Streikpause beim Bodenpersonal der Berliner Flughäfen bis Ende der Woche

Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen hat am Dienstag
seinen Streik fortgesetzt. Bis einschließlich des Wochenendes gibt
es indes eine Streikpause.
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Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen hat am Dienstag seinen Streik fortgesetzt. Bis einschließlich des Wochenendes gibt es indes eine Streikpause.

 © Ralf Hirschberger - dpa/AFP
14.03.2017 - 14:01 Uhr

Berlin-Reisende können ab Mittwoch vorerst aufatmen: Nach mehrtägigen Streiks des Bodenpersonals an den Flughäfen der Hauptstadt kündigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Streikpause bis zum Ende der Woche an. Am Dienstag dauerte der Arbeitskampf des Bodenpersonals in Schönefeld und Tegel aber an, fast 580 Flugverbindungen wurden gestrichen. Verdi zufolge wurden allerdings in Schönefeld Streikbrecher durch die Fluggesellschaft Ryanair eingesetzt, was bei der Gewerkschaft und der Linkspartei für Empörung sorgte.

Ganztägige Streiks hatte es bereits am vergangenen Freitag und am Montag gegeben, am Dienstagmorgen wurde der Arbeitskampf fortgesetzt. Er sollte bis Mittwochmorgen um 05.00 Uhr dauern.

Bis einschließlich des Wochenendes werde es dann aber erst einmal keine weiteren Streiks geben, kündigte Verdi an. "Wir haben uns zu dieser Streikpause entschlossen, um den Arbeitgebern eine weitere Nachdenkpause zu gewähren", erklärte Verdi-Streikleiter Enrico Rümker.

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) sprach von "massiven Einschränkungen im Flugverkehr" im Laufe des Dienstags und bat alle Passagiere, sich vor dem Beginn ihrer Reise zu informieren. Demnach wurden zunächst 125 Flüge in Schönefeld und 453 Verbindungen in Tegel gestrichen.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein festgefahrener Tarifkonflikt um bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die gut 2000 Beschäftigten der Bodendienste an den Berliner Flughäfen. Am Montag war es gelungen, den Tarifkonflikt für das Bodenpersonal am Stuttgarter Flughafen beizulegen.

"Was an anderen Standorten erreicht wurde, muss auch in Berlin möglich sein", erklärte Verdi. Die Gewerkschaft forderte die Arbeitgeber daher erneut auf, "ein verhandlungsfähiges Angebot" für die Arbeitnehmer in Berlin vorzulegen. Nur so könne der festgefahrene Konflikt beigelegt werden.

Der Gewerkschaft zufolge verschärfte sich der Arbeitskampf zudem am Dienstag durch den Einsatz von Streikbrechern. Demnach versuchte die Fluggesellschaft Ryanair mit eigenem Personal, einen Teil der Flüge abzufertigen. Dazu sei "eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen" worden, das "ohne Sicherheitsüberprüfung" in Schönefeld im Einsatz gewesen sei, kritisierte die Gewerkschaft. Damit werde nicht nur die Sicherheit der Passagiere gefährdet, sondern der "Tarifkonflikt eskaliert".

"Die Vetternwirtschaft zwischen Fluggesellschaft und Bodenverkehrsdienstleister ist ein Skandal", erklärte die gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jutta Krellmann. "Wer Streikbrecher einfliegt, tritt nicht nur die Rechte der Streikenden mit Füßen, hier werden auch Profitinteressen über die Sicherheit der Passagiere gestellt", kritisierte sie.

Parteichef Bernd Riexinger sprach von einer "barocken Dreistigkeit der Arbeitgeber". Diese sei noch ein Grund mehr, den Arbeitskampf fortzusetzen. Der Verdi-Forderung von einem Euro mehr pro Stunde für alle Entgeltgruppen, wie es auch in Stuttgart geglückt ist, schloss sich Riexinger an.

Quelle: 2017 AFP
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