder mehreren INF-Dateien und einer Datei mit dem Namen Txtsetup.oem bestehen. Auf der Treiber-CD oder auf der Internetseite des Hauptplatinen-Herstellers finden Sie dieses Treiberpaket unter dem Namen „Floppy-Treiber“ oder „F6-Treiber“. Kopieren Sie die Dateien auf die Festplatte, beispielsweise in das Verzeichnis C:\Treiber.

Schritt 1: Starten Sie Nlite, wählen Sie unter „ Language“ die Sprache „Deutsch“ aus, und klicken Sie auf „Weiter“ .

Schritt 2: Geben Sie über „Suchen“ das Verzeichnis an, in dem sich die XP-Installationsdateien befinden, und klicken Sie zweimal auf „Weiter“.

Schritt 3: Wenn Ihre Installations-CD nicht das letzte Service Pack für Windows XP enthält, dann klicken Sie auf „ Servicepack“. Aktivieren Sie außerdem „Treiber“ und „Bootfähiges ISO-Image“. Falls Sie eine automatische Installation ohne Benutzereingaben wünschen, setzen Sie zusätzlich einen Haken bei „ Unbeaufsichtigte Installation“ und klicken dann auf „Weiter“.

Schritt 4: Wenn Sie „Servicepack“ gewählt haben, klicken Sie jetzt unter „Offizielle Links zu den Servicepacks“ auf „ Windows XP“ und laden das „Service Pack 3“ aus dem Internet. Danach gehen Sie auf „Suchen“ und geben den Speicherort der Service-Pack-Datei an. Nlite integriert dann die Aktualisierungen in die Installationsdateien auf der Festplatte. Klicken Sie auf „ Weiter“.

Schritt 5: Klicken Sie auf „Einfügen“, und wählen Sie aus dem Menü „Einzelner Treiber“. Gehen Sie in das Verzeichnis, in das Sie die Treiberdateien kopiert haben. Wählen Sie dort die Inf-Datei aus, und klicken Sie auf „Öffnen“. Danach sehen Sie eine Liste, in der Sie den passenden Treiber für den SATAAdapter auswählen.

Der Intel-Treiber beispielsweise eignet sich für eine breite Palette an Geräten (Intel 5 Series bis Intel ICH10). Wenn Sie sich über das genaue Modell des Adapters nicht sicher sind, schlagen Sie im Handbuch zum PC oder zur Hauptplatine nach.

Sie können in die Installations-CD noch weitere Aktualisierungen integrieren und sich so viel Arbeit auch bei künftigen Neu-Installationen sparen. Über sereby.org finden Sie Pakete mit Aktualisierungen und Zusatzprogrammen für Nlite. So ist es beispielsweise möglich, gleich den Internet Explorer 8 einzubauen. Sie gehen dazu in Nlite auf die Option „Hotfixes ? Updatepacks und Addons“ und können dann die vorher heruntergeladenen Zusatzpakete auswählen. Klicken Sie auf „OK“ und anschließend auf „Weiter“.

Schritt 6: Nach einem Klick auf „Ja“ be-ginnt Nlite damit, die Dateien zusammenzustellen. Das dauert nur wenige Sekunden. Danach klicken Sie auf „Erstelle ISO“, um eine Abbilddatei der Windows-XP-Installations-CD zu erzeugen. Daraus können Sie dann mit Ihrem Brennprogramm eine neue Installations-CD fertigen. Es ist auch möglich, unter „Modus“ den Eintrag „Direktes Brennen“ zu wählen und über einen Klick auf „Brennen“ den Inhalt der CD direkt auf einen CD-Rohling zu befördern.

Die neue Windows-XP-CD verwenden Sie dann wie gewohnt zur Installation. Da der passende Treiber für den SATA-Adapter jetzt integriert ist, sollte es keine Probleme bei der Installation geben.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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