Mehr Zinsen für Kaution

Mehr Zinsen für Kaution
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Mehr Zinsen für Kaution

 © Getty Images

Drei Kaltmieten Kaution: Wer als Mieter die Sicherheit als Bar-Kaution leistet, sollte prüfen, ob dieses Geld nicht besser angelegt werden kann. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten, wie man mehr Zinsen mit der Kaution erwirtschaftet!

Jeder Mieter kennt das Problem: Mit der Unterschrift unter den Mietvertrag wird auch die Kaution fällig. Sie darf in drei Raten gezahlt werden, üblich ist aber oft die sofortige Hinterlegung. Der Zugriff auf die Bar-Kaution ist für die gesamte Dauer der Mietzeit gesperrt. Das gilt auch für die in dieser Zeit angefallenen Zinsen bzw. Kursgewinne. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Kaution mindestens zum dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz angelegt wird. Natürlich werden auch nur die mageren gesetzlichen Zinsen gezahlt. In Niedrigzinsphasen sind dies allenfalls 1 Prozent, in Hochzinsphasen aber auch kaum mehr als 2 Prozent. Könnte das Geld nicht besser angelegt werden?

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Als Alternative zum Sparbuch bieten sich andere Sicherheiten an. Seit dem 1.9.2001 ist vom Gesetzgeber eine deutlich höhere Flexibilität bei der Wahl der Kautionshinterlegung ermöglich worden. Sogar die Hinterlegung von Aktien ist möglich. Das Risiko starker Wertschwankungen würde somit in Kauf genommen. Das könnte für den Vermieter unter Umständen eine geringere Sicherheit bedeuten, langfristig stellen Aktien jedoch immer noch die Anlageform mit den höchsten Renditechancen dar.

Fragen Sie Ihren Vermieter bzw. Ihre Hausverwaltung, ob als Kaution auch akzeptiert werden:

  • Von Banken angebotene Kautionskonten mit höheren Zinsen. Diese funktionieren im Prinzip wie das Sparbuch. Tipp: Banken mit attraktiven Tagesgeldkonten bieten häufig auch Kautionskonten zu günstigen Konditionen an.
  • Beim Vermieter/ der Hausverwaltung hinterlegte Fondanteile: Es sollte sich aber um Fonds mit automatischer Wiederanlage der Ausschüttung handeln (thesaurierend, akkumulierend), da ansonsten jährlich die Ausschüttungskupons eingereicht werden müssten, was erhebliche Arbeit macht.
  • Ein zu Gunsten des Vermieters verpfändetes Depot. Achten Sie aber auf die Depotgebühren, diese sollten nicht zu hoch sein, da es sich sonst nicht lohnt.
  • Eine Bankbürgschaft. Diese kostete einige Prozent des Bürgschaftsbetrags an Jahresgebühren, dafür bleibt Ihr Geld aber zu Ihrer freien Verfügung. Dies lohnt sich, wenn Sie durch eigene Anlagestrategien (Aktien, Renten, Fonds) einen höheren Ertrag erwirtschaften, als die Bank an Zinsgebühren verlangt.
  • Eine Bürgschaft einer Privatperson, hier sparen Sie sich auch die Bankgebühren.

Schon bei Abschluss des Mietvertrags sollte auf eine günstige Anlage des Geldes geachtet werden. So vermeiden Sie Zinsverluste:

  • Fragen Sie nach, ob der Vermieter/die Hausverwaltung andere Sicherheiten akzeptieren.
  • Weisen Sie darauf hin, dass ein höherer Zinsertrag auch die Sicherheit für den Vermieter erhöht, da eine Zinsauszahlung gesetzlich nicht in Frage kommt. Die Kaution wird erst am Ende des Mietverhältnisses fällig.
  • Bieten Sie notfalls eine Bearbeitungsgebühr für den möglichen Mehraufwand an. Dies können durchaus 50,00 Euro sein. Diesen Betrag holen Sie bei langjährigen Mietverhältnissen durch den Zinsgewinn mehrfach wieder heraus.

Was ist, wenn der Mietvertrag schon länger läuft und die Kaution schon hinterlegt wurde?

Mieter haben grundsätzlich keine Möglichkeit, die Kaution herauszuverlangen, solange das Mietverhältnis noch besteht. Auch die anfallenden Zinsen verbleiben als Sicherheit auf dem Konto, selbst wenn der Sicherheitsbetrag die zulässigen drei Monatsmieten übersteigen sollte.

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Rechenbeispiel:

Soviel Geld verschenken Sie mit einer herkömmlichen Barkaution oder einem Verpfändeten Sparbuch:

  • Das Mietverhältnis dauert 5 Jahre. Sie haben 3 Monatsmieten in Höhe von 800 Euro hinterlegt, also 2.400 Euro. Bei einer Verzinsung von einem Prozent erhalten Sie am Ende 2.522 Euro zurück.

Das hätten Sie erwirtschaftet, wenn Sie die Kaution anders hinterlegt hätten.

  • Aktienfond mit durchschnittlich 7% Jahresertrag: 844 Euro mehr!
  • Rentenfond mit durchschnittlich 4% Jahresertrag: 398 Euro mehr!
  • Tagesgeldkonto mit 2,5%: 193 Euro mehr!

Dies sind realistische Ertragsprognosen. Gegenüber der Standard-Anlage ist eine Verdopplung der Verzinsung also noch Absprache mit dem Vermieter durchaus möglich. Mit besonders guten Fond- oder Kontenangeboten können auch bessere Erträge erreicht werden. Sie sehen: Selbst wenn sie dem Vermieter 50 Euro Bearbeitungsgebühr anbieten, machen Sie einen schönen Gewinn. Wenn Sie eine Bankbürgschaft gewählt haben, die jährlich 2% Gebühren kostet, hier also würden Sie bei Aktien oder Renten immer noch 604 Euro bzw. 158 Euro gewinnen!

Wichtiger Hinweis: Das Geld für die Kaution sollte unbedingt nicht im Vermögen des Vermieters verwahrt werden. Der Mieter hat auf diese getrennte Aufbewahrung auch einen Rechtsanspruch. Wird der Vermieter insolvent, können nicht getrennt geführte Konten, Gelder usw. in die Insolvenzmasse fallen und sind für den Mieter dann verloren.

Abschließend noch ein steuerlicher Hinweis: Erträge aus Mietkautionen sind natürlich auch Einkommensteuerpflichtig und müssen ggf. deklariert werden, wenn nicht alle Erträge des Mieters so gering sind, dass sie unter dem Sparerfreibetrag liegen.

Quelle: freenet.de
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