Die Riester-Rente

Häufig belächelt, aber mittlerweile ein Erfolgsprodukt: Die Riester-Rente.
Bild 1 von 1

Häufig belächelt, aber mittlerweile ein Erfolgsprodukt: Die Riester-Rente.

 © Lifesize
von mbr

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für eine zusätzliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente. Als Lohn winken lukrative Zuschüsse von Vater Staat.

Am Anfang galt sie als das hässliche Entlein der Altersvorsorge, doch der vermeintliche Ladenhüter mauserte sich bald zur Erfolgsgeschichte. Nach einem schwierigen Start hat die Riester-Rente heute deutlich an Beliebtheit gewonnen. Mittlerweile haben die Deutschen bereits mehr als 13,6 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen.

Für wen lohnt es sich vor allem?

Am lukrativsten ist die Riester-Rente insbesondere für Geringverdiener. Bereits für einen Mindestbetrag von 60 Euro im Jahr – also gerade mal fünf Euro pro Monat – bekommen sie die volle staatliche Zulage. Unterm Strich müssen sie somit keine eigenen Beiträge leisten. Sehr interessant ist die Riester-Rente ebenfalls für Familien mit Kindern. Neben den Zuschüssen für die Eltern gibt es vom Staat für jedes Kindergeld-berechtigte Kind zusätzliches Geld.

So funktioniert das "Riestern"

Die Riester-Rente, benannt nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester, ist eine private Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Während des aktiven Arbeitslebens werden Beiträge in Rentenversicherungen, Bank- bzw. Fondssparpläne oder auch in so genannte Wohn-Riester-Produkte zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie (z.B. Bausparpläne) eingezahlt – welche jeweils nach den Riester-Kriterien zertifiziert sein müssen. Vom Staat gibt es dafür Zulagen und Steuerfreibeträge. Dadurch liegt die Rendite der Riesterrente meist deutlich über dem Zins für vergleichbare Anlagen.

Wie viel muss gespart werden?

Die Beiträge, die erforderlich sind, um die Maximalförderung zu bekommen, liegen seit 2008 bei vier Prozent des jährlichen Bruttogehalts. Der Betrag setzt sich jedoch zusammen aus den eigenen Zahlungen und der staatlichen Zulage. Man spart also nicht allein, sondern erhält durch die staatliche Förderung Sparbeträge dazu, die direkt in den Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden.

Welche Zuschüsse sind drin?

Als Lohn für die eigene Vorsorge gibt es staatliche Zuschüsse von maximal 154 Euro pro Jahr. Zudem gibt es je Kindergeld-berechtigtes Kind jährlich weitere 185 Euro. Für ab 2008 geborene Kinder zahlt Vater Staat sogar 300 Euro – gerade das macht die Riesterrente eben besonders für Familien mit Kindern so lukrativ. Allerdings: Wird der erforderliche Eigenbeitrag nur teilweise gezahlt, gibt es auch die Zuschüsse nur anteilig.

Wichtig zudem: Die staatlichen Zulagen müssen spätestens nach zwei Jahren beim Anbieter des jeweiligen Riester-Vertrags beantragt werden. Für das Beitragsjahr 2009 muss demnach der Antrag auf Zulagegewährung bis spätestens 31. Dezember 2011 gestellt werden. Alternativ können Riester-Sparer dem Anbieter Ihres Vertrages eine schriftliche Vollmacht zur jährlichen Beantragung der Zulage erteilen (Zulageantrag mit Dauerwirkung).

Berufseinsteiger-Bonus

Für alle unter 25-Jährigen wurde 2008 ein so genannte Berufseinsteiger-Bonus eingeführt. Dieser Bonus in Höhe von einmalig 200 Euro wird – wie die normale Zulage – direkt dem Riester-Vertrag gutgeschrieben. Voraussetzung ist lediglich, dass der Förderberechtigte den erforderlichen Eigenbeitrag von in der Regel jährlich 60 Euro selbst dazu anspart.

