Zwangsgebühren für Kontoauszüge sind unzulässig

Die Risiken bei der Geldanlage
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Die Risiken bei der Geldanlage

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Wer seine Kontoauszüge nicht alle 30 Tage abholt, bekommt diese in der Regel von der Bank kostenpflichtig zugeschickt. Diese Praxis ist unzulässig, entschied das Landgericht Frankfurt im Falle der Deutschen Bank.

Die Deutsche Bank darf ihren Kunden nicht unaufgefordert Kontoauszüge zuschicken und dafür Gebühren verlangen. Das geht aus dem bislang noch nicht rechtskräftigen Urteil des Landgerichts Frankfurt hervor.

Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dem Beschwerden von Verbrauchern vorlagen. Das Urteil betrifft zunächst nur die Deutsche Bank. Auswirkungen auf die gängige Praxis vieler Banken und Sparkassen, Kunden nach einer gewissen Frist kostenpflichtige Kontoauszüge unaufgefordert zuzusenden, sind jedoch wahrscheinlich.

Laut Gericht verlangt ein Kunde nicht automatisch die Zusendung seiner Auszüge, wenn er sie nicht abholt (Az.: 2-25 O 260/10). Eine Bank sei grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, den Kunden mindestens einmal im Monat über die Zahlungsvorgänge auf seinem Konto zu informieren. Für die Erfüllung dieser Pflicht dürfe kein Entgelt erhoben werden, zitiert der vzbv das Gerichtsurteil.

Die Deutsche Bank, die bislang 1,94 Euro für die Zustellung verlangte, wird die Gebühr vorerst nicht weiter erheben und kann gegen das Urteil in Berufung gehen.

Quelle: freenet.de
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