IG Metall Küste und Nordmetall übernehmen Tarifabschluss aus Baden-Württemberg

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet einem
Medienbericht zufolge mit einem besonders streikintensiven Jahr
2018. "Abgesehen von 2015 ist in diesem Jahr insgesamt das höchste
Niveau seit 1993 zu erwarten", sagte IW-Tarifexperte Hagen
Lesch.
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Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet einem Medienbericht zufolge mit einem besonders streikintensiven Jahr 2018. "Abgesehen von 2015 ist in diesem Jahr insgesamt das höchste Niveau seit 1993 zu erwarten", sagte IW-Tarifexperte Hagen Lesch.

 © Daniel Reinhardt - dpa/AFP/Archiv
09.02.2018 - 12:04 Uhr

Nach dem Durchbruch im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie folgt das Tarifgebiet Küste der Einigung in Baden-Württemberg. Der Arbeitgeberverband Nordmetall und der Bezirk Küste der Gewerkschaft IG Metall einigten sich auf die Übernahme der Tarifeinigung für die 140.000 Mitarbeiter des Gebiets, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Auch andere Bezirke könnten den in der Nacht zum Dienstag erzielten Pilotabschluss von Baden-Württemberg übernehmen.

Die IG Metall Küste verhandelt für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein. Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigten sich am Donnerstagabend gemäß der Vereinbarung aus dem Südwesten auf 4,3 Prozent mehr Lohn, Zusatzzahlungen sowie das generelle Recht auf die 28-Stunden-Woche. Beschäftigte, die kleine Kinder betreuen, einen Angehörigen pflegen oder in Schichten arbeiten, können unter bestimmten Voraussetzungen mehr Freizeit statt des Zusatzentgelts wählen.

"Mit viel Druck aus den Betrieben und guten Verhandlungen haben wir dafür gesorgt, dass die Beschäftigten deutlich mehr Geld bekommen", erklärte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, auch mit Blick auf tagelange Streiks zur Erhöhung des Drucks auf die Arbeitgeber. Genauso wichtig sei aber der "Einstieg in ein modernes Arbeitszeitmodell".

Auch Nordmetall begrüßte die erfolgreichen Übernahmeverhandlungen. Die Vereinbarungen seien "auch für den Norden ein Zukunftsmodell", erklärte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. In der Fläche werde es keine zusätzlichen Belastungen für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie geben. "Regionale Zusatzforderungen" seien abgewehrt worden.

Dabei geht es um regionale Anpassungen für das ostdeutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Auch die IG Metall erklärte, zu einer Angleichung der Schichtzulagen sowie zur Bezahlung von Wasch- und Umkleidezeiten sei Nordmetall "nicht bereit" gewesen. Bei diesen Themen werde die IG Metall aber "nicht locker lassen".

Bezirksleiter Geiken zufolge wurde für Mecklenburg-Vorpommern eine Gesprächsverpflichtung zur weiteren Verbesserung der dortigen Arbeitsbedingungen vereinbart. "Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird es Zeit, diesen Prozess zu starten", erklärte er. Bis Ende 2019 soll demnach eine Arbeitsgruppe aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern klären, ob und wie eine solche Verbesserung erfolgen kann.

Dem Beispiel der Küste könnte demnächst Nordrhein-Westfalen folgen. Die dortige IG Metall kündigte für kommenden Mittwoch eine neue Runde von Tarifverhandlungen in Düsseldorf an. Dabei solle über die "Übernahme des Pilotabschlusses aus Baden-Württemberg" verhandelt werden, hieß es am Freitag.

Quelle: 2018 AFP
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