Haus oder Wohnung kaufen – wie finde ich heraus, was das Traumobjekt wirklich wert ist?

Der erste Eindruck: toll! Aber ob das Traumobjekt wirklich den aufgerufenen Preis wert ist, sieht man nicht auf den ersten Blick.
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Der erste Eindruck: toll! Aber ob das Traumobjekt wirklich den aufgerufenen Preis wert ist, sieht man nicht auf den ersten Blick.

 © Getty Images / Jupiterimages

Das sogenannte Betongold gilt als Top-Geldanlage.  Aber: In Großstädten sind die Kaufpreise regelrecht explodiert.  Egal, ob Szene-Großstadtviertel oder plattes Land:  In jedem Fall muss man vor dem Kauf genau überprüfen, ob die ausgesuchte  Immobilie ihren Preis auch wirklich wert ist.

Erschwingliche Immobilien  in boomenden Metropolen wie München, Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin zu finden – das wird immer schwerer. Besser sieht es naturgemäß in kleineren Städten und auf dem Lande aus, hier lässt sich noch bezahlbarer Wohnraum finden.

Eigenkapital ist Voraussetzung
Generell gilt: Wenn man eine Immobilie kauft, muss man sie sich auch leisten können.  Wer nicht über mindestens 20 Prozent Eigenkapital verfügt, sollte die Finger vom eigenen Wohnraum lassen.  

Die 20 Prozent beziehen sich übrigens  nicht nur auf den eigentlichen Kaufpreis, sondern auf die Gesamtkosten inklusive der Gebühren für den Makler, der Grunderwerbssteuer und der Notarkosten.

Die Lage ist entscheidend für den Wert der Immobilie
Das wichtigste Kriterium für den Wert einer Immobilie ist die Lage. Sie ist entscheidend für den Kaufpreis – und auch für die künftige Wertentwicklung. Nicht jede Immobilie legt nämlich automatisch an Wert zu. In vielen Gebieten Deutschlands sind die Immobilienpreise sogar rückläufig, während eine zentral gelegene Immobilie in einer angesagten Großstadt ziemlich sicher an Wert gewinnt. Und wer weiß, ob nicht doch irgendwann ein Umzug ansteht oder die Immobilie aus anderen Gründen wieder verkauft werden muss.

Das nähere Umfeld muss stimmen
Ebenfalls entscheidend für den Wert einer Immobilie ist die nähere Umgebung, die natürlich auch zur persönlichen Lebenssituation passen sollte. Junge Familien haben in der Regel  andere Ansprüche an ihr Wohnumfeld als Senioren. Wichtige Faktoren sind beispielsweise:  Gibt es eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, finden sich Geschäfte, Arztpraxen und kulturelle Einrichtungen in der Nähe? Ist das Haus oder die Wohnung ruhig gelegen – oder befindet die Immobilie an einer stark befahrenen Kreuzung oder in der Nähe eines Flughafens?

Den ungefähren Wert der Immobilie online ermitteln 
Immobilienportale im Internet machen es leicht, nach geeignetem Wohnraum zu suchen. Viel schwieriger ist die Einschätzung, ob der geforderte Preis für ein bestimmtes Haus oder eine Wohnung auch wirklich angemessen ist. Führende Immobilien-Portale bieten dafür  eine Online-Bewertung an. Dabei wird die Immobilie mittels einer Checkliste (Angaben zu Größe, Zustand, Ausstattung, Lage) verglichen mit ähnlichen Objekten in der Umgebung. Der Kaufinteressent erhält einen ortsüblichen Richtwert und kann nun gegebenenfalls beim Verkäufer nachfragen, warum eine Immobilie deutlicher teurer oder günstiger angeboten wird als vergleichbarer Wohnraum in der Nähe.  Die Nutzung der Online-Bewertung kostet allerdings Geld, die Abfrage für eine Immobilie schlägt mit 25 bis 30 Euro zu Buche. Wer ein Objekt wirklich kaufen will, sollte sich aber nicht mit der Bewertung per Internet begnügen.

Die vermeintliche Traum-Immobilie genau unter die Lupe nehmen
Vor dem Kauf sollte man eine Immobilie unbedingt gründlich in Augenschein nehmen. Dabei kann bereits der erste Eindruck wertvolle Informationen über den Gesamtzustand liefern.  Ist beispielsweise das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses  renovierungsbedürftig, ist das oft ein Zeichen für einen generell schlechten Zustand des Objekts. Dann drohen womöglich kostspielige Sanierungsarbeiten. Doch der erste Eindruck kann auch trügerisch gut sein. Gerade bei älterem Wohnraum stellen sich viele Fragen: Wie ist es um die Elektrik bestellt, in welchem Zustand ist die Heizungsanlage? Wie steht es um die Bausubstanz, herrscht Renovierungsbedarf? Solche Fragen können nur Experten beantworten.

Im Zweifelsfall Sachverständigen hinzuziehen
Mängel, die man erst nach dem Kauf bemerkt und die nicht eingeplante Reparaturen oder Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen, können den Kaufpreis nachträglich explodieren lassen - und den frisch gebackenen Immobilienbesitzer im schlimmsten Fall finanziell überfordern. Im Zweifelsfall sollte daher vor Vertragsabschluss ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Er ermittelt nach eingehender Prüfung, ob die jeweilige Immobilie ihren Preis wert ist oder nicht.

Kompetente  Sachverständige finden
Ein Problem dabei: Die allgemeine Bezeichnung „Sachverständiger“ ist in Deutschland nicht geschützt, jeder kann sich so nennen. Anders sieht es beim „öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen“ aus. Diese Gutachter werden von einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung wie der Industrie- und Handelskammer bestellt und vereidigt, sie haben sich zur Objektivität und Unparteilichkeit verpflichtet. Verstoßen sie gegen diese Grundpflichten, machen sie sich strafbar. Die Kosten für ein Gutachten hängen unter anderem von der Größe und dem Alter der Immobilie ab. Bei einem einzelnen Wohnhaus fallen rund 1000 bis 1500 Euro an. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige lassen sich übrigens bequem per Internet finden – etwa über die bundesweite Online-Datenbank der  Industrie- und Handelskammern (www.svv.ihk.de).

Redaktionelle Beratung: www.immobilienscout24.de

Quelle: freenet.de
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