Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit nach Einführung von Mindestlohn gestiegen

Die Einführung des Mindestlohns hat nicht nur die Bezahlung
vieler Geringverdiener verbessert, sondern auch ihre
Arbeitszufriedenheit. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts-
und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung
hervor.
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Die Einführung des Mindestlohns hat nicht nur die Bezahlung vieler Geringverdiener verbessert, sondern auch ihre Arbeitszufriedenheit. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

 © Daniel Karmann - dpa/AFP
13.06.2017 - 12:59 Uhr

Die Einführung des Mindestlohns Anfang 2015 hat nicht nur die Bezahlung vieler Geringverdiener erheblich verbessert, sondern auch ihre Arbeitszufriedenheit. Die Ansprüche an ihre Arbeit, aber auch die Wertschätzung durch Vorgesetzte seien gestiegen, das Betriebsklima habe sich verbessert, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Offenbar hätten die Arbeitgeber die höheren Lohnkosten ausgleichen können, etwa durch eine höhere Produktivität, vermuten die Autoren.

Sie werteten eine Befragung im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit von mehr als 340 Beschäftigten aus dem Niedriglohnsektor aus und verglichen die Ergebnisse mit rund 440 vergleichbaren Angestellten, die wenig mehr als den Mindestlohn verdienten. Demnach stieg der Stundenlohn der Befragten von 2014 auf 2015 im Schnitt um 22 Prozent: von 6,70 Euro auf 8,20 Euro. Der Mittelwert unter dem Mindestlohn von 8,50 Euro zeige, dass dieser 2015 noch nicht überall gezahlt wurde. Die Erhöhung lag aber weit über dem Lohnwachstum der Vergleichsgruppe von 3,7 Prozent.

Der durchschnittliche Monatsverdienst kletterte damit von 839 auf 994 Euro - obwohl die Befragten im Schnitt eineinhalb Stunden pro Woche weniger arbeiteten. Der Anteil der Beschäftigten mit überlangen Arbeitswochen von mehr als 45 Stunden ging deutlich zurück. Die Noten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbesserten sich daher "signifikant", wie es in der Studie heißt.

Mindestlohn-Beschäftigte berichteten in der Befragung über mehr und anspruchsvollere Arbeit; zugleich seien sie seltener gestört worden. Das Klima zwischen Kollegen und das Verhältnis zu Vorgesetzten empfanden sie als besser. Ihre Aufstiegschancen allerdings schätzen sie "etwas" negativer ein als die Arbeitnehmer der Vergleichsgruppe.

Die Ergebnisse könnten als Anhaltspunkte dafür gewertet werden, dass Unternehmen nach Einführung des Mindestlohns einerseits auf Arbeitsverdichtung und andererseits auf verstärkte Motivation setzen, heißt es in der Studie. Gering bezahlte Tätigkeiten seien etwa durch bessere Organisation aufgewertet worden.

Quelle: 2017 AFP
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