Bericht: Energieverband BDEW fordert zügigen Kohleausstieg

Zum Start der Kohlekommission am Dienstag betonen die
Ministerpräsidenten der Kohleländer Sachsen und Nordrhein-Westfalen
die Bedeutung der Versorgungssicherheit. Greenpeace demonstrierte
für einen raschen Kohleausstieg.
Bild 1 von 1

Zum Start der Kohlekommission am Dienstag betonen die Ministerpräsidenten der Kohleländer Sachsen und Nordrhein-Westfalen die Bedeutung der Versorgungssicherheit. Greenpeace demonstrierte für einen raschen Kohleausstieg.

 © Oliver Berg - dpa/AFP/Archiv
13.06.2018 - 08:29 Uhr

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat nach seinem Wechsel an der Führungsspitze einen zügigen Ausstieg aus der Kohlenutzung gefordert. Grund seien die schärferen Vorgaben der Koalition zur Minderung der Kohlendioxid-Emissionen sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien, sagte die neugewählte Präsidentin des größten deutschen Energieverbands, Marie-Luise Wolff, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch. Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) warnte hingegen vor einem übereilten Ausstieg aus der Kohleverstromung.

"Wir reden jetzt über 61 Prozent Emissionsminderung bis 2030 und einen Anteil von 65 Prozent Erneuerbaren am Stromverbrauch", sagte Wolff der "FAZ". "Diese Ziele müssen wir unter einen Hut kriegen, und da ist es entscheidend, dass der Kohleausstieg nicht zu spät kommt", sagte sie. Ein später Ausstieg würde die Ziele konterkarieren.

Wolff nannte die Energiewende "eines der größten und bedeutsamsten Projekte dieses Landes". Sie sehe sowohl den Verband als auch die Unternehmen "in der Pflicht, diese Energiewende zu Ende zu bauen".

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche eine Kohlekommission eingesetzt, die den Ausstieg aus der Kohlestrom-Produktion, zugleich aber auch die Schaffung neuer Jobs vorantreiben soll. Bis Ende des Jahres soll die Kommission einen konkreten Plan zur "schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums" vorlegen.

Der VKU warnte vor einem übereilten Ausstieg. Die Braun- und Steinkohlekapazitäten in Deutschland könnten "nicht über Nacht ersetzt" werden, wenn die Versorgungssicherheit nicht gefährdet werden solle, sagte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche dem "Handelsblatt". Vorschnelle Abschaltungen stellten die Sicherheit des Gesamtsystems in Frage.

Der geplante Ausstieg aus der Atomkraft erschwere die Situation zusätzlich: Im Jahr 2022 werde das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen, sagte Reiche. "Wir müssen also behutsam vorgehen." Reiche gehört der Kohlekommission an.

Quelle: 2018 AFP
Top-Themen
Die Türkei steckt in einer Finanzkrise. Die könnte sich verschärfen nach nochmals schlechteren Noten maßgeblicher ...mehr
Ob Büroclown, Kaffeejunkie oder Morgenmuffel, in den Büros dieser Welt tummeln sich die unterschiedlichsten ...mehr
Berliner Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft das deutschlandweit größte bekannt gewordene ...mehr
Anzeige
Video
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Anzeige
Top-Artikel
Ob großer Familieneinkauf oder die Besorgungen für einen Single-Haushalt: Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
Was ist eigentlich erlaubt, wenn man aus Krankheitsgründen doch einmal zu Hause bleiben muss? Strikte Bettruhe oder ist auch der Gang an die frische Luft möglich?mehr
Wenn der Sommer vor der Tür steht, lockt es nicht nur daheimgebliebene Urlauber auf Balkonien, auch außerhalb des wohlverdienten Sommerurlaubs ist der Balkon für viele eine ...mehr
Arbeitszeugnis-Quiz
Ein Arbeitszeugnis steckt voller versteckter Bewertungen. In unserem Test können Sie prüfen, ob Sie Ihr Zeugnis richtig einschätzen können.mehr