Die Wärme, die aus der Erde kommt

Die Wärme, die aus der Erde kommt
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Die Wärme, die aus der Erde kommt

 © Getty Images

Immer mehr Menschen kommen auf die Idee, die Energie für Heizung und Warmwasser auf dem eigenen Grundstück zu suchen. Hintergrund ist die staatliche Föderung und das steigende Umweltbewusstsein.

Ganze 85 Prozent der Bundesbürger favorisieren laut einer Forsa-Umfrage erneuerbare Energien. Die Varianten dieser Energiegewinnung sind vielfältig und auch schon für die Nutzung im privaten Hausbau verfügbar. Eine Kombination verschiedener Heizungssysteme ist eine gute Möglichkeit, um deren Vor- und Nachteile wirkungsvoll zu nutzen beziehungsweise auszugleichen. Zwei Heizungssystem, die sich in diesem Sinne ergänzen, sind Solar- und Wärmepumpentechnologie.

Geothermie boomt
In zahlreichen Anwendungsbereichen sind die oberflächennahen Erdwärmesysteme konventionellen Anlagen wirtschaftlich längst überlegen. Ihr Anteil im Neubaumarkt nimmt seit einigen Jahren mit hohen Wachstumsraten kontinuierlich zu. Die Branche erwartet für 2008 rund 30.000 neue Anlagen. Zum Vergleich: 2004 waren bundesweit rund 10.000 Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserwärmepumpen hinzugekommen. Die neuen Fördermöglichkeiten des Bunds machen einen Austausch der alten Öl- und Gasheizungen gegen Erdwärmsysteme auch für bestehende Gebäude interessant. Erdwärme kann auf verschiedene Arten genutzt werden. So wird in Gegenden, in denen die Bodentemperatur sehr hoch ist, wie zum Beispiel in Island, die Wärmeenergie direkt in Fernwärmesysteme eingespeist. Aber auch in Mitteleuropa ist die Nutzung von Erdwärme sogar im Bereich der Eigenheimbeheizung möglich. Hierfür benötigt man eine Wärmepumpe. Sie entzieht dem Medium Erde die Wärme und steigert diese durch Kompression um einige Grade. So können aus den sieben bis elf Grad des Erdreiches unserer Breiten 65 Grad gewonnen werden und in das Heizungssystem eingespeist werden.

Nachteile der Wärmepumpe
Die Nutzung einer Wärmepumpe ist jedoch sehr energieintensiv. Um diesen Nachteil aufzufangen, kann man eine Wärmepumpe durch unterschiedliche Maßnahmen mit den Vorteilen der Sonnenenergie wirtschaftlicher machen. Zunächst einmal ist es möglich, mittels Solarkollektoren, die Sonnenenergie zur Erwärmung des Brauchwasser zu nutzen, um so die Wärmepumpe teilweise zu entlasten. Die Sonnenwärme kann ebenfalls dazu verwendet werden, die Anfangsenergie im Tauschsystem zu erhöhen und damit die aufzubringende Leistung des Pumpanlage zu verringern.

Gut für die Umwelt
Mittels einer zusätzlichen Photovoltaik-Anlage kann der Stromverbrauch der Wärmepumpe durch die Nutzung kostenloser Sonnenstrahlen gedeckt werden. Weiterer Vorteil dieser Technologie: Mit der Verringerung von CO2-Emissionen leistet der Betreiber einen Beitrag für den Umweltschutz.

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Die Wärme aus dem Wald
Ein weiterer Trend ist den nachwachsenden Energielieferanten Holz zum Heizen zu nutzen.. Dabei stehen Pelletheizungen im Mittelpunkt der Überlegungen. Der Gesamtbestand an Pelletheizungen in Deutschland ist von rund 3.000 Anlagen im Jahr 2000 auf 83.000 in 2007 angestiegen. Nach Einschätzung des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes e. V. soll (DEPV) die Zahl von 100.000 installierten Anlagen bald erreicht werden. Immer mehr Hausbesitzer, so eine der Ursachen für diese Entwicklung, wollen damit den steigenden Preisen für Öl und Gas entgehen und sich nicht länger von Energie-Importen abhängig machen. Die kleinen Presslinge aus Restprodukten wie Sägemehl oder Sägespänen werden heute bundesweit an rund 40 Standorten hergestellt, womit Deutschland im europäischen Vergleich zu den Spitzenproduzenten zählt.

Pelletheizung im System
Nach Berechnungen des DEPV lassen sich in einem Haushalt, der bisher mit konventionellem Heizkessel rund 3.000 Liter Öl im Jahr verbrauchte, durch den Umstieg auf Pellets circa 1.000 Euro jährlich an Heizkosten einsparen. Eine aussichtsreiche Perspektive, die aber nur dann Realität wird, wenn bei Gerätetyp und Auslegung der Leistungsgröße, bei Installierung sowie Einbindung in die Gebäudetechnik auf Qualität und hohe Fachkompetenz Wert gelegt wird. Empfehlenswert sind Pelletkessel, die Bestandteil eines umfassenden, aufeinander abgestimmten Heizsystems sind. So kann eine Pelletheizung mit einem jeweils passenden Warmwasserspeicher kombiniert werden. Auch für die Einbindung von Solarkollektoren in das Wärme-System ist der Pelletkessel technisch bereits vorbereitet. Und wenn zu einem späteren Zeitpunkt der Kessel um zusätzliche Heizkreise erweitert werden soll, etwa für eine neue Fußbodenheizung oder eine Einliegerwohnung, dann gibt es dafür ebenfalls die passende Pumpengruppe als System-Komponente. Die Verständigung der verschiedenen Anlagenteile wird bei einem modernen Pelletkessel über die intelligente Regelungsautomatik gesteuert. Nur so lässt sich vermeiden, dass eine mangelhafte Abstimmung der Komponenten die potenzielle Energieeinsparung unterläuft.

Quelle: freenet.de
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