Geldautomaten: Hohe Gebühren beim "Fremdgehen"

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Ob im Urlaub oder abends vor dem Ausgehen – schnell mal am nächsten Geldautomaten "Bares" zu ziehen, das kann teuer werden. Denn wer bei einem "fremden" Automaten Geld abhebt, muss dafür immer höhere Gebühren zahlen.

Durchschnittlich berechnen Banken für eine Geldabhebung außerhalb ihres eigenen Automatennetzes derzeit 5,14 Euro, wie eine Auswertung der Finanzberatung FMH ergeben hat. Das entspreche einer Steigerung um 17 Prozent verglichen mit dem Niveau von vor drei Jahren. Damals lag der durchschnittliche Preis noch bei 4,38 Euro, so FMH. Einzelne Banken hätten den Preis für Abhebungen an einem "Fremd-Automaten" seit 2006 sogar um bis zu 85 Prozent erhöht.

Nach der FMH-Studie haben 26 der 50 untersuchten Banken ihre Gebühren um mindestens zehn, in der Spitze um 85 Prozent heraufgesetzt. 31 Banken verlangten für das "Fremdgehen" inzwischen Gebühren von mehr als fünf Euro pro Abhebung. Die durchgängig höchsten Abhebungsgebühren nehme dabei die Deutsche Kreditbank mit zehn Euro bei Nutzung der EC-Karte. Doch das hat System, erklärt FMH-Chef Max Herbst. Statt der EC-Karte sollen die Kunden der Direktbank vielmehr die Visa-Karte nutzen. Mit ihr biete die Bank eine weltweit kostenfreie Bargeldversorgung.

Tabelle: Banken mit den höchsten/niedrigsten Gebühren bei "Fremdabhebungen"

BankKosten je Abhebung
DKB10,00 Euro*
Berliner Sparkasse7,50 Euro
Berliner Volksbank7,50 Euro
Sparkasse Nürnberg7,50 Euro
Ostsächsische Sparkasse7,50 Euro
PSD Bank Kiel6,50 Euro
......
BBBank3,50 Euro
PSD Bank Hessen-Thüringen3,50 Euro
Stadtsparkasse Düsseldorf3,50 Euro
Volksbank Düsseldorf Neuss3,50 Euro
Stadtsparkasse Wuppertal3,25 Euro
BW-Bank3,00 Euro

Quelle: Focus Online nach Angaben von FMH
*) dafür kostenlos mit Visa-Karte

Insgesamt seien die Abhebungsgebühren an fremden Automaten ein teurer Spaß für die Kunden - für die Banken hingegen ein lohnendes Geschäft. Denn: "Das Abheben kostet die Bank, die den Automaten zur Verfügung stellt, nur etwa 60 Cent pro Vorgang", erklärt Herbst. Dabei habe sich der Aufwand für die Abrechnung zwischen den einzelnen Instituten in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Die Kosten seien somit kein Argument für die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Gebühren.

Ein wesentlicher Grund ist vielmehr eine EU-Verordnung vom Dezember 2001. Danach darf für Euro-Abhebungen innerhalb der Europäischen Währungsunion kein höherer Preis berechnet werden als für eine vergleichbare Verfügung im Inland. Doch anders als von der EU gedacht, reagierten die Banken auf ihre Weise: Nicht die Kosten für Auslandsabhebungen wurden gesenkt, sondern einfach die Gebühren für Inlandsabhebungen angehoben.

Statt sich also beim nächsten Kontoauszug über hohe Gebühren zu ärgern, ist es besser, sich gleich am Geldautomatennetz der Hausbank zu orientieren. Hier haben sich inzwischen mehrere Gruppen gebildet, innerhalb derer die Kunden der Mitgliedsbanken kostenlos Geld mit ihrer EC-Karte abholen können. Das sind im Wesentlichen die folgenden vier:

Sparkassen
Der Sparkassenverband bietet mit über 22.000 Automaten bundesweit das dichteste Netz für seine Kunden an. Alle Sparkassen-Kunden können sich hier mit Ihrer EC-Karte kostenlos mit Bargeld versorgen.

Volks- und Raiffeisenbanken
Das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Bankengruppe mit über 18.600 Geldautomaten ist im BankCard ServiceNetz zusammengeschlossen. 98 Prozent aller Volks- und Raiffeisenbanken nehmen daran teil. Einige wenige - vor allem in viel besuchten Urlaubsregionen - halten sich jedoch außen vor, um höhere Gebühren berechnen zu können. Auskunft dazu gibt es bei der eignen Hausbank oder dem Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Cash Group
Die Cash Group ist ein Zusammenschluss der großen Geschäftsbanken in Deutschland. Die Kunden können an den 7.000 inländischen Automaten der Institutsgruppe kostenloses Bargeld mit der Maestro-Karte (EC-Karte) ziehen. Mitglied sind unter anderem Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank oder die Postbank sowie deren Tochterunternehmen (norisbank, comdirect, DABbank, Berliner Bank, u.a.).

Cash Pool
Der Zusammenschluss zum Cash Pool ermöglicht es den Kunden der teilnehmenden Banken an 2.500 Geldautomaten bundesweit Geld abzuheben. Angeschlossen sind hier BBBank eG, Citibank, Degussa Bank, GE Money Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, die Sparda-Banken, die Südwestbank sowie die Wüstenrot-Bank.

Kosten im Urlaub

Der Preis für Abhebungen an ausländischen Geldautomaten variiert je nach Kreditinstitut und Reiseland. Erkundigen Sie sich hierzu am Besten vor Reiseantritt bei Ihrer Hausbank. Manche Kreditinstitute haben zudem Kooperationen mit ausländischen Banken abgeschlossen. So können beispielsweise Kunden der Deutschen Bank bei der Bank of America (USA), Barclays (Großbritannien, Kenia, Mauritius oder Tansania), BNP Paribas (Frankreich) oder der Scotiabank (Kanada, Dominica, Grenada, Jamaika, u.a.) kostenlos Geld aus den Automaten ziehen. Auch über solche Kooperationspartner gibt Ihnen Ihre Hausbank Auskunft.

Autor: mbr

Quelle: freenet.de
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