Arbeiten in Tschechien

Arbeiten in Tschechien
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Arbeiten in Tschechien

 © Getty Images
08.05.2003 - 22:00 Uhr

Seit dem EU-Beitritt ist das Arbeiten in der Tschechischen Republik gut möglich. Mit Englisch kommt man im ehemaligen Ostblock-Staat oft weiter.

Die Tschechische Republik liegt im Herzen Mitteleuropas grenzt im Westen und Norden an Deutschland, im Nordosten an Polen, im Südosten an die Slowakei, im Süden an Österreich. Höchster Punkt ist die berühmte Schneekoppe im Riesengebirge mit fast 1.700 Metern über dem Meeresgrund.

Die offizielle Landessprache ist Tschechisch. Doch Englisch gewinnt als Geschäftssprache zunehmend an Bedeutung. Prag ist seit dem Verlassen des Warschauer Paktes wieder zu einem Zentrum der Handelsbeziehungen geworden.
Im Mai 2004 ist die Tschechische Republik der EU beigetreten. Gleichzeitig wurden Erleichterungen für EU-Bürger eingeführt. Somit genießen auch deutsche Staatsbürger einen uneingeschränkten Zugang zum Tschechischen Arbeitsmarkt und können in Tschechien arbeiten. Wer in Tschechien sein Geld verdienen will, braucht demzufolge keine Arbeitserlaubnis mehr.

Auch die Einreise ist ohne Visum nur mit einem gültigen Reisepass möglich. Nach 30 Tagen ist allerdings eine Anmeldung bei der zuständigen Stelle der Ausländerpolizei erforderlich. Bei Aufenthalten von über drei Monaten sind deutsche Staatsangehörige berechtigt, eine "Aufenthaltserlaubnis-EG" zu beantragen.

Trotz der internationalen schwachen Konjunkturlage stieg das Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr um knapp drei Prozent. Für für 2004 wird ein ähnliches Wachstum erwartet. Ein gutes Konsumklima und Investitionen ausländischer Unternehmen wirken sich weiterhin positiv auf die Wirtschaft aus. Der Tourismus hat zudem in den letzten Jahren rasant zugenommen und wächst immer noch. Exportorientierte Industriezweige sind der Maschinenbau und die Chemie. Bekannte Exportprodukte sind Kristall, Keramik und Bier. Deutschland ist einer von Tschechiens wichtigsten Handelspartnern.

Die Arbeitslosigkeit lag in Tschechien Ende letzten Jahre bei fast sieben Prozent. In Prag beträgt die Arbeitslosenquote dabei nur etwa drei Prozent. Selbst bei wachsender Arbeitslosigkeit stiegen die Löhne und Gehälter 2003 um fast sieben Prozent. Der Durchschnittsverdienst beträgt dennoch nur rund 530 Euro. Im Allgemeinen liegen die Löhne sogar noch unter diesem Durchschnitt.

Zu den Spitzenverdienern zählen Arbeitnehmer im Finanzwesen und in der Energie-, Gas- und Wasserwirtschaft. Geringverdiener sind zum Beispiel Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, Fischerei, Hotellerie und Gastronomie. Auch die bei uns so gut bezahlten Lehrer müssen sich in Tschechien mit einem geringen Entgelt begnügen. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in vielen Regionen auch deutlich niedriger als bei uns. Zudem wird auch noch kräftig rangeklotzt: So arbeiten Tschechen unter Umständen über 500 Stunden mehr pro Jahr als ihre deutschen Nachbarn.

Insbesondere die tschechische Automobilbranche und die Software-Industrie benötigen gutes Personal. Wegen des in Tschechien herrschenden Fachkräftemangels startete die Regierung 2003 daher ein vierjähriges Pilotprojekt zur Bindung von Fachleuten. Seitdem werden zum Beispiel qualifizierte 'Gastarbeiter' aus Kroatien, Bulgarien und Kasachstan angeworben.

Interessierte deutsche Fachkräfte sollten sich am besten bei heimischen Firmen mit Niederlassung in Tschechien erkundigen, ob eine Arbeit im Ausland möglich ist. Ansonsten finden Sie Stellenmärkte in allen großen Tageszeitungen. Direkt vor Ort steht Ihnen das Dienstleistungsangebot der lokalen Arbeitsagenturen zur Verfügung. Viele tschechische Unternehmen treffen ihre Bewerberauswahl durch Beurteilung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und mehrere Vorstellungsgespräche sowie Auslesetests.

Autor: Anette Bachmann

Quelle: freenet.de
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