Die Maschen der Kreditkarten-Betrüger

Das sind die Maschen der Kartengauner und so können Sie sich davor schützen.
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Das sind die Maschen der Kartengauner und so können Sie sich davor schützen.

 © Comstock
03.07.2015 - 09:30 Uhr von mbr

Bundesweit werden jedes Jahr über 10.000 Bundesbürger Opfer eines Scheck-, EC- oder Kreditkartenbetruges. Der jährliche Schaden beläuft sich in Deutschland auf rund 40 Millionen Euro, europaweit sind es über 500 Millionen Euro. Das sind die Maschen der Kartengauner und so können Sie sich davor schützen.

Als besonders beliebt bei den Kartenbetrügern gilt das so genannte Skimming (engl.: to skim = abschöpfen). Dank der modernen Technik ist es für Verbrecher ein Leichtes, mit speziellen Lesegeräten die Magnetstreifen von Kreditkarten zu kopieren. Das kann mittels kleiner Aufsätze an Geldautomaten oder Banktüröffnern geschehen oder auch bei der Bezahlung in einem Restaurant, wenn der Karteninhaber dem vermeintlich vertrauenswürdigen Kellner kurz die Kreditkarte überlässt. Die hierzu notwendige Technik lässt sich bereits für wenig Geld in jedem gut sortierten Elektronikladen frei erwerben.

Die erbeuteten Daten werden auf Kartenrohlinge übertragen. So lassen sich ohne viel Aufwand und ohne große Kosten perfekte Karten-Duplikate herstellen, mit denen die Betrüger dann meist im Ausland Geld abheben oder Einkaufen gehen. Da die wenigsten Karteninhaber den Diebstahl ihrer Kreditkarten-Daten bemerken, erkennen sie meist erst einige Tage oder auch Wochen später auf der Kartenabrechnung, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind.

Alte Technik erleichtert Kartenkopie

Die Banken sind an den Missbrauchsfällen nicht ganz unschuldig: Trotz bekannter Betrugsmöglichkeiten setzen sie vielfach noch weiter auf die veraltete Magnetkartentechnologie. Diese wurde von IBM bereits vor über 40 Jahren als Zugangsregelung für die CIA entwickelt und in den 1970er Jahren von den Banken für Kredit- und Scheckkarten übernommen.

An dem Verfahren hat sich seither wenig verändert. Dabei könnte der Kartenmissbrauch auf einfache Weise zumindest stark eingedämmt werden, beispielsweise durch Karten mit einem implementierten Chip. Auf diesem werden mehr Daten verarbeitet als es mit herkömmlichen Magnetstreifen möglich ist, was das Auslesen und Kopieren deutlich erschwert.

Weitere Maschen der Kreditkarten-Betrüger

Neben dem Kopieren der elektronischen Magnetspurdaten einer Zahlungskarte warnt die Polizei vor einer Reihe weiterer Methoden, mit denen Betrüger in den Besitz von Kreditkarten-Informationen kommen wollen. Dazu zählen unter anderem folgende Aktivitäten:

Kreditkarte vertauschen

Der wohl simpelste Trick der Karten-Gauner: Während des Bezahlens wird die Kreditkarte ausgetauscht und dem Kunden einfach eine Falsche zurückgeben. Bis dieser den Austausch bemerkt, haben die Betrüger Zeit, das Konto des Opfers zu plündern. Kontrollieren Sie also immer, ob Sie auch wirklich Ihre Karten zurückbekommen haben.

Belege aus dem Müll

Prinzipiell müssen Betrüger die Kreditkarten ihrer Opfer nicht mal in ihre Hände bekommen. Schon mit dem Namen und der Kreditkartennummer können sie beispielsweise auf fremden Namen im Internet shoppen. Viele Kartenbesitzer machen es ihnen dabei leicht: Denn diese wichtigen Daten stehen auch auf den Durchschlägen von Rechnungsbelegen, die viele Kartenbesitzer noch am Einkaufsort in den Müll werfen. Dort werden die Betrüger dann schnell fündig. Werfen Sie daher Ihre Belege nie unachtsam weg, so dass sie für Dritte leicht zugänglich sind.

Vermeintliche Bankmitarbeiter

Auf eine weitere Betrugsmasche haben in den vergangenen Monaten verschiedene Banken aufmerksam gemacht: Unter dem Vorwand, ungewöhnliche Umsätze auf dem Konto des betreffenden Kunden beobachtet zu haben, treten Betrüger telefonisch, per Mail oder auf dem Postweg an die Kunden heran. Sie geben sich als Mitarbeiter einer Bank oder Kreditkartenorganisationen aus, nennen dem Kunden erst seine korrekte Kartennummer und erfragen dann zur Bestätigung die Geheimzahl (PIN) oder die Kartenprüfnummer.

