US-Strafzölle belasten Weltwirtschaft auf Jahre

US-Präsident Trump verhängte Ende Mai Strafzölle auf Stahl und
Aluminium gegen die Europäische Union und viele andere Staaten.
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US-Präsident Trump verhängte Ende Mai Strafzölle auf Stahl und Aluminium gegen die Europäische Union und viele andere Staaten.

 © Timothy D. Easley
11.09.2018 - 11:45 Uhr

Zölle hemmen den Handel zwischen Staaten - das Ausmaß, in dem die USA dies gerade tun, besorgt die deutsche Industrie sehr. Der BDI-Vizechef warnt vor Konsequenzen, die lange anhalten könnten.

Schrobenhausen/Frankfurt (dpa) - Der Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte die Wirtschaft weltweit nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) über Jahre hinweg belasten. BDI-Vizepräsident Thomas Bauer sieht die Entwicklung als hoch riskant an.

"Jeder Strafzoll, jede Handelsbeschränkung in der Welt hat einen massiven Einfluss auf den Welthandel insgesamt", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag. Dies wirke sich auf Dauer auf alle aus - wenn auch unterschiedlich schnell. Denn Handelsbeschränkungen führten generell dazu, dass sich der Wirtschaftskreislauf verlangsame.

Während der Konflikt zwischen den USA und China schon dabei war zu eskalieren, verhängte US-Präsident Donald Trump Ende Mai Strafzölle auf Stahl und Aluminium gegen die Europäische Union und viele andere Staaten. Hinzu kamen Sanktionen gegen den Iran und Russland. "Was Trump macht, ist ein gefährliches Spiel auf allerhöchstem Niveau", sagte Bauer. Dies alles zusammen werde die weltweite Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zehn Jahren beeinflussen.

Das vom BDI-Vize geleitete Tiefbau-Unternehmen Bauer ist zwar nicht von den US-Strafzöllen betroffen, aber von den erst jüngst verhängten Sanktionen gegen den Iran. Neben dem Tiefbaugeschäft entwickelt und fertigt die Bauer AG aus dem oberbayerischen Schrobenhausen auch Maschinen für den Spezialtiefbau-Markt.

"Wir können in dieses Land momentan nicht exportieren, obwohl wir Kunden haben, die gern von uns Baumaschinen kaufen wollen", sagte Bauer. Das Geschäft mit dem Iran sei zwar nicht groß - "aber auch die Promille machen am Ende das Geschäft gut oder schlecht".

Auch die angekündigte Schützenhilfe der EU für Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, kann laut Bauer nichts an der Situation ändern. Die EU hat ein Abwehrgesetz in Kraft gesetzt, mit dem Firmen für mögliche Verluste Entschädigung von den USA verlangen können. Für viele Unternehmen hat dieses Gesetz indes eher Symbolcharakter. Sie haben ihre Aktivitäten in dem Land trotzdem auf Eis gelegt.

"Wenn die Amerikaner unser Geschäft in ihrem Land schließen, weil wir als Konzern im Iran Handel betreiben, dann kann uns die EU auch nicht helfen", betonte Bauer. Der Schaden sei groß. "Der Hebelarm, den die Amerikaner haben, ist so stark, dass man nichts dagegen setzen kann."

Quelle: dpa-infocom GmbH
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