Steuerbonus

Neben der Förderung in Form von Zulagen bringt die Riester-Rente auch die Möglichkeit der Steuerentlastung. Bei der jährlichen Steuererklärung können die aufgewendeten Beiträge in Form von Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die Sonderausgaben-Abzüge für Altersvorsorgeaufwendungen betragen maximal 2.100 Euro pro Jahr. Die erhaltenen staatlichen Zulagen werden jedoch von dieser Steuerersparnis abgezogen.

Verzinsung nicht immer garantiert

Bei der Rückzahlung garantieren private Riester-Rentenversicherungen die ursprünglichen Beiträge zusammen mit einer Mindestverzinsung. Diese beträgt derzeit meist 2,25 Prozent. Deutlich größere Gewinne winken da bei Bank- oder Fondssparplänen nach dem Riester-Modell. Letztere bieten – bei entsprechendem Risiko – im Schnitt sieben bis acht Prozent. Eine Garantie gibt es hier allerdings nur für die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge nebst Zuschüssen. Sie eignen sich daher vor allem für jüngere Kunden bis ungefähr Mitte 40, die zwischenzeitliche Verluste auch mal aussitzen können.

Wer bekommt die Zulagen?

Einen Anspruch auf die staatliche Förderung haben alle gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmer, außerdem Beamte, Soldaten und Zivildienstleistende, Eltern im Erziehungsurlaub, freiwillig gesetzlich Rentenversicherte und Arbeitslose. Bei Verheirateten reicht es aus, wenn einer der beiden Ehepartner zum förderberechtigten Kreis gehört. Der andere kann dann über einen eigenen Vorsorgevertrag ebenfalls die staatliche Förderung in Anspruch nehmen.

Beitragsfreistellung und Kündigung möglich

Jeder Riester-Vertrag kann auf Verlangen des Versicherten – beispielsweise bei finanziellen Engpässen – beitragsfrei gestellt werden. In der Zeit entfällt jedoch die staatliche Förderung. In Abstimmung mit dem Versicherer kann der Versicherte die Beitragszahlung jederzeit wieder aufnehmen.

Kündbar sind Riester-Verträge mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende. Wird die angesparte Summe aber nicht vollständig auf einen anderen Altersvorsorge-Vertrag übertragen, müssen die bis dahin erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden.

Vier Prozent Sparleistung zu wenig 

Um die absehbaren Rentenlücken zu stopfen, müssten besonders ältere Arbeitnehmer deutlich höhere Sparleistungen erbringen, als die in der Riester-Reform angepeilten vier Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens. Darauf weist das Deutsche Institut für Altersvorsorge hin. Wer etwa schon 2015 in Rente gehe, solle mindestens sechs Prozent sparen. Wer erst zehn Jahre später in den Ruhestand trete, müsse mindestens noch fünf Prozent auf die Seite legen. Frauen sollten aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung tendenziell mehr sparen. Die Riester-Rente kann also nur ein Baustein der Altersvorsorge sein.

Quelle: freenet.de
Top-Artikel
Das US-Magazins "Forbes" hat wieder einmal ein Ranking mit den reichsten Menschen der Welt veröffentlicht. Als ...mehr
Wir verraten Ihnen, hinter welchem günstigen Produkt eigentlich ein bekannter Markenhersteller steckt!mehr
Jetzt die neuesten Schnäppchen sichern: Wir stellen Ihnen die besten Angebote ab Dienstag, den 2. Mai 2017 vor.mehr
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Top-Artikel
Jetzt die neuesten Schnäppchen sichern: Wir stellen Ihnen die besten Angebote ab Dienstag, den 2. Mai 2017 vor.mehr
"Ich bin doch nicht blöd" oder "Bin ich schon drin?": Spielen Sie unser Quiz und erraten Sie, welcher Slogan zu welcher Marke gehört! mehr
Eine wichtige Zusatz-Qualifikation: Lernen Sie schnell und einfach das Zehn-Finger-Tippsystem!mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige