Unternehmen schlagen Alarm: Fachkräftemangel ist Geschäftsrisiko Nummer eins

Bauarbeiter, Lastwagenfahrer, Lehrer, Köche und Pflegekräfte
dringend gesucht: Schon fast jedes zweite Unternehmen in
Deutschland hat Schwierigkeiten, seine offenen Stellen mit
Fachkräften zu besetzen, wie eine am Dienstag veröffentlichte
Umfrage.
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Bauarbeiter, Lastwagenfahrer, Lehrer, Köche und Pflegekräfte dringend gesucht: Schon fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland hat Schwierigkeiten, seine offenen Stellen mit Fachkräften zu besetzen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage.

 © Sina Schuldt - dpa/AFP/Archiv
13.03.2018 - 14:44 Uhr

Bauarbeiter, Lastwagenfahrer, Lehrer, Köche oder Pflegekräfte dringend gesucht: Schon fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland hat Schwierigkeiten, seine offenen Stellen mit Fachkräften zu besetzen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ergab. Vor einem Jahr hatten dies erst 37 Prozent gesagt. "Der Fachkräftemangel ist Geschäftsrisiko Nummer eins", erklärte Achim Dercks vom DIHK.

Diese Aussage träfen schon 60 Prozent der Firmen - 2010 waren es dagegen nur 16 Prozent. Der DIHK schätzt, dass in Deutschland 1,6 Millionen Stellen längerfristig nicht besetzt werden können. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen.

Die Folgen sind zum einen die Mehrbelastung für die Belegschaft, sagen 73 Prozent der Firmen - eine kurzfristige Ausweichreaktion, aber keine Dauerlösung, wie der DIHK betont. 45 Prozent der Unternehmen fürchten bereits, dass sie ihr Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen müssen.

Der DIHK warnte vor "Kettenreaktionen": Personalmangel am Bau führe zu Einschränkungen beim Wohnungsbau und zu Wohnraumknappheit, zu Einschränkungen beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und damit zu Staus. Produkte kämen nicht rechtzeitig zum Empfänger, weil Fahrer fehlen. Das Bildungsniveau sinke, weil Lehrer fehlen. Schulen blieben baufällig, weil Fachkräfte für Planung und Umsetzung in den Behörden fehlen.

Abhilfe schaffen müssten in erster Linie die Unternehmen selbst, erklärte der DIHK: Sie investierten aber auch 60 Milliarden Euro pro Jahr in Aus- und Weiterbildung. Zugleich seien aber bessere Rahmenbedingungen nötig, damit etwa Eltern, Ältere und Flüchtlinge länger oder überhaupt arbeiten könnten. Auch die berufliche Bildung müsse gestärkt und als "attraktive Karrieremöglichkeit" herausgestellt werden.

Schließlich lasse sich das Arbeitsangebot durch die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte steigern. Fast 30 Prozent der Unternehmen würde laut DIHK-Umfrage die leichtere Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten bei ihren Problemen helfen. Sinnvoll seien "Anpassungen" an das Aufenthaltsrecht.

Quelle: 2018 AFP
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