Arbeitgeber und IG Metall wagen neuen Versuch der Einigung im Tarifstreit

Ein sattes Gehaltsplus und Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit:
Nach den ganztägigen Warnstreiks der vergangenen Woche ist für die
Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ein
Tarifabschluss erzielt worden.
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Ein sattes Gehaltsplus und Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit: Nach den ganztägigen Warnstreiks der vergangenen Woche ist für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ein Tarifabschluss erzielt worden.

 © Marijan Murat - dpa/AFP
05.02.2018 - 13:45 Uhr

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie wagen Arbeitgeber und IG Metall einen neuen Versuch der Einigung. In Stuttgart kamen am Montag Verhandlungsführer der Gewerkschaft und des baden-württembergischen Arbeitgeberverbands Südwestmetall zur mittlerweile sechsten Tarifrunde für die über 900.000 Beschäftigten in dem Bundesland zusammen. Baden-Württemberg ist im laufenden Tarifstreit der Pilotbezirk - eine Einigung könnte von den anderen Bezirken übernommen werden.

Die Arbeitgeber müssten sich nun "endlich bewegen", forderte die IG Metall im Vorfeld der neuen Gespräche. Die Gewerkschaft hatte zuletzt neben einem Lohnplus von sechs Prozent ein Recht auf die 28-Stunden-Woche sowie einen Lohnausgleich für bestimmte Beschäftigte in Teilzeit gefordert. Letzteres lehnten die Arbeitgeber in der Form aber strikt ab.

Die vergangene Woche war von 24-Stunden-Streiks in der Branche geprägt, die Arbeitgeber gingen mit Klagen gegen die ganztägigen Arbeitsniederlegungen vor. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, etwa Urabstimmungen über flächendeckende Streiks, zeichnete sich dann vor dem Wochenende eine mögliche neue Tarifrunde ab.

Baden-Württemberg fungiert in der aktuellen Runde erneut als Pilotbezirk, da sich dort der erste mögliche Abschluss abzeichnete. Kommt es also im Südwesten zu einer Einigung, werden die Ergebnisse des Pilotabschlusses in den anderen Tarifgebieten der Branche als Grundlage für dortige Verhandlungen betrachtet und gegebenenfalls übernommen. Meist sind aber regionale Anpassungen nötig, wie beide Seiten betonten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzte unterdessen, dass die Tagesstreiks der IG Metall in den betroffenen Betrieben zu vorübergehenden Umsatzausfällen von bis zu 900 Millionen Euro führten. Davon entfallen demnach allein bis zu 300 Millionen Euro auf Baden-Württemberg und bis zu 210 Millionen Euro auf Bayern.

Die gesamte Branche zählt in Deutschland rund 3,9 Millionen Beschäftigte, dabei steht Baden-Württemberg mit mehr als 939.000 Beschäftigten ganz vorn.

Quelle: 2018 AFP
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