So holen Sie mehr Netto aus den nächsten Gehaltsverhandlungen raus

Es muss nicht immer Geld sein: Auch zusätzliche Sachleistungen motivieren Mitarbeiter.
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Es muss nicht immer Geld sein: Auch zusätzliche Sachleistungen motivieren Mitarbeiter.

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Die Chancen, als Fachkraft einen Job zu finden, waren lange nicht mehr so gut: Mittelständische Unternehmen suchen händeringend Bewerber für 326 000 offene Stellen, ergab die Studie "Mittelstandsbarometer 2014" der Unternehmensberatung Ernest & Young. Beste Voraussetzungen also, jetzt nicht nur neu einzusteigen, sondern auch bei Gehaltsverhandlungen mehr herauszuholen. Aber nicht nach dem alten Gunter-Gabiel-Motto "Hey Boss, ich brauch' mehr Geld". Die neue Variante geht so: "Hey Boss, gib mir geldwerte Goodies."

Traditionell sind Chefs bei der Höhe des Gehalts an Vorgaben der Personalabteilungen und Tarife gebunden. Aber verhandeln kann man immer. Darum ist es wichtig, dass Sie sich selber schlau machen, was geht. Wir stellen die besten Tipps vor, von denen Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer profitieren und obendrein dem Finanzamt eine lange Nase zeigen.

Billiger unterwegs: Spritbons, Jobticket oder… Dienstfahrrad

Mehr als das Standardgehalt ist nicht drin? Dann fragen Sie Ihren zukünftigen Boss doch mal nach Tankgutscheinen oder – wenn Sie in einer größeren Stadt leben – einem "Jobticket" für die öffentlichen Verkehrsmittel. Arbeitgeber können für solche Leistungen bis zu 44 Euro locker machen – das ist je nach Fahrzeug schon fast eine Tankfüllung. Der Vorteil daran: Diese Leistungen sind komplett legal und obendrein steuerfrei. Um auf dem Gehaltszettel ein Plus in dieser Höhe zu bekommen, müsste der Chef brutto 100 Euro mehr zahlen. Wenn das kein Argument ist.

Sie haben gar kein Auto, fahren ohnehin mit dem Fahrrad zum Job? Dann können Sie sich alternativ die Sachleistungen auch als Zuschüsse für private Energiekosten wie Strom und Gas zahlen lassen. Auch hierfür gilt die 44-Euro-Regelung. Allerdings: Die Leistungen lassen sich nicht kombinieren. Tankgutschein und Strom-Zuschuss im gleichen Monat gehen nicht.

A propos Fahrrad: Es gibt schon Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder statt Dienstwagen anbieten. Seit Ende 2012 wird das Zweirad nämlich steuerlich genauso behandelt wie ein Dienstauto, und es kann auch privat genutzt werden. Wenn Sie ohnehin ein neues Rad anschaffen wollten, können Sie sich durch diese Regelung gleich ein um Klassen besseres Modell kaufen: Ein Teil Ihres Bruttogehalts kann dann für eine monatliche Ratenzahlung abgezweigt werden, das spart Steuern. Und gesund ist es sowieso.

Fit auf Firmenkosten

Überhaupt: Die Förderung der Mitarbeitergesundheit sollte eigentlich jedem Chef am Herzen liegen. Erzählen Sie ihrem künftigen Boss doch einmal vom Extrafreibetrag zur Gesundheitsförderung: Laut § 3 Nr. 34 EStG darf er Sie nämlich bis zu 500 Euro jährlich steuerfrei unterstützen mit Kursen und Trainingsmaßnahmen, die Ihren Gesundheitszustand verbessern. Das können zum Beispiel Rücken-, Anti-Stress-, Nichtraucher- oder Anti-Burn-Out-Tranings sein. Allerdings müssen die Kurse von der Krankenkasse als förderungswürdig im Sinne des Gesetzes eingestuft sein. Für die Mitgliedsbeiträge von Sportvereinen und Fitness-Clubs gilt das in der Regel nicht.

