Wohngeld beantragen

Wohngeld beantragen
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Wohngeld beantragen

 © Getty Images
02.07.2009 - 00:00 Uhr

Wohnen kostet richtig Geld. Für manche sogar so viel, dass die Monatseinkünfte nicht für ein behagliches Heim reichen.

Was ist Wohngeld?
Wohngeld ist ein finanzieller Zuschuss, den der Staat Mietern oder Eigentümern mit geringem Monatseinkommen zahlt. Bezweckt wird damit laut Bundesministerium für Verkehr, Bau– und Wohnungswesen, dass die Betroffenen Zugang zu Wohnraum mit durchschnittlichen Kosten erhalten. Das Wohngeld soll damit auch zu stabilen Bewohnerstrukturen in den einzelnen Wohnquartieren beitragen. Wer zu den Berechtigten gehört, hat einen Rechtsanspruch auf Wohngeld und sollte es auf jeden Fall beantragen. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Wohngeld sind im Sozialgesetzbuch geregelt.

Wer bekommt Wohngeld, wer nicht?
Wohngeld geht einerseits als Mietzuschuss an Mieter, andererseits kann es als sogenannter Lastenzuschuss an Eigentümer von Wohnraum gezahlt werden. Einen Mietzuschuss erhalten beispielsweise Mieter von Wohnraum, Bewohner eines Heims oder auch Inhaber eines mietähnlichen Dauerwohnrechts. Einen Antrag auf Lastenzuschuss können unter anderem Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung stellen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Wohnrauminhaber den Wohnraum selbst bewohnt.

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Das Wohngeldrecht legt auch fest, wer keinen Anspruch auf Wohngeld hat. Dazu gehören beispielsweise Arbeitslosengeld II– oder Sozialgeld–Empfänger. Begründet wird dies damit, dass die jeweiligen Sozialbezüge bereits Unterkunftskosten enthalten und der Ausschluss vom Wohngeld keine Benachteiligung für die Betroffenen bedeutet. Keinen Anspruch auf Wohngeld hat außerdem, wer zu viel verdient (Überschreitung der Einkommensgrenze), wer Grundwehrdienst leistet und alleinstehend ist und wer während seines Studiums oder seiner Ausbildung vorübergehend nicht am eigenen Wohnort lebt.

Ob und wieviel Wohngeld gezahlt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als grobe Orientierungshilfe gilt aber: einen Wohngeldanspruch hat, wer zwischen einem Viertel und einem Drittel seines monatlichen Nettoeinkommens für die Miete (ohne Heizung und Warmwasser) ausgibt. Bei der Berechnung werden die Familiengröße, die Höhe des monatlichen Gesamteinkommens, die Mietbelastung und die Mietenstufe der Gemeinde als Berechnungsgrößen herangezogen.

Die Familiengröße
Nach dem Wohngeldrecht zählen zu den Familienmitgliedern Haushaltsvorstand, Ehegatte, Eltern, Kinder (auch Adoptiv– und Stiefkinder), Geschwister, Onkel, Tanten, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Schwager und Schwägerin. Berücksichtigt werden die Familienmitglieder bei der Bewilligung von Wohngeld aber nur dann, wenn Sie mit dem Haushaltsvorstand in einem gemeinsamen Haushalt leben und selbst nicht vom Wohngeld ausgeschlossen sind.

Das Monatseinkommen
Alle Einnahmen der Familie werden zum Familieneinkommen zusammengerechnet. Neben dem Gehalt fließen auch Urlaubs– und Weihnachtsgeld, Renten und Arbeitslosengeld mit ein. Davon sind Freibeträge für Werbungskosten, Kindergeld und bestimmte Freibeträge für Schwerbehinderte und Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren abzuziehen. Für die Freibeträge gilt als Faustregel: Arbeitslose können sechs Prozent, Rentner zehn Prozent, Beamte zwanzig Prozent und Arbeitnehmer dreißig Prozent abziehen.

Die Monatsmiete umfasst alle Kosten, die dem Mieter für seine Wohnung entstehen. Zur Miete zählen der Wasserverbrauch, die Müll– und Abwasserentsorgung und die Kosten der Treppenbeleuchtung. Die Höhe des Wohngeldes ist auch von sogenannten Mietobergrenzen abhängig. Das heißt, die Monatsmiete darf einen bestimmten Rahmen nicht sprengen. Diese Grenze richtet sich nach Alter und Ausstattung der Wohnung und nach den Mietenstufen, die sich wiederum aus dem örtlichen Mietniveau ergeben. Also: hohes Mietniveau bedeutet auch hohe Mietenstufe und umgedreht.

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Im Anhang des Wohngeldgesetzes finden sich Tabellen, die alle deutschen Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern einer Mietstufe zuordnen. Stufe sechs bedeutet höchstes Mietniveau, Stufe eins niedrigstes. Wer also beispielsweise aus München mit einer Mietenstufe sechs wegzieht und sich im oberfränkischen Hof mit Mietenstufe eins niederlässt, verliert möglicherweise dadurch seinen Wohngeldanspruch.

Wohngeld muss bei der örtlichen Wohngeldstelle beantragt werden, die sich entweder in der Stadt–, Gemeinde–, Amts– oder Kreisverwaltung befindet. Dort liegen Antragsformulare auf Wohngeld aus. Für den Mietzuschuss muss neben dem Antragspapier auch eine Vermieterbescheinung eingereicht werden. Zum Antrag auf Lastenzuschuss gehört der Grundsteuerbescheid, beziehungsweise der Nachweis über die Höhe der Erbbauzinsen, ein Verwaltungskostennachweis und der Bescheid über die Eigenheimzulage.

Auch wenn die Anträge oft monatelang geprüft werden, wird das Wohngeld ab dem Monatsersten desjenigen Monats gezahlt, in dem der Wohngeldantrag gestellt wurde; das Wohngeld kann demnach auch rückwirkend bezogen werden. Für den Zeitraum vor der Antragstellung wird in der Regel kein Wohngeld gezahlt, auch wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse identisch waren. Wohngeld wird für einen Zeitraum von zwölf Monaten gezahlt. Auch hier gilt: es gibt Ausnahmeregelungen, über die die zuständigen Wohngeldstellen Auskünfte erteilen. Nach Ablauf der Jahresfrist muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Quelle: freenet.de
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