Etwa jeder zweite Erwerbstätige in vergangenen Jahren von Lebenskrise betroffen

Wer erfährt, dass seine geleistete Arbeit sinnlos war, strengt
sich künftig im Job weniger an. Das beobachteten Wissenschaftler
vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einem
Verhaltensexperiment.
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Wer erfährt, dass seine geleistete Arbeit sinnlos war, strengt sich künftig im Job weniger an. Das beobachteten Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einem Verhaltensexperiment.

 © Oliver Berg - dpa/AFP/Archiv
14.09.2017 - 09:10 Uhr

Eine schwere Krankheit, der Tod des Partners oder finanzielle Probleme: Rund die Hälfte der Erwerbstätigen war nach einer AOK-Umfrage in den vergangenen Jahren von einer Lebenskrise betroffen, die sich nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirkte. Knapp 59 Prozent berichten von körperlichen und fast 80 Prozent von psychischen Problemen.

Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich laut der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage in der eigenen Leistungsfähigkeit eingeschränkt (53 Prozent). Ähnlich viele Menschen geben an, trotz einer durch die Ereignisse bedingten Erkrankung zur Arbeit gegangen zu sein (49 Prozent). Mehr als ein Drittel fühlte sich aufgrund der Krise unzufrieden mit der Arbeit (37 Prozent) oder hat sich häufiger krank gemeldet (34 Prozent).

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) befragte für seinen Fehlzeitenreport im Januar und Februar dieses Jahres rund 2000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren zu Lebenskrisen in den vergangenen fünf Jahren.

Betroffen waren demnach die Hälfte aller Befragten (52 Prozent). Während die Unterschiede zwischen Männern und Frauen marginal sind, ist der Einfluss des Alters erwartungsgemäß erheblich: So berichtet mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter 30 Jahren (38 Prozent) über persönliche Krisen, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies schon fast zwei Drittel (knapp 65 Prozent).

Wird nach dem schlimmsten Ereignis gefragt, wird am häufigsten über schwere Erkrankungen in der Familie berichtet (14 Prozent), dicht gefolgt von belastenden Konflikten im privaten Umfeld (13 Prozent), Trennung (13 Prozent) oder Tod eines Familienangehörigen (zehn Prozent). Bereits auf Rang fünf steht mit Mobbing oder Streit am Arbeitsplatz eine das Berufsleben betreffende Krise (neun Prozent).

Das Unternehmensklima und das Gesundheitsmanagement im Betrieb spielen demnach eine erhebliche Rolle. Rund 42 Prozent der Befragten haben Verständnis und Rücksichtnahme im Unternehmen erfahren, ein Drittel nennt klärende Gespräche mit dem unmittelbaren Vorgesetzten. Flexible Arbeitszeiten oder Teilzeitarbeit werden von jedem Fünften genannt, über eine Freistellung von der Arbeit wie unbezahlter Urlaub und die Vermittlung professioneller Hilfe berichten jeweils zwölf Prozent der Betroffenen.

Immerhin fast ein Fünftel der von einer Lebenskrise Betroffenen gibt allerdings an, keine betriebliche Unterstützung erhalten zu haben (18,5 Prozent). Vor allem kleinere Unternehmen haben der AOK zufolge Nachholbedarf bei Unterstützungsangeboten.

Insgesamt blieb der Krankenstand bei den AOK-Versicherten 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,3 Prozent stabil. Damit fehlte jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Quelle: 2017 AFP
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