Ganz legale Vetternwirtschaft

Steuern sparen durch ganz legale Vetternwirtschaft.
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Steuern sparen durch ganz legale Vetternwirtschaft.

 © imago / MIS

Mietverträge, Arbeitsverträge und Kreditvereinbarungen können auch mit Verwandten und Angehörigen abgeschlossen werden. Sie können dabei ganz legal eine Menge Steuern sparen. Doch es ist Vorsicht geboten, bei verwandtschaftlichen Geschäftsverhältnissen schaut das Finanzamt genau hin. Was Sie beachten müssen und wie Sie Erbschaftssteuer sparen.

Steuerprogression nutzen

Die bei weitem häufigste Geschäftsbeziehung unter Verwandten ist der Anstellungsvertrag. Klassisch ist der beim Vater angestellte Sohn, der zuerst als Angestellter, später als Gesellschafter ein Gehalt vom Vater bezieht, das dieser von der Steuer absetzen kann. Es können aber auch Eltern oder Ehepartner mit Anstellungsverträgen oder stillen Beteiligungen versehen werden. So verteilt sich das erwirtschaftete Geld auf mehrere Personen, die alle zusammen dann weniger Steuern zahlen müssen, als einer alleine.

Rentenbeitragsjahre sammeln
Der gemeinsame veranlagte Ehepartner spart als Angestellter allerdings kaum Lohnsteuer, aber dafür immer noch etwas Gewerbesteuer. Und: Der angestellte Ehepartner kann Rentenbeitragsjahre sammeln. Achten Sie aber darauf, dass der Ehepartner keine Privilegien gegenüber den anderen Angestellten bekommt und auch nicht mehr Gehalt als üblich bekommt.

Omi als Nanny
Aber auch die Oma kann ihre Enkelkinder als Angestellte der Eltern betreuen. Zwei Drittel der Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro im Jahr) können abgesetzt werden. Beachten Sie jedoch, dass auch die Großeltern ihre Einkommen versteuern müssen. Eventuelle Einkommensgrenzen bzw. Steuerfreibeträge erfragen Sie am besten bei Ihrem Steuerberater. Frührentner, Altersteilzeitler oder Arbeitslose dürfen nur bis zu einer bestimmten Satz dazu verdienen.

Onkel Gärtner
Verwandte zweiten und dritten Grades können Sie zudem in Ihrem Haushalt beschäftigen, aber natürlich nur, wenn diese nicht in Ihrem Haushalt wohnen. Sie können Ihren Onkel oder Ihre Nichte als Gärtner oder Putzhilfe einsetzen. Auch hier gelten natürlich die Einkommensgrenzen, denen die jeweiligen Personen unterliegen. Aber vielleicht übt ja einer der Verwandten die Tätigkeit sowieso schon hauptberuflich aus.

Fremdvergleich entscheidend
Grundsätzlich gilt: Alle Arbeitsverträge mit Verwandten müssen dem Fremdvergleich standhalten. Alle Bedingungen des Vertrages müssen also so sein, als wenn Sie den Vertrag mit einem Fremden abgeschlossen hätten. Das gilt nicht nur für das Gehalt, sondern auch für andere Vertragsbestandteile, wie Laufzeit, Arbeitsbedingungen usw.

Das Finanzamt überprüft die verwandtschaftlichen Verträge praktisch immer, auch darauf hin, ob ein Vertrag vollständig, eindeutig formuliert und rechtens ist. Das gilt ganz besonders für Kredit- und Mietverträge, und ganz besonders für Schenkungen.

Vermietung an Angehörige
Als Hausbesitzer können Sie übrigens auch an Ihren Sohn, Ihre Mutter usw. Wohnraum vermieten. Lohnen tut sich das vor allem dann, wenn die zu versteuernden Mieteinnahmen geringer sind als die Abschreibung und die Zinsen für die Immobilie. Sie können den marktüblichen Mietpreis um bis zu 25 Prozent unterschreiten, in Einzelfällen sogar noch weiter.

Kredit an Angehörige
Am ehesten lohnt sich das für beide Parteien, wenn der Kreditgeber weniger Einkommen versteuern muss als der Kreditnehmer. Gibt ein Vater seiner Tochter einen Kredit, kann sie die zu zahlenden Zinsen von der Steuer absetzen. Die Zinseinkünfte des Vaters müssen allerdings versteuert werden. Zins und Tilgung müssen im Kreditvertrag ordnungsgemäß festgelegt werden.

Verträge mit Kindern?
Auch an Minderjährige können Wohnungen vermietet werden, wenn die Einkünfte des Kindes es erlauben. Andernfalls tragen die Eltern die Mietkosten, das heißt, das minderjährige Kind muss so viel verdienen, dass auch etwas für die Miete übrig bleibt. Bevor aber ein Vertrag mit einem Unterachtzehnjährigen geschlossen werden kann, muss eine Genehmigung des Vormundschaftsgericht eingeholt werden, außer es handelt sich um eine Schenkung.

Beschenken Sie Ihre Lieben
Ob Sie schenken oder vererben, ist im Prinzip das Gleiche, denn die Steuerfreibeträge sind gleich hoch. Aber Schenken können Sie mehrmals, nach zehn Jahren können Sie die Steuerfreibeträge nämlich erneut in Anspruch nehmen. Zwischendurch können Ihnen die Kinder die Beträge als Kredite wieder zukommen lassen, wodurch wiederum Steuern gespart werden. Lassen Sie aber etwas Zeit zwischen Schenkung und Kreditvergabe und vereinbaren Sie bei der Schenkung keine Klauseln, welche die spätere Kreditvergabe zur Bedingung machen.

Freibeträge
Je nach Verwandtschaftsgrad sind die Freibeträge unterschiedlich hoch: Der Ehepartner hat noch 307.000 Euro steuerfrei, die Kinder und Stiefkinder brauchen immerhin Beträge bis zu 205.000 Euro nicht versteuern, Enkel und Urenkel bis 51.200 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten, geschiedene Ehegatten, Schwieger- oder Stiefeltern müssen mit einem Freibetrag von 10.300 Euro zufrieden sein, alle anderen sogar mit nur 5.200. Aber Sie können Ihre Schenkungen ja verteilen.

Fazit
Es gibt zahlreiche legale Möglichkeiten, Verträge mit Verwandten zu schließen und dabei Geld zu sparen. Die Verträge müssen allerdings schriftlich abgefasst werden, inhaltlich plausibel und rechtlich einwandfrei sein und dem Fremdvergleich standhalten. Außerdem sollten die Geldbewegungen per Bankauszug nachvollziehbar sein, also keine Barzahlungen. Bei großen Beträgen ist auch Rechtsbeistand zu empfehlen.

Und das Wichtigste
Die Vertragsinhalte müssen umgesetzt werden. Denken Sie daran, dass die Inhalte bindend sind, das wird vor allem dann wichtig, wenn es zu einem Streitfall innerhalb der Familie kommen sollte. So etwas soll es ja schon einmal gegeben haben. Schließlich sollten Sie noch daran denken, dass rückwirkend getroffene Vereinbarungen nicht steuerlich abgesetzt werden können.

Quelle: freenet.de
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