Tarifverhandlungen in der Metallbranche beginnen am Mittwoch

Die einen fordern weniger Arbeitszeit, die anderen mehr: Mit
gegensätzlichen Positionen von Gewerkschaftern und
Arbeitgebervertretern haben am Mittwoch die Tarifverhandlungen in
der Metall- und Elektroindustrie begonnen.
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Die einen fordern weniger Arbeitszeit, die anderen mehr: Mit gegensätzlichen Positionen von Gewerkschaftern und Arbeitgebervertretern haben am Mittwoch die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie begonnen.

 © Christian Charisius - dpa/AFP/Archiv
14.11.2017 - 14:54 Uhr

In der Metall- und Elektroindustrie beginnen ab Mittwoch die Tarifverhandlungen für rund 3,9 Millionen Beschäftigte. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit zeitweise auf 28 Stunden in der Woche zu beschränken. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall lehnt ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit ab und fordert zudem eine Lockerung der Arbeitszeitregelungen.

Den Auftakt machen am Mittwochvormittag die Tarifregionen in Norddeutschland und Berlin/Brandenburg. In Hamburg hat die IG Metall eine Demonstration angekündigt, zu der sie rund tausend Teilnehmer erwartet. Am Nachmittag treffen sich die Verhandler in Baden-Württemberg zum ersten Mal. Am Donnerstag sind dann Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und Nordrhein-Westfalen dran. Am Freitag folgt Sachsen, am kommenden Dienstag Sachsen-Anhalt und am Mittwoch Thüringen.

Für die erste Tarifrunde rechnen die Teilnehmer nicht mit nennenswerten Ergebnissen. Anfang Dezember wollen sie sich ein zweites Mal treffen. Mit dem Jahreswechsel endet die Friedenspflicht: Ab dann sind Warnstreiks möglich.

Neu ist in diesem Jahr die Forderung der IG Metall nach einer phasenweisen Arbeitszeitreduzierung für zwei Jahre mit dem Recht auf die Rückkehr auf Vollzeit. Einen zusätzlichen Lohnausgleich soll es geben, wenn die Beschäftigten wegen Kindern oder Pflege kürzer treten. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen schon auf das Schärfste kritisiert.

"Kürzere Arbeitszeiten bei Lohnausgleich: Das ist eine Stilllegeprämie für Fachkräfte, die zu einer flächendeckenden 28-Stunden-Woche führen würde", sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Dienstag. "Mehr Geld fürs Nichtstun wird es mit uns nicht geben!"

Sollte es bei der dritten Verhandlungsrunde im Januar keine Fortschritte geben, könnte die Gewerkschaft zu einem neuen Instrument greifen: dem Warnstreik über 24 Stunden. Bislang waren Warnstreiks immer nur einige Stunden lang. Derzeit werden die Gewerkschafter in den verschiedenen Regionen im Arbeitskampf geschult.

Quelle: 2017 AFP
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