IG Metall droht im Streit über Arbeitszeiten mit härteren Streiks

Begleitet von umfangreichen Warnstreiks läutet die IG Metall am
Donnerstag die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der Metall-
und Elektroindustrie ein.
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Begleitet von umfangreichen Warnstreiks läutet die IG Metall am Donnerstag die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ein.

 © Carsten Rehder - dpa/AFP/Archiv
11.01.2018 - 04:02 Uhr

Begleitet von umfangreichen Warnstreiks läutet die IG Metall am Donnerstag die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ein. Im baden-württembergischen Böblingen werden sich am Nachmittag erstmals in diesem Jahr Gewerkschaftsvertreter mit dem regionalen Arbeitgeberverband Südwestmetall zusammensetzen. Seit dem Ende der Friedenspflicht zu Jahresbeginn gingen nach Angaben der Gewerkschaft insgesamt bereits rund 160.000 Beschäftigte für ihre Forderungen auf die Straße.

Für Donnerstag sind erneut Metaller in einer Reihe von Bundesländern zu kurzfristigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sagte dazu am Mittwoch in der Frankfurter Zentrale: "Wenn die Arbeitgeber ihre Vetohaltung nicht aufgeben und mit uns über Arbeitszeiten sprechen, müssen wir härtere Geschütze auffahren." Das könnten erstmals Warnstreiks über 24 Stunden oder eine Urabstimmung über Flächenstreiks sein.

Größter Streitpunkt zwischen den Tarifparteien ist die Gewerkschaftsforderung nach einem Recht auf eine befristete 28-Stunden-Woche, teilweise mit Ausgleichszahlungen. Diese sehen die Arbeitgeber aber als rechtswidrig an, weil sie eine Ungleichbehandlung gegenüber Beschäftigten, die bereits in Teilzeit sind, bedeuteten.

Außerdem will die IG Metall sechs Prozent mehr Lohn für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche. Hier hatten die Arbeitgeber bislang nur zwei Prozent geboten. Sie forderten aber wiederum von der Gewerkschaft, mehr Beschäftigte länger als 35 Stunden arbeiten lassen zu dürfen.

Hofmann wies am Mittwoch darauf hin, dass die Metaller ohnehin im Schnitt 39,3 Stunden pro Woche arbeiten würden. Den Widerstand gegen einen Teil-Lohnausgleich für Beschäftigte, die wegen Kindern oder pflegebedürftiger Angehöriger kürzer treten, könne er nicht verstehen. "Das kostet weniger als ein Prozent der bisherigen Lohnkosten", sagte er.

Und den Industriekonzernen gehe es glänzend: Nach Schätzung seines Hauses könnten sie für das Jahr 2017 wohl 18 Milliarden Euro Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten - wenn die Gewerkschaft dem nicht zuvorkommt und die Mitarbeiter entsprechend besser beteiligt.

Bis Ende des Monats wünscht sich Hofmann, dass die beiden Seiten nicht nur ständig ihre Forderungen und Veto-Positionen wiederholen, sondern "echte Verhandlungsstrukturen" aufbauen. Sonst werde der Gewerkschaftschef seine Drohungen wahrmachen müssen.

Quelle: 2018 AFP
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