Siemens und Alstom stehen offenbar vor Fusion ihrer Zugsparten

Angesichts der aufstrebenenden Konkurrenz aus China feilen der
ICE-Hersteller Siemens und sein französischer Konkurrent Alstom an
einer möglichen Zusammenlegung ihrer Bahnsparten.
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Angesichts der aufstrebenenden Konkurrenz aus China feilen der ICE-Hersteller Siemens und sein französischer Konkurrent Alstom an einer möglichen Zusammenlegung ihrer Bahnsparten.

 © Marijan Murat - dpa/AFP/Archiv
25.09.2017 - 13:58 Uhr

Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus China feilen der ICE-Hersteller Siemens und sein französischer Konkurrent Alstom an einer möglichen Zusammenlegung ihrer Bahnsparten. Dem "Handelsblatt" zufolge berät der Aufsichtsrat von Siemens am Dienstag über eine mögliche Fusion. Auch der Verwaltungsrat von Alstom, der den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV baut, will dann tagen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag in Paris.

Nach der Alstom-Sitzung werde es eine Erklärung der Aufsichtsgremien von Alstom und von Siemens geben, hieß es in Paris weiter. Der französische Konzern hatte bereits am Freitag "Diskussionen" mit Siemens über eine "Annäherung" der Zugsparten bestätigt. Gleichwohl betonte das Unternehmen, noch sei keinerlei Entscheidung gefallen.

Laut "Handelsblatt" könnte Siemens sich auch noch für ein Bündnis mit dem Zughersteller Bombardier aus Kanada entscheiden. Der Aufsichtsrat werde beide Varianten prüfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise.

Französischen Medienberichten zufolge soll Siemens seine Zugsparte bei Alstom einbringen und erhielte dafür einen "großen Anteil" an Alstom. Dem "Handelsblatt" zufolge würde Siemens 50 Prozent des Kapitals der neuen fusionierten Gesellschaft übernehmen.

Mit einer Allianz könnten die beiden Konzerne einen europäischen Eisenbahngiganten schmieden, der es beim Umsatz mit der aufstrebenden Konkurrenz aus China aufnehmen kann. Siemens setzt mit seiner Bahnsparte jährlich 7,8 Milliarden Euro um, bei Alstom sind es 7,3 Milliarden Euro. Mit einer Fusion würden sich beide Konzerne gemeinsam der staatlichen chinesischen CRRC annähern, die auf 18,1 Milliarden Euro kommt.

CRRC war 2015 aus dem Zusammenschluss der beiden größten Zugfabrikanten Chinas, CNR und CSR, entstanden, um eine bessere Position im Wettkampf mit ausländischen Konkurrenten zu erhalten. Gegenwärtig soll CRRC ein Auge auf den tschechischen Hersteller Skoda Transportation geworfen haben. Erst im Dezember besiegelte zudem die CRRC-Tochter Zhuzhou Locomotive den Verkauf von drei Schnellzügen nach Tschechien - das erste Geschäft eines chinesischen Herstellers mit einem Land der Europäischen Union.

Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne bezeichnete eine Fusion der Zugsparten angesichts der erstarkten Konkurrenz aus Fernost am Freitag als "sehr gute Sache". Laut der französischen Zeitung "Les Echos" kam die Initiative zu einem "Airbus der Schiene" von der französischen Regierung - "im Rahmen einer Annäherung zwischen beiden Ländern".

Paris habe jüngst einen "Botschafter" nach Berlin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entsandt, die ihre Zustimmung zu einer "Vertiefung des Themas" gegeben habe. Die Pläne passen zu dem Willen Merkels und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die deutsch-französische Achse zu stärken.

Quelle: 2017 AFP
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