Geldautomaten: Hohe Gebühren beim "Fremdgehen"

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Ob im Urlaub oder abends vor dem Ausgehen – schnell mal am nächsten Geldautomaten "Bares" zu ziehen, das kann teuer werden. Denn wer bei einem "fremden" Automaten Geld abhebt, muss dafür immer höhere Gebühren zahlen.

Durchschnittlich berechnen Banken für eine Geldabhebung außerhalb ihres eigenen Automatennetzes derzeit 5,64 Euro, wie eine Auswertung der Finanzberatung FMH ergeben hat. Das entspreche einer Steigerung um knapp 29 Prozent verglichen mit dem Niveau von gut drei Jahren zuvor. Damals lag der durchschnittliche Preis laut FMH noch bei 4,38 Euro. Dazu passen die Ergebnisse einer aktuellen Stichprobe von Finanztest. Danach hat mehr als die Hälfte der 64 überprüften Banken die Gebühren für ihre Kunden bei der Nutzung fremder Automaten angehoben (siehe Tabelle).

 

Konkurrenzkampf zwischen Filial- und Direktbanken

Insgesamt seien die Abhebungsgebühren an fremden Automaten ein teurer Spaß für die Kunden – für die Banken hingegen ein lohnendes Geschäft. Denn: "Das Abheben kostet die Bank, die den Automaten zur Verfügung stellt, nur etwa 60 Cent pro Vorgang", erklärt FMH-Chef Max Herbst. Dabei habe sich der Aufwand für die Abrechnung zwischen den einzelnen Instituten in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Die Kosten seien somit kein Argument für die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Gebühren.

 

Ein wesentlicher Grund hierfür ist nach Meinung von Verbraucherschützern ein verschärfter Wettbewerb zwischen den Filialbanken auf der einen und den Direktbanken auf der anderen Seite. Durch den Verzicht auf eigene kostspielige Filialstrukturen können Direktbanken bessere Konditionen bieten. Damit werben sie erst Kunden von den etablierten Kreditverbünden ab – nur um sie dann zum Geldabheben wieder die Geräte von Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken nutzen zu lassen. Als Folge dieses Konkurrenzkampfes verlangen einige Banken untereinander bereits Interbankenentgelte von bis zu 20 Euro – und das für jede Abhebung. Wenig verwunderlich also, dass die Gegenbanken die Geldabhebe-Gebühren an fremden Automaten immer stärker an ihre Kunden weiterreichen.

 

Verbraucherschützer fordern Änderungen

Der Wettstreit auf dem Rücken der Bankkunden und die damit verbundenen Gebührenanhebungen seien für Verbraucherschützer "nicht länger hinnehmbar", kritisiert dagegen Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Er kündigte Konsequenzen bis hin zu Abmahnungen und Klagen an, sollten die Banken ihr Gebaren nicht ändern. Unterstützung bekommt er dabei von der sonst eher wirtschaftsfreundlichen FDP: "Aus aktuellem Anlass" werde die Partei ein so genanntes Berichterstattergespräch fordern, sagte FDP-Verbraucherschutzexperte Hans-Michael Goldmann. Auf Einladung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sollen Vertreter von Banken und Sparkassen zu ihrer Gebühren-Gier befragt werden.

 

Tabelle: Gebühren für "Fremdabhebungen" gängiger Banken 

Bank

Mindestpreis (in Euro) für Abhebung an fremden Geldautomaten in Deutschland

Erhöhung (in Euro)

28. Januar 2010

1. Juni 2008

Berliner Bank

6,00

4,50

1,50

Berliner Sparkasse

7,50

4,50

3,00

Citibank

4,95

3,90

1,05

Commerzbank

5,98

4,98

1,00

Deutsche Bank

5,99

4,99

1,00

Dresdner Bank

5,98

4,50

1,48

Hypovereinsbank

4,75

3,95

0,80

ING-Diba

5,00

3,95

1,05

Netbank

1,50 / 6,50

5,00

0,00 / 1,50

Ostseesparkasse Rostock

7,50

5,00

2,50

Postbank

5,99

4,99

1,00

PSD Bank Hessen-Thüringen

5,99 - 10,00

3,50

2,49 - 6,50

Santander Consumer Bank

5,95

4,90

1,05

SEB

5,00

4,00

1,00

Sparda-Bank München

1,30 - 7,90

1,30 - 4,00

0,00 - 3,90

Sparkasse Hannover

5,00

4,00

1,00

Sparkasse KölnBonn

6,00

3,50

2,50


(Quelle: Stiftung Warentest)

 

Automatenpools nutzen

Statt sich womöglich beim nächsten Kontoauszug über hohe Gebühren zu ärgern, ist es besser, sich gleich am Geldautomatennetz der Hausbank zu orientieren. Hier haben sich inzwischen mehrere Gruppen gebildet, innerhalb derer die Kunden der Mitgliedsbanken kostenlos Geld mit ihrer EC-Karte abholen können. Das sind im Wesentlichen die folgenden vier:

 

Sparkassen

Der Sparkassenverband bietet mit über 22.000 Automaten bundesweit das dichteste Netz für seine Kunden an. Alle Sparkassen-Kunden können sich hier mit Ihrer EC-Karte kostenlos mit Bargeld versorgen.

 

Volks- und Raiffeisenbanken

Das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Bankengruppe mit über 18.600 Geldautomaten ist im BankCard ServiceNetz zusammengeschlossen. 98 Prozent aller Volks- und Raiffeisenbanken nehmen daran teil. Einige wenige – vor allem in viel besuchten Urlaubsregionen – halten sich jedoch außen vor, um höhere Gebühren berechnen zu können. Auskunft dazu gibt es bei der eignen Hausbank oder dem Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

 

Cash Group

Die Cash Group ist ein Zusammenschluss der großen Geschäftsbanken in Deutschland. Die Kunden können an den 7.000 inländischen Automaten der Institutsgruppe kostenloses Bargeld mit der Maestro-Karte (EC-Karte) ziehen. Mitglied sind unter anderem Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank oder die Postbank sowie deren Tochterunternehmen (norisbank, comdirect, DABbank, Berliner Bank, u.a.).

 

Cash Pool

Der Zusammenschluss zum Cash Pool ermöglicht es den Kunden der teilnehmenden Banken an 2.500 Geldautomaten bundesweit Geld abzuheben. Angeschlossen sind hier BBBank eG, Citibank, Degussa Bank, GE Money Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, die Sparda-Banken, die Südwestbank sowie die Wüstenrot-Bank.

 

Quelle: freenet.de
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