In diesem Zusammenhang weisen die Banken nachdrücklich darauf hin, dass niemand – also auch keine Bank oder Kartenorganisation – berechtigt sei, Kartenprüfnummer oder Geheimzahl vom Kunden abzufragen. Gleiches gilt übrigens auch für die zunehmenden Spam-Mails, die in immer besserem Deutsch versuchen, mittels Phishing-Methoden an sensible Kontoinformationen zu kommen.

Allgemeine Tipps für die Kartennutzung

Für den sicheren Umgang mit Zahlungs- und Kreditkarten raten Banken und Polizei, einige einfache Verhaltensregeln zu berücksichtigen. Wie bereits erwähnt, sollten Sie Kartenbelege nach dem Bezahlen nicht unachtsam wegwerfen. Besser heben Sie diese zur Kontrolle der Kartenabrechnung bzw. der Umsätze auf dem Girokonto auf. Beim Bezahlen selbst sollten Sie Ihre Karte möglichst nicht unbeaufsichtigt an Dritte geben.

Unterschreiben Sie zudem nie einen Blanko-Kartenbeleg, d.h. ohne Angaben einer Rechnungssumme. Überlassen Sie Ihre Karte oder die PIN auch niemals Dritten und bewahren Sie beide stets getrennt auf. Dazu zählt auch, die Karte nicht als Sicherheit (z.B. als Schlüsselpfand) zu hinterlegen.

Vergewissern Sie sich bei Shopping-Touren im Internet immer, dass die Eingabe und Übermittlung der Kreditkarten-Daten über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt, erkennbar durch den Beginn der Browserzeile mit "https://". Diese können von Dritten deutlich schwieriger abgefangen und mitgelesen werden als bei normalen "http"-Verbindungen. Achten Sie zudem auf Warnungen Ihres Browsers bezüglich abgelaufener Server-Zertifikate und geben Sie im Internet nie Ihre PIN bekannt. Sie dient ausschließlich der Bargeldabhebung am Geldautomaten.

Verhalten im Schadensfall

Entdecken Sie bei der Kontrolle Ihrer Kartenabrechnung einen oder mehrere Buchungsposten, die Sie nicht veranlasst haben, verständigen Sie umgehend Ihrer Kreditkartenfirma und lassen Sie die Karte sperren. Kontrollieren Sie die Belege daher regelmäßig vor Ablauf der Einspruchsfrist von normalerweise vier Wochen. Haben Sie die Unregelmäßigkeit gemeldet, wird die Bank der Sache nachgehen. Denn bei Kreditkarten müssen glücklicherweise nicht Sie Ihre Unschuld belegen, sondern das Kreditkarteninstitut muss Ihnen den Einkauf zweifelsfrei nachweisen.

Bei Verdacht auf eine vorliegende Straftat sollten Sie zudem immer umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Teilen Sie das dabei erhaltene Aktenzeichen ihrer Bank bzw. Ihrem Kreditkarteninstitut mit

Verhalten bei Kartenverlust

Der Verlust einer Kredit- oder Zahlungskarte ist immer Grund zur Sorge. Ohne zugehörige PIN kann damit zwar niemand am Bankautomaten Geld abheben, kostspielige Einkäufe mit gefälschter Unterschrift sind aber durchaus möglich. Allzu oft hat sich gezeigt, dass Unterschriften im Handel kaum geprüft werden. Wichtig daher: Lassen Sie Ihre Karte sofort sperren, entweder direkt beim Kreditinstitut oder über die bundesweit gebührenfreie Zentral-Rufnummer "116 116".

Wird das Abhandenkommen der Karte nicht sofort bei der Bank oder der zentralen Sperrenannahmestelle gemeldet, riskieren Sie den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit. Im schlimmsten Fall kann sich das Kreditkartenunternehmen dann sogar weigern, Ihnen den Schaden zu ersetzen. Grobe Fahrlässigkeit Ihrerseits liegt auch vor, wenn Sie die PIN – selbst in verschlüsselter Form – auf der Karte vermerken oder am gleichen Ort (z.B. im Portemonnaie) aufbewahren und wenn Sie Ihre Karte unbeaufsichtigt im Auto, am Arbeitsplatz oder in einer frei zugänglichen Garderobe zurücklassen. 

Quelle: freenet.de
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