Deutsche Bank im Fokus von Trumps Russland-Affäre

Die Deutsche Bank muss in den USA 41 Millionen Dollar (36,7
Millionen Euro) Strafe zahlen, weil sie nur unzureichend gegen
Geldwäsche vorgegangen sein soll. Die Fed erteilte dem Geldinstitut
zudem die Auflage, seine internen Kontrollen zu verbessern.
Bild 1 von 1

Die Deutsche Bank muss in den USA 41 Millionen Dollar (36,7 Millionen Euro) Strafe zahlen, weil sie nur unzureichend gegen Geldwäsche vorgegangen sein soll. Die Fed erteilte dem Geldinstitut zudem die Auflage, seine internen Kontrollen zu verbessern.

 © Justin TALLIS - AFP/Archiv
25.05.2017 - 06:43 Uhr

In den Untersuchungen zur Russland-Affäre rund um US-Präsident Donald Trump ist nun auch die Deutsche Bank in den Fokus geraten. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten in einem am Mittwoch in Washington bekannt gewordenen Brief das Finanzinstitut auf, seine Geschäftsbeziehungen zu dem Immobilienmilliardär offenzulegen und mögliche Informationen über dessen Verbindungen nach Russland zu übermitteln.

Die fünf Parlamentarier verwiesen auf Berichte, wonach die Trump-Unternehmen der Deutschen Bank insgesamt 340 Millionen Dollar (rund 304 Millionen Euro) schulden. Der Kongress wisse bislang nicht, ob die Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen", hieß es in ihrem Brief an Deutsche-Bank-Chef John Cryan.

Die Abgeordneten wollen nach eigenen Angaben herausfinden, ob russische Regierungsmitglieder, Oligarchen oder kriminelle Bandenchefs einen "Finanzhebel" gegen Trump in der Hand hätten, um ihn und seine Regierung unter Druck zu setzen - so führten sie in einem weiteren Brief an Finanzminister Steven Mnuchin aus, in dem sie ebenfalls diesbezügliche Dokumente anforderten.

In der Russland-Affäre geht es um mögliche illegale Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung. Die Affäre wird von mehreren Kongressausschüssen sowie der Bundespolizei FBI untersucht. In der vergangenen Woche setzte das Justizministerium den früheren FBI-Chef als Sonderermittler auf die Affäre an. Trump bezeichnet die Vorwürfe als "Hexenjagd" und bestreitet Absprachen mit Moskau vor seinem Amtsantritt.

Die Abgeordneten der Demokraten beschrieben nun die Beziehungen zwischen Trump und der Deutschen Bank als "unkonventionell". Sie hoben hervor, dass das Institut eine der wenigen Banken war, die ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Immobilienmogul fortgesetzt hatten, nachdem in den 90er Jahren mehrere seiner Casinos pleite gegangen waren.

Auch verwiesen die Oppositionsabgeordneten darauf, dass die Deutsche Bank in Moskau in früheren Jahren in Geldwäsche-Praktiken verwickelt gewesen sei. Sie forderten die Bank deshalb auch auf, sämtliche Dokumente und Korrespondenzen zu diesen Praktiken vorzulegen. Eine Sprecherin der Deutschen Bank in den USA wollte den Brief nicht kommentieren.

Das Finanzinstitut hatte zu Beginn des Jahres wegen der Geldwäsche-Vorwürfe in einen Vergleich mit den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien eingewilligt, der sich auf insgesamt 588 Millionen Euro beläuft. Dabei geht es um Praktiken an den Deutsche-Bank-Standorten in Moskau, London und New York in den Jahren 2011 bis 2015. Insgesamt sollten damit zehn Milliarden Dollar gewaschen werden.

Der Ruf der Deutschen Bank in den USA hat in den vergangenen Jahren auch durch ihren Handel mit faulen Hypothekenpapieren im Vorfeld der Finanzkrise von 2008 stark gelitten. Wegen dieser dubiosen Geschäfte schloss das Institut im vergangenen Dezember mit dem US-Justizministerium einen Vergleich über 7,2 Milliarden Dollar ab.

Quelle: 2017 AFP
Kommentare
Top-Themen
Im Alter von 91 Jahren ist der legendäre französische Spitzenkoch und Vater der Nouvelle Cuisine Paul Bocuse gestorben.mehr
Unter dem Motto Wir haben es satt sind am Samstag in Berlin zahlreiche Demonstranten für eine Wende in der ...mehr
Der Brexit lässt die Kekspackungen der bei den Briten beliebten Marke McVitie's schrumpfen: Wegen des fallenden ...mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Anzeige
Anzeige
Top-Artikel
Ob großer Familieneinkauf oder die Besorgungen für einen Single-Haushalt: Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
"Ich bin doch nicht blöd" oder "Bin ich schon drin?": Spielen Sie unser Quiz und erraten Sie, welcher Slogan zu welcher Marke gehört! mehr
Eine wichtige Zusatz-Qualifikation: Lernen Sie schnell und einfach das Zehn-Finger-Tippsystem!mehr
Anzeige