Deutsche Handelsflotte schrumpft weiter

«Wir verlieren an vielen Schiffen das Eigentum, weil die Banken
Schiffe teilweise unter Verkehrswert verkaufen, um ihre Bilanzen zu
bereinigen», sagt VDR-Präsident Alfred Hartmann.
Bild 1 von 1

«Wir verlieren an vielen Schiffen das Eigentum, weil die Banken Schiffe teilweise unter Verkehrswert verkaufen, um ihre Bilanzen zu bereinigen», sagt VDR-Präsident Alfred Hartmann.

 © Axel Heimken
07.12.2018 - 07:05 Uhr

Die deutsche Schifffahrt hat sich von einer Wachstums- zur Schrumpfbranche gewandelt. Der Standort sei aber weiter stark beim Management von Schiffen für fremde Eigentümer, hieß es auf der Jahresversammlung des Reederverbandes.

Hamburg (dpa) - Die deutsche Handelsflotte ist mit der Dauerkrise der vergangenen Jahre stark geschrumpft. Im November waren noch 2359 Schiffe mit deutschen Eignern auf den Weltmeeren unterwegs, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit.

Das ist mehr als ein Drittel weniger als der Höchststand mit 3784 Schiffen im Jahr 2011. "Wir verlieren an vielen Schiffen das Eigentum, weil die Banken Schiffe teilweise unter Verkehrswert verkaufen, um ihre Bilanzen zu bereinigen", sagte VDR-Präsident Alfred Hartmann am Donnerstagabend anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbands.

"In vielen Fällen lassen die neuen Eigentümer die Bereederung der Schiffe zunächst in unseren Händen. Es ist anerkannt, dass wir das vorzüglich beherrschen", erklärte der Verbandspräsident. Diese Dienstleistung trage jedoch nur so lange, wie sie vom Standort Deutschland aus wettbewerbsfähig angeboten werden könne. Es dürfe nicht sein, dass ein Konkurrent für das Management eines Schiffes ausgewählt werde, gerade weil er nicht in Deutschland sitze. "Da haben wir einige Sorgen", sagte Hartmann.

Die Schifffahrt hat eine zehnjährige Krise hinter sich, die zu etlichen Insolvenzen und einer Marktkonzentration geführt hat. Wegen Überkapazitäten am Weltmarkt sind die Frachtraten für Container abgestürzt, etliche Reedereien kamen in wirtschaftliche Bedrängnis, Banken leiden noch heute unter faulen Schiffskrediten in Milliardenhöhe.

Deutsche Geldhäuser und Schiffsfinanzierer haben sich weitestgehend aus dem Markt zurückgezogen. Neue Kapitalgeber kommen meist aus dem Ausland. Die Standortbindung der deutschen Reedereien komme dadurch erneut unter enormen Druck, sagte Hartmann. In der Containerschifffahrt liegt die deutsche Schifffahrt aber immer noch vorne bei der Frachtkapazität: Mit einem Marktanteil von 16,4 Prozent nach Tonnage nimmt sie weltweit die führende Position ein.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Neues Jahr – neue Regeln! Jedes Jahr müssen die Bürger in Deutschland zahlreiche Gesetzesänderungen beachten – so auch ...mehr
Der Warnstreik bei der Bahn am Montag hat Millionen Kunden hart getroffen. Nun wird wieder verhandelt. Für die ...mehr
Es geht um Prozente, Laufzeiten und Einmalzahlungen - wie viel Geld die Eisenbahner künftig bekommen, darum wird noch ...mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Video
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Anzeige
Anzeige
Top-Artikel
Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
Was ist eigentlich erlaubt, wenn man aus Krankheitsgründen doch einmal zu Hause bleiben muss? Strikte Bettruhe oder ist auch der Gang an die frische Luft möglich?mehr
Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht. Und so müssen sich auch die deutschen Gerichte oft mit Fällen beschäftigen, die sich Hollywood wohl kaum besser hätte ausdenken können. Die ...mehr
Arbeitszeugnis-Quiz
Ein Arbeitszeugnis steckt voller versteckter Bewertungen. In unserem Test können Sie prüfen, ob Sie Ihr Zeugnis richtig einschätzen können.mehr
Tipptrainer
Eine wichtige Zusatz-Qualifikation: Lernen Sie schnell und einfach das Zehn-Finger-Tippsystem!mehr
Anzeige