Gebührenabzocke: Illegale Bankgebühren bei Rücklastschriften

Wenn kein Geld auf dem Konto ist, können schnell unberechtigte Rücklastgebühren anfallen.
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Wenn kein Geld auf dem Konto ist, können schnell unberechtigte Rücklastgebühren anfallen.

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Je nach Bank können Rücklastgebühren ganz schön saftig sein und Sie ärgern sich zu Recht, denn auch wenn es Ihnen bislang vielleicht noch nicht bekannt war: Bankgebühren bei Rücklastschriften sind illegal und fallen unter den Begriff Gebührenabzocke.

Der frischgedruckte Kontoauszug aus dem Automaten oder der Blick ins Onlinebanking geben nicht immer einen Anlaß zur Freude. Das gilt besonders dann, wenn Sie berechnete Gebühren für eine geplatzte Rücklastschrift auf Ihrem Kontoauszug entdecken.

Ein Girokontovertrag berechtigt die Bank noch lange nicht zur Gebührenabzocke

Auf der einen Seite ist es richtig, dass Sie gemäß dem Girokontovertrag mit Ihrer Bank dazu verpflichtet sind, für eine ausreichende Deckung auf Ihrem Konto zu sorgen, wenn Sie beabsichtigen, Lastschriften von diesem Konto zu erlauben. Dies mag auch einer der Gründe sein, weshalb Banken auch heute vereinzelt noch horrende Bankgebühren für Rücklastschriften berechenen. Jedoch sind Sie hier eindeutig im Recht, Sie müssen sich diese Gebührenabzocke nicht gefallen lassen. Laut einem neuen Bankengesetz ist diese Forderung von Bankgebühren bei Rücklastschriften untersagt und somit illegal. Sollten Sie solche Rücklastgebühren auf Ihrem Kontoauszug entdecken, gehen Sie am Besten sofort in Ihre Bankfiliale und verlangen Sie zunächst die Klärung über das Zustandekommen der Rücklastschrift und verlangen Sie die sofortige Rückbuchung der in Rechnung gestellten Bankgebühren für die Rücklastschrift.

Hinweis auf das neue Bankengesetz und mögliche Konsequenzen bei Missachtung zu Ungunsten des Kunden

Stellt sich die Bank quer, verweisen Sie auf das neue Gesetz, welches den Banken diese illegalen Bankgebühren bei Rücklastschriften deutlich untersagt. Denn wenn Ihre Bank für Rücklastschriften weiterhin Gebühren verlangt, kann das für Sie richtig teuer werden, denn die Bank, die die Lastschrift veranlasst und die Meldung erhält dass die Lastschrift mangels Deckung abgelehnt wurde, wird von Ihnen auch einen erheblichen Gebührensatz erheben. Nicht selten betragen die Rücklastgebühren der einziehenden Bank 25 Euro und mehr. Darin sind eventuelle Mahngebühren noch nicht enthalten. Geht man von Mahngebühren in Höhe von 5 Euro für die erste Mahnung aus zuzüglich der Rücklastgebühren, kostet das Ganze für Sie seitens der abbuchenden Bank 30 Euro. Verlangt Ihre Bank dann auch noch Rücklastgebühren in Höhe von pauschal 10 Euro, kostet Sie die geplatzte Lastschrift ganze 40 Euro, auch wenn der ursprüngliche Lastschriftbetrag vielleicht gerade einmal 20 Euro betrug.

Der Unterschied zwischen der Vereinbarung mit der Hausbank und dem lastschriftermächtigten Kreditinstitut

Anhand dieses Beispiels, welches vielleicht etwas überzogen scheint, aber dennoch in der Realität existiert, wird deutlich, weshalb Bankgebühren bei Rücklastschriften kraft des neuen Gesetzes illegal sind und nichts anderes als Gebührenabzocke sind. Bei der Bank, die die Lastschrift veranlasst und bei einer Rücklastschrift Gebühren erhebt, werden Sie in der Regel die Gebühren nicht zurückholen können, denn wenn Sie die Erlaubnis zur Lastschrift erteilen, erkennen Sie mit Ihrer Unterschrift an, dass Ihnen eventuelle Gebühren, die durch eine nicht gedeckte Lastschrift entstehen, in voller Höhe in Rechnung gestellt werden. Dies unterschreiben Sie beispielsweise auch, wenn Sie den Kassenbeleg einer EC-/Maestro-Zahlung signieren. Mit der Bank, bei der die Lastschrift eingereicht wird und mangels Deckung nicht eingelöst wird, haben Sie jedoch eine solche Vereinbarung nicht und wenn doch, wurde diese mit dem neuen Bankengesetz, welche die Berechnung von Bankgebühren bei Rücklastschriften als illegal bezeichnet, ausser Kraft gesetzt und somit dürfen Ihnen derartige Gebühren nicht mehr in Rechnung gestellt werden. Manche Banken haben diese Tatsache entweder noch nicht erkannt, oder versuchen über Umwege dem Kunden für eine geplatzte Rücklastschrift doch noch diese illegalen Gebühren abzuzocken, indem sie den Gebühren einen anderen Grund zuschreiben und sie einfach umbenennen, um die Belastung auf Kosten des Kunden zu rechtfertigen. Sie sollten aber jegliche Gebühren, die irgendwie in Zusammenhang mit einer nichteingelösten Lastschrift zusammenhängen, nicht tolerieren.

Der Ombudsmann kann vermitteln

Stellt sich Ihre Bank quer und hält sie an den Rücklastgebühren fest und weigert sie sich, Ihnen die eingezogenen Gebühren zurückzuerstatten, sollten Sie sich schleunigst, jedoch maximal innerhalb der sechswöchigen Widerspruchsfrist für Anerkennung der gebuchten Posten auf dem Kontoauszug, an den für Ihre Bank zuständigen Ombudsmann wenden und diesem Ihr Anliegen vortragen. Dieser muss innerhalb einer bestimmten Frist reagieren und versuchen, zwischen Ihnen und der Bank zu vermitteln, damit es zu einer gütlichen Einigung kommt. Am Besten ist es, Sie sorgen dafür, daß Ihr Konto künftig die notwendige Deckung aufweist, dann ersparen Sie sich sehr viel Ärger. Und sollte dennoch auf Ihrem Kontoauszug eine Lastschrift auftauchen, die Ihnen unbekannt vorkommt und für die Sie keine Ermächtigung erteilt haben, dann haben Sie sechs Wochen nach Erhalt des Kontoauszugs Zeit, dieser Lastschrift zu widersprechen. Die Bank muss den Betrag dann wieder zurückfordern und Ihrem Konto gutschreiben.

Quelle: freenet.de
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