Gebührenabzocke am Geldautomat

Welche Banken bieten kostenfreie Girokonten an?
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Welche Banken bieten kostenfreie Girokonten an?

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Weiter Abzocke am Geldautomat: Die Banken haben zwar am 15. Januar 2011 ihr System umgestellt und verlangen jetzt deutlich weniger Gebühren für Bargeldabhebungen mit bankfremden EC-Karten. Einige Kunden werden aber trotzdem noch unverhältnismäßig hoch belastet

Im vergangenen Jahr warf Verbraucherministerin Ilse Aigner den Banken Abzocke an institutsfremden Geldautomaten vor. Sie forderte eine kundenfreundliche Lösung der Kreditinstitute sowie mehr Transparenz in den jeweiligen Preis-Leistungsverzeichnissen. Ilse Aigner drohte im Spätsommer mit einem Gesetz und erhöhte den Druck auf die Banken. Auch das Bundeskartellamt schaltete sich schließlich ein.

Keine Abzocke mehr an bankfremden Geldautomaten

Banken, allen voran Sparkassen und Genossenschaftsbanken, verlangten bisher bis zu 15 Euro, wenn mit einer bankfremdem EC-Karte an ihren Geldautomaten Bargeld abgehoben wurde. Das war für die Banken ein lukratives Geschäft, da sie selbst nur etwa 30 bis 70 Cent für die Fremdabhebung zahlen. Gebührenfrei war und ist bisher lediglich das Abheben bei Kreditinstituten des gleichen Verbandes wie dem Sparkassen-Verband, den Volks- und Raiffeisenbanken, der Cash Group (9000 Automaten, unter anderem Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank) und des Cashpools (2500 Automaten, u.a. Santander, Targo, Sparda). Die Verbraucherministerin Ilse Aigner hatte Ende Dezember 2010 die Banken erneut aufgefordert, die Gebühren zu senken.

Letztendlich auf Druck des Bundeskartellamts haben Sparkassen und Genossenschaftsbanken am 15. Januar die Kosten für Fremdabhebungen um bis zu 87 Prozent gesenkt. Auch Banken, die bisher 15 Euro und mehr für das Abheben von Bargeld berechneten, verlangen nun weniger als fünf Euro pro Transaktion. Die Banken sind zudem dazu verpflichtet, dem Kunden vor der Transaktion die Kosten auf dem Display des Geldautomaten anzuzeigen. So sieht der Abhebende sofort, was für den Bargeldbezug berechnet wird und kann den Vorgang bei Bedarf abbrechen.

Weiterhin Abzocke an Geldautomaten der Sparkasse

Da das Kartellamt bisher keine einheitliche Höchstgebühr genehmigt hat, sind die Kosten für Geldabhebungen an Automaten auch weiterhin unterschiedlich. Während sich die großen Privatbanken auf einen einheitlichen Satz von 1,95 Euro pro Transaktion und unabhängig vom abgehobenen Betrag geeinigt haben, verlangen Sparkasse und Volksbank für den Geldbezug von Nicht-Kunden Preise zwischen 3,50 Euro (z.B. Kreissparkasse Köln) und 4,95 Euro (Berliner Sparkasse). Zwar deutlich weniger als früher, aber Verbraucherschützern sind diese Summen immer noch zu hoch. Sie fordern den Gleichschritt mit den privaten Banken, da die eigentlichen Kosten nur zwischen 30 und 70 Cent pro Abhebung lägen, so Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Keine Gebührensenkung bei Sparkasse und Volksbank

Die Sparkassen, die über knapp 26.000 Geldautomaten im gesamten Bundesgebiet verfügen, sowie die Volksbanken mit 19.000 Automaten, werden die Preise wohl nicht weiter senken, wollen aber unter fünf Euro bleiben. Sie begründen dies damit, dass die große Dichte ihres Automatennetzes hohe Instandhaltungskosten verschlingt. Die Bank verliert mit der Reduzierung der Gebühren eine lukrative Einnahmequelle und rechnen mit einer Million Euro Einbußen pro Jahr.

Gesetz gegen Abzocke der Bank am Geldautomat?

Ilse Aigner, die bereits ein Gesetz gegen die Gebührenabzocke angedroht hatte, will die Entwicklung der Gebühren weiter beobachten. Auch das Bundeskartellamt beobachtet die Preise weiter. Sinken die Gebühren für das Abheben am Geldautomat nicht tatsächlich, könnte das Amt noch in diesem Jahr ein Verfahren einleiten.

Quelle: freenet.de
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