Pläne für besseren Nahverkehr in Modellstädten kommen voran

In den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zur Verbesserung der
Luft in den Städten kommt Bewegung.
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In den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zur Verbesserung der Luft in den Städten kommt Bewegung.

 © Roland Weihrauch - dpa/AFP/Archiv
28.06.2018 - 12:51 Uhr

Die Pläne für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in fünf Modellstädten kommen voran. Wie am Donnerstag aus betroffenen Städten und dem Bundesumweltministerium bekannt wurde, ist am Freitag ein Treffen auf Arbeitsebene in Berlin geplant, bei dem über die Mobilitätskonzepte von Bonn, Essen, Reutlingen, Mannheim und Herrenberg gesprochen werden soll. Einige Städte wollen den Nahverkehr dabei deutlich vergünstigen.

Wie das "Handelsblatt" berichtete, wollen Bonn und Reutlingen ein Jahresticket für 365 Euro testen - nach dem Vorbild der österreichischen Hauptstadt Wien, die bereits die Nutzung des Nahverkehrs für einen Euro am Tag anbietet. Eine Sprecherin der Stadt Bonn sagte AFP, am Freitag sei ein mehrstündiges Treffen geplant, bei dem die Städte erfahren würden, welche Maßnahmen das Ministerium für förderfähig erachtet. Anschließend müssten entsprechende Anträge gestellt werden. Berlin habe ein vereinfachtes Verfahren zur raschen Umsetzung signalisiert.

Die Städte Essen und Herrenberg bestätigten das Arbeitstreffen, demnach reichten alle Städte eine Reihe von Vorschlägen zur Luftverbesserung ein. Dem "Handelsblatt" zufolge plant Essen, sein 30-Monate-Ticket für die Hälfte anzubieten, Mannheim will seine Preise um bis zu ein Drittel senken.

Herrenberg will nach Plänen, die AFP vorliegen, unter anderem sein City-Monatsticket 50 Prozent günstiger anbieten, "um Verkehr aus den Stadtteilen und den benachbarten Kommunen auf den ÖPNV zu lenken". Außerdem ist ein beschleunigter Ausbau des Radverkehrs geplant.

Das Bundesumweltministerium bestätigte lediglich, dass es ein Arbeitstreffen geben werde, bei dem die von den Städten vorgeschlagenen Maßnahmen erörtert würden. Teilnehmen würden aber nicht die Oberbürgermeister der Städte, sagte ein Sprecher.

Im Februar hatte die Bundesregierung bei der EU die Idee eines kostenlosen Nahverkehrs als mögliche Maßnahme zur Verbesserung der Luft in den Städten ins Spiel gebracht und damit für heftige Diskussionen gesorgt. Auch dabei ging es um die fünf Modellstädte.

Ein kostenloser Nahverkehr wird wohl nicht kommen. Dem "Handelsblatt" zufolge will der Bund aber die Einnahmeausfälle der Kommunen für den verbilligten Nahverkehr bis 2020 ausgleichen und zugleich eine Verbesserung des Nahverkehrsangebots finanzieren. Insgesamt sind dem Bericht zufolge für die Maßnahmen 128,1 Millionen Euro vom Bund vorgesehen, davon 70 Millionen für die Einnahmeausfälle. Dazu wollte sich das Ministerium nicht äußern.

Das Programm soll in den kommenden Wochen von den Bürgermeistern der Städte sowie von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) präsentiert werden, wie es in dem Zeitungsbericht weiter hieß. Die EU-Kommission muss die Förderung des Bundes prüfen und als Beihilfe genehmigen.

Quelle: 2018 AFP
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