BER soll im Herbst fertig sein

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der
FBB, zeigt das im Bau befindliche Terminal 2 am Hauptstadtflughafen
BER.
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Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der FBB, zeigt das im Bau befindliche Terminal 2 am Hauptstadtflughafen BER.

 © Burkhard Fraune
25.01.2019 - 18:50 Uhr

Noch gibt es Zeitpuffer, betonen die Verantwortlichen. Im nächsten Jahr wollen sie den Flughafen endlich eröffnen. Doch der Teufel steckt im Detail.

Berlin (dpa) - Acht Jahre nach dem ersten Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen soll er in diesem Herbst offiziell fertiggestellt werden und ein Jahr später in Betrieb gehen. Das bekräftigten die Verantwortlichen nach einer Aufsichtsratssitzung.

Noch sind aber mehrere tausend Mängel an Kabeltrassen zu beheben, die Brandmeldeanlage ist noch nicht fertig. Der Tüv bezweifelt, dass übergreifende Tests der Anlagen schon wie geplant im Frühsommer beginnen können.

Unterdessen geht die Debatte weiter, ob der Berliner Flughafen Tegel nach dem Start des BER wirklich geschlossen werden soll. Nach Lufthansa-Chef Carsten Spohr schlug sich auch Karsten Mühlenfeld auf die Seite der Befürworter des Parallelbetriebs. Mühlenfeld war bis vor zwei Jahren Flughafenchef in Berlin.

Im BER-Terminal werden noch immer Baumängel abgearbeitet, die Flughafengesellschaft sprach am Freitag von Fortschritten. Allerdings werde Bosch die Brandmeldeanlage nicht wie geplant Anfang Februar fertigstellen, sondern im März, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Es gebe aber noch Zeitpuffer.

Kritisch sind die Arbeiten an Kabeln für die Notstromversorgung und die Sicherheitsbeleuchtung, für die die Firma ROM verantwortlich ist. Es werden etwa falsche Dübel ersetzt und falsch verlegte Leitungen korrigiert - eine Aufgabe, die vor drei Jahren unter Flughafenchef Mühlenfeld als weitgehend abgeschlossen gemeldet wurde. Lütke Daldrup sagte nun: "Das wird uns sicher noch einige Monate beschäftigen."

Der Tüv rechnet nicht mit so schnellen Fortschritten wie die Betreiber, machte Flughafen-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider deutlich. Beide Seiten bewegten sich hier aber aufeinander zu.

Derweil ist unklar, ob die Lufthansa ihr Wartungsgeschäft in Schönefeld mit mehreren hundert Mitarbeitern nach Eröffnung des BER vollständig aufrecht erhält. Der Konzern unterhält zwar einen neuen Hangar für kurze Wartungsarbeiten über Nacht. Für grundlegende Instandhaltungsarbeiten nutzt sie aber einen alten Hangar, der nach 2021 zugunsten eines Rollwegs abgerissen werden soll.

Lütke Daldrup sagte, man halte der Lufthansa die Fläche für den Bau eines Ersatzhangars frei, sie habe bisher aber nicht angenommen. "Auf meine Fragen dazu bekomme ich derzeit keine klare Auskunft." Von der Lufthansa Technik war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

Im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses säte Lütke Daldrups Vorgänger Zweifel an der Kapazität des neuen Flughafens. Er forderte, Tegel parallel in Betrieb zu lassen. "Die zwei Startbahnen am BER geben die Kapazität niemals her, die in Berlin nötig ist", sagte Mühlenfeld. "Man braucht in Berlin auch eine dritte Startbahn, und was bietet sich da mehr an, als eine Startbahn in Tegel offen zu halten?"

Beschlossen ist, dass Tegel spätestens ein halbes Jahr nach der für Oktober 2020 geplanten Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld schließt. Mühlenfeld war von 2015 bis 2017 Flughafenchef. Damals sprach er sich dafür aus, Tegel zu schließen - weil es Linie der Eigentümer war, der Länder Berlin und Brandenburg und des Bundes, wie er am Freitag erläuterte. Heute arbeitet Mühlenfeld für Ryanair. Die irische Fluggesellschaft will Tegel offenhalten.

Mühlenfeld kritisierte im Rückblick auf seine Amtszeit, die Aufgaben der Gesellschafterversammlung, des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung seien nicht klar getrennt gewesen. "Der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden agierte eher als Obergeschäftsführung." Das Kontrollgremium unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) habe sich zu sehr eingemischt und Organisationsänderungen verhindert, die den Bau beschleunigt hätten.

Der Aufsichtsrat trennte sich von Mühlenfeld 2017 im Streit um eine Personalie in der Flughafengesellschaft. Den Geschäftsführer-Posten übernahm das damalige Ratsmitglied Lütke Daldrup, Müllers Flughafenkoordinator. "Mein Nachfolger hat mit mir meinen Auflösungsvertrag verhandelt", bemerkte Mühlenfeld.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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