US-Notenbank erhöht Zinsen weiter

Seitdem die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der letzten
großen Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren,
wurde das Zinsniveau schon sieben Mal um je 0,25 Prozentpunkte
erhöht.
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Seitdem die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der letzten großen Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau schon sieben Mal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht.

 © Matthew Cavanaugh
26.09.2018 - 22:09 Uhr

Es ist die achte US-Zinserhöhung seit Ende 2015 und alles andere als überraschend. Denn die US-Wirtschaft brummt. Die Notenbank will eine Überhitzung der Konjunktur verhindern und auch künftig geldpolitisch dagegensteuern - sehr zum Unmut des US-Präsidenten.

Washington (dpa) - Die US-Notenbank Fed bleibt trotz Kritik von Präsident Donald Trump bei ihrem Kurs einer strafferen Geldpolitik. Wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mitteilte, geht sie weiterhin von moderaten Zinsanhebungen aus.

Das deutet darauf hin, dass weitere Zinsschritte folgen. Fed-Chef Jerome Powell unterstrich vor der Presse die Unabhängigkeit der Notenbank und äußerte sich zudem besorgt über die internationalen Handelskonflikte der USA.

Wie von Experten erwartet, hob die Fed den Leitzins um 0,25 Punkte auf eine Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent an. Es ist das achte Mal seit Beginn der Zinswende Ende 2015, dass die Notenbank ihre Geldpolitik strafft. In diesem Jahr ist es bereits der dritte Zinsschritt.

Fed-Chef Powell äußerte sich nach dem Zinsentscheid auch zu möglichen handelspolitischen Risiken für die Wirtschaft. Noch sei kein nennenswerter Effekt durch höhere Zölle festzustellen. Allerdings hätten US-Unternehmen der Fed gegenüber Bedenken zum Ausdruck gebracht. Powell sprach von einem "wachsenden Chor" der Besorgnis. Generell gelte, dass mehr Protektionismus - eine auf Abschottung statt Freihandel setzende Wirtschaftspolitik - keine gute Entwicklung sei.

Zudem machte der Fed-Vorsitzende deutlich, dass die Kritik Trumps keinen Einfluss auf die Geldpolitik habe. "Wir berücksichtigen keine politischen Faktoren", sagte Powell. Die Notenbanker richteten ihre Entscheidungen ausschließlich am Auftrag der Fed aus, die Arbeitslosigkeit niedrig und die Inflation stabil zu halten.

Dem US-Präsidenten sind höhere Zinsen ein Dorn im Auge. Aus Sorge, der aktuelle Wirtschaftsboom in den USA könne ausgebremst werden, hat er die Fed wiederholt öffentlich kritisiert.

Die Fed bekräftigte indes ihre Einschätzung zur Wirtschaftslage. Der Arbeitsmarkt habe sich weiter gefestigt, die wirtschaftliche Aktivität sei mit hohem Tempo gewachsen. Die Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen seien stark expandiert, während die Inflation in der Nähe des Zwei-Prozent-Ziels der Fed liege.

Auf dem Weg hin zu höheren Zinsen will die Fed ihr Tempo offenbar beibehalten. Wie aus neuen Zinsprognosen des geldpolitischen Ausschusses hervorgeht, werden im kommenden Jahr weiterhin drei Anhebungen erwartet. Für das laufende Jahr werden nach wie vor insgesamt vier Erhöhungen erwartet. Am Markt wird damit gerechnet, dass der vierte und letzte Zinsschritt im Dezember erfolgen wird.

Die Prognosen der Notenbanker für das Wirtschaftswachstum fallen für das laufende Jahr deutlich besser aus. Demnach wird für 2018 ein Wachstum von 3,1 Prozent erwartet, nach 2,8 Prozent im Juni. Die Wachstumsprognose für 2019 wurde leicht um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent angehoben, während sie für 2020 unverändert bei 2,0 Prozent bleibt.

Die Aussichten für den bereits auf Vollbeschäftigung zulaufenden Arbeitsmarkt werden weiter günstig eingeschätzt, wobei aber im laufenden Jahr mit einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent gerechnet wird, nach zuvor 3,6 Prozent. Die Prognosen für die Inflationsentwicklung blieben für das laufende Jahr unverändert.

Für Anleger und Volkswirtschaften weltweit haben die Entscheidungen der Fed Auswirkungen. Obwohl sie bei der Straffung ihrer Geldpolitik bislang behutsam vorging, führten steigende Zinsen in den USA und ein stärkerer Dollar dazu, dass verstärkt Kapital aus Schwellenländern in die USA zurückfließt. Dies sorgte zeitweise für heftige Währungsturbulenzen in einigen Staaten.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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