Mieten in Berlin um fast zehn Prozent gestiegen

In Berlin sind die Mieten seit 2015 im Schnitt um fast zehn
Prozent gestiegen.
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In Berlin sind die Mieten seit 2015 im Schnitt um fast zehn Prozent gestiegen.

 © Patrick Pleul - ZB/AFP/Archiv
19.05.2017 - 10:47 Uhr

Begehrtes Berlin: Die hohe Nachfrage auf dem knappen Wohnungsmarkt hat die Mieten in der Hauptstadt kräftig steigen lassen. Sie kletterten binnen zwei Jahren um fast zehn Prozent auf einen Durchschnittswert von knapp 6,40 Euro pro Quadratmeter, wie Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Freitag mitteilte. Laut Eigentümerverband Haus & Grund ist das Mietniveau tatsächlich noch höher.

Lompscher stellte den Mietspiegel 2017 vor. Im Vergleich zum Mietspiegel 2015 kletterten die Mieten demnach jährlich um 4,6 Prozent. Die durchschnittliche Nettokaltmiete stieg von 5,84 Euro pro Quadratmeter auf 6,39 Euro monatlich. Die Senatorin nannte sowohl die anhaltende Anziehungskraft der Hauptstadt als auch die Wohnungsknappheit als Gründe.

Abhilfe schaffen müsse der weitere Neubau insbesondere von preiswerten Wohnungen, erklärte Lompscher. Die Linken-Politikerin kritisierte zudem die "begrenzten Möglichkeiten der Mietpreisregulierung" und forderte die Bundespolitik auf, Mieterhöhungsmöglichkeiten stärker zu begrenzen.

In Berlin gilt zwar seit fast zwei Jahren die Mietpreisbremse, wonach die Miete bei Wiedervermietung die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent überschreiten darf. Doch dies können Mieter nur sehr selten überprüfen, wie auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kürzlich einräumte: "Es hat sich gezeigt, dass Vermieter die Vormiete bei neuen Interessenten nicht nennen." Er will die Mietpreisbremse daher verschärfen und unter anderem den Vermieter künftig dazu verpflichten, von sich aus automatisch die Vormiete offenzulegen.

Der Vorsitzende des Berliner Landesverbands Haus & Grund, Carsten Brückner, erklärte am Freitag dagegen, nur private Investitionen in Wohnraum würden den Bedarf in den nächsten 25 Jahren decken können. Er kritisierte hier "schwerfällige Genehmigungsverfahren" wie Erschwernisse beim Dachgeschossausbau, die zur Wohnungsknappheit und damit zu höheren Mieten beitrügen.

Haus & Grund Berlin erkennt den Mietspiegel 2017 für die Hauptstadt nicht an. Lediglich 75 Prozent der am Stichtag des 1. September 2016 erhobenen Daten hätten Berücksichtigung gefunden, kritisierte Brückner. "Das führt zu einem Bild, das nicht der Wirklichkeit entspricht, um das Mietniveau künstlich zu senken."

Der Verband bemängelt den Wegfall wohnwerterhöhender Eigenschaften im neuen Mietspiegel: Ein Aufschlag wegen Sondermerkmalen wie Stuck, Parkett oder Balkon war nicht mehr möglich. Dafür stiegen allerdings die Oberwerte im aktuellen Mietspiegel.

Ein Mietspiegel bietet Mietern und Vermietern eine aktuelle Orientierung für die ortsüblichen Mietpreise. Anhand des Mietspiegels können Mieter Forderungen nach einer höheren Mietzahlung überprüfen.

Quelle: 2017 AFP
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