Arbeitslosigkeit sinkt 2018 auf Rekordtief

Ein Mann sitzt in der Bundesagentur für Arbeit. Für das
Gesamtjahr hingegen vermeldet die Bundesagentur einen positiven
Rekord zur Arbeitslosigkeit.
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Ein Mann sitzt in der Bundesagentur für Arbeit. Für das Gesamtjahr hingegen vermeldet die Bundesagentur einen positiven Rekord zur Arbeitslosigkeit.

 © Julian Stratenschulte
04.01.2019 - 14:07 Uhr von Aleksandra Bakmaz, dpa

Nicht das ganze Jahr lang herrschte Optimismus - doch die Zahlen zeigen: Der Jobmarkt in Deutschland hat sich auch 2018 top entwickelt, und wichtige Marken wurden geknackt. Aber wie geht es 2019 weiter?

Nürnberg (dpa) - Im vergangenen Jahr hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland erneut ein historisches Rekordtief erreicht. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2018 im Jahresschnitt 2,340 Millionen Menschen ohne Job, das sind 193.000 weniger als im Jahr zuvor.

Damit sank die durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote ging 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent zurück.

"Im vergangenen Jahr ist vieles am Arbeitsmarkt erfreulich gelaufen", bilanzierte BA-Chef Detlef Scheele in Nürnberg. Dies sei der positiven konjunkturellen Entwicklung geschuldet - auch wenn die Wirtschaft etwas an Schwung verloren habe. Für 2019 zeigte sich Scheele optimistisch.

Fast die Hälfte des Rückgangs der Arbeitslosigkeit 2018 gehe auf Langzeitarbeitslose zurück. Im Jahresschnitt waren etwa 813.000 Männer und Frauen ein Jahr oder länger ohne Job. Das sind 87.000 weniger als im Jahr zuvor. Als Grund für die positive Entwicklung nannte Scheele Prävention. "Wir sehen, dass unsere Bemühungen, Langzeitarbeitslosigkeit gar nicht entstehen zu lassen, inzwischen langsam fruchten."

Auch bei der Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt habe man 2018 deutliche Fortschritte gemacht. Zuletzt hätten im Oktober nahezu 300.000 Menschen aus den acht Haupt-Asylländern Syrien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan und Somalia einen sozialversicherungspflichtigen Job gehabt. Das waren fast 95.000 mehr als ein Jahr zuvor. "Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass wir mal solche Zahlen verkünden", so Scheele. Dennoch sei die Integration weiterhin ein Langstreckenlauf. Geduld und Zeit seien gefordert.

2019 gebe es wieder genügend anspruchsvolle Aufgaben wie die Umsetzung des sozialen Arbeitsmarkts für Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Bezieher sowie die Weiterbildungsoffensive. "2019 wird auch ein wichtiges Jahr, um die Fachkräftesicherung voranzubringen", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin. Ein wichtiger Punkt dabei sei das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz, "mit dem wir den Arbeitsmarkt endlich auch für nichtakademische Fachkräfte öffnen." 2018 sei ein sehr gutes Jahr für den Arbeitsmarkt gewesen.

Auch für den Dezember verzeichnete die Bundesagentur wieder einen Tiefstwert. Die Zahl der Arbeitslosen fiel auf den niedrigsten Monatswert seit 1991. So waren im letzten Monat des Jahres 2018 rund 2,210 Millionen Menschen ohne Job. Im Vergleich zum Vormonat waren das vor allem witterungsbedingt rund 23.000 Jobsucher mehr als im November. BA-Chef Scheele sprach von einem moderaten Anstieg.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 175 000 zurück. Die Arbeitslosenquote nahm zwischen November und Dezember um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent zu. Sie lag damit aber auch zum Jahresende noch unter der Fünf-Prozent-Marke, die im Oktober geknackt worden war.

Auch bei der Grundsicherung wurde eine wichtige Marke geknackt: Erstmals seit Einführung des politisch umstrittenen Hartz IV vor 14 Jahren rutschte die Zahl der auf Grundsicherung angewiesenen Haushalte im November unter die Drei-Millionen-Marke. Die BA verzeichnete in dem Monat rund 2,997 Millionen sogenannte Bedarfsgemeinschaften, im Dezember waren es vorläufigen Zahlen zufolge 2,995 Millionen.

Scheele wertete den Rückgang als Beleg für eine funktionierende Grundsicherung. In der Debatte über die Zukunft der Grundsicherung hatte er zuletzt für Reformen plädiert, sich aber zugleich deutlich gegen Forderungen aus der SPD nach einer Abschaffung des heutigen Systems gewandt. Als Gründe für den Rückgang nannte Scheele unter anderem, dass viele ehemalige Hartz-IV-Bezieher Arbeit gefunden hätten.

Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes im November bei 45,22 Millionen - 34.000 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 483.000 Erwerbstätige mehr. Der Anstieg gehe überwiegend auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, hieß es von der Bundesagentur. Diese hat laut Berechnungen der BA von September auf Oktober saisonbereinigt um 68.000 zugenommen. Damit hatten 33,47 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 696.000 mehr als ein Jahr zuvor. "Das ist eine bemerkenswerte Zahl nach den vielen Jahren des Aufschwungs", so Scheele.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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