Smartphone, Tablet, Internet – die Firma darf zahlen

"Bring Your Own Device" (Bring dein eigenes Gerät zum Arbeiten mit) – dieser Trend aus den USA sorgt vor allem für Sicherheitsprobleme in Firmen: Über private Smartphones, Notebooks oder Tablets können Viren eingeschleust und wichtige Daten rausgeschafft werden. Erklären Sie das mal Ihrem neuen Chef, wenn er Ihnen kein firmeneigenes iPhone (oder Android, Blackberry…) spendieren will. So ein Gerät erhöht zudem die Motivation enorm. Sie dürfen es übrigens auch privat unbegrenzt nutzen – steuerfrei. Und damit Sie abends noch ein paar Extrastündchen im Home Office einlegen können, lassen Sie sich doch den heimischen Internanschluss gleich mitsponsern: Bis zu 50 Euro sind dafür ohne Nachweispflicht drin. Sogar den Rechner darf Ihnen der Chef zu Hause hinstellen, er muss aber Eigner bleiben, verschenkte Hardware ist nicht steuerfrei.

Leerer Magen arbeitet nicht gern

Bei Unternehmen wie Google und Xing gibt's Freigetränke ohne Ende, Süßigkeitenspender und Obstkörbe werden ständig aufgefüllt – solche Arbeitgeber sind populär. Aber auch Firmen, die keine Cafeteria oder sogar Kantine haben, können steuergünstig für die artgerechte Ernährung ihrer Mitarbeiter sorgen: mit Essensgutscheinen oder Lebensmittelschecks, die sich in Partner-Restaurants oder Supermärkten in der Umgebung einlösen lassen. Steuerfrei bleiben sie, wenn der Arbeitgeber pro Tag nicht mehr als 6,03 Euro spendiert. Die Organisation dieser Partnerschaften muss der Chef noch nicht mal selbst übernehmen – das machen spezialisierte Dienstleister wie zum Beispiel Sodexo.

Betreuung für die lieben Kleinen

Richtig großzügig kann sich ein Chef zeigen, indem er den Kindergarten- oder Krippenplatz Ihres Nachwuchses bezahlt: Diese Sachleistung ist unabhängig von der Höhe steuerfrei! Voraussetzungen allerdings: Die Kurzen müssen unter sechs Jahren sein und die Betreuung in einer geeigneten Einrichtung – also einem Kindergarten oder ähnlichem – stattfinden. Eine Tagesmutter, die zu Ihnen nach Hause kommt, ist nicht förderfähig.

Der Klassiker: Personalrabatte

Na, gut, es hängt natürlich stark davon ab, was genau Ihr neuer Arbeitgeber produziert. Aber über rabattierten Einkauf von firmeneigenen Produkten oder Dienstleistungen kann man unter Umständen kräftig sparen. Bis zu einer Summe von 1080 Euro pro Jahr ist der geldwerte Vorteil hierfür frei von Steuer- und Sozialversicherungsabgaben. Aber jetzt bitte nicht alle bei Apple oder Porsche bewerben...

Zur Not den Allen-geht's-gut-Abteilungsleiter fragen

Und wenn Ihr neuer (oder alter) Chef von diesen Vergünstigungen keinen Plan hat, macht das auch nichts. Vielleicht gibt es in der Firma ja schon einen "Feelgood Manager". Das ist ein noch recht neuer Job, den man vor allem in jungen IT- und Online-Unternehmen antrifft: Ein Feelgood Manager ist dafür verantwortlich, den Mitarbeitern das Arbeitsleben in einer Firma so schmackhaft wie möglich zu machen. Und das geht am besten mit Tankgutscheinen, Jobticket, Fitness-Studio-Rabatten, Essens- und Einkaufsgutscheinen... Also: Hat der Chef keine Ahnung, fragen Sie den Feelgood Manager – der kann die Goodies bestimmt für Sie organisieren.

Redaktionelle Beratung: Sodexo

Quelle: freenet.de
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