Lufthansa baut Angebot an Billigfliegern aus

Mit einem größeren Angebot an Billigfliegern will die
Fluggesellschaft Lufthansa dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch
Golf-Airlines und Billig-Airlines entgegenwirken.
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Mit einem größeren Angebot an Billigfliegern will die Fluggesellschaft Lufthansa dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch Golf-Airlines und Billig-Airlines entgegenwirken.

 © Patrik Stollarz - AFP
09.07.2014 - 17:09 Uhr

Mit einem größeren Angebot an Billigfliegern und einer luxuriöseren Haupt-Marke will sich die Lufthansa dem zunehmenden Konkurrenzdruck in der Luftfahrtbranche entgegenstellen. Der Konzern plane, sein Konzept, das er bei der Billig-Tochter Germanwings eingeführt habe, zu einer "Wings-Familie" zu erweitern, sagte Vorstandschef Carsten Spohr in Seeheim bei Darmstadt. Anleger nahmen die Pläne mit Wohlwollen auf, der Börsenkurs der Airline stieg um über zwei Prozent.

Den preiswerteren Konkurrenten wie Easyjet oder Ryanair will die Lufthansa auf den europäischen Strecken ein eigenes, erweitertes Billig-Angebot entgegensetzen. Als Ergänzung zu der von und nach Deutschland fliegenden Billigmarke Germanwings plane der Konzern, mit seiner Tochtergesellschaft Eurowings ab dem kommenden Frühjahr einen zweiten günstigen Anbieter für Europa-Strecken, sagte Spohr. Ansprechen will das Unternehmen mit dem Angebot demnach vor allem Privatreisende. "Der Fokus ist hier auf besonders preissensiblen Kunden", sagte Spohr.

Im Rahmen des groß angelegten konzernweiten Umbauprogramms "Score" hatte die Lufthansa erst im vergangenen Jahr Germanwings aufgewertet. Stück für Stück übernimmt die günstigere Tochtergesellschaft seitdem von der Lufthansa-Marke die europäischen Direktflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München. Die Germanwings-Flotte soll in diesem Zusammenhang bis Frühjahr 2015 von derzeit 23 auf 60 Flugzeuge anwachsen, sagte Spohr.

Auf der Langstrecke muss sich die Lufthansa vor allem gegen die Konkurrenz der staatlich finanzierten Golf-Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways behaupten. Sie setzt dazu zum einen auf Joint-Ventures mit Airlines in Amerika und Asien, wie erst Anfang der Woche mit Air China vereinbart.

Zudem verfolge die Lufthansa als erster europäischer Konzern den Plan, ab Ende 2015 eine neue Billigmarke für Langstreckenflüge zu initiieren. Es werde derzeit noch geprüft, ob Lufthansa diese Plattform im Alleingang aufbauen werde oder mit einem Partner-Unternehmen, sagte Spohr. Als möglicher Partner hat demnach Turkish Airlines gute Karten. Mit dem türkischen Konzern liefen bereits Gespräche über eine Zusammenarbeit. Ein Name für die neue Marke stehe noch nicht fest. Starten sollten die Flieger dieser Billig-Langstrecken-Linie voraussichtlich von München oder Nordrhein-Westfalen aus.

Die Lufthansa-Marke selbst solle derweil mit mehr Luxus glänzen und zu einer Fünf-Sterne-Airline werden. Das beinhalte etwa ein besseres Catering in der Business-Klasse, einen verbesserten Premium-Check-In an den Flughäfen in Frankfurt am Main und München oder einen persönlichen Service an Bord.

Spohr präsentierte die neuen Pläne gut zwei Monate nach seinem Amtsantritt als Vorstandschef. An dem unter seinem Vorgänger Christoph Franz 2012 initiierten "Score"-Programm halte der Konzern auch weiter fest, sagte Spohr. An der dahinter stehenden kontinuierlichen Stückkostensenkung wolle der Konzern auch nach dem offiziellen Abschluss des Programms Mitte 2015 festhalten.

Den Anlegeren schienen die Ankündigungen des Lufthansa-Chefs zu gefallen. Die Aktie des Dax-Konzerns stieg um über zwei Prozent auf zwischenzeitlich 15,47 Euro an. Sie war damit der Gewinner im deutschen Leitindex.

Quelle: 2014 AFP
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