Gebührenobergrenze bei Geldautomaten

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Tue Mar 30 10:01:00 CEST 2010 - Tue Mar 30 10:01:00 CEST 2010 Uhr von mbr

Maximal fünf Euro Gebühr soll es in Zukunft kosten, wenn ein Bankkunde an einem fremden Automaten Geld abhebt. Das geht aus einer geplanten Selbstbeschränkung von Banken und Sparkassen hervor – die damit gesetzlichen Vorgaben der Politik zuvorkommen wollen. Außerdem soll der Kunde sehen, wie viel Gebühren für ihn anfallen. Sind ihm diese zu hoch sind, soll er den Vorgang noch abbrechen können.

Sei es auf Reisen oder abends vor dem Ausgehen – schnell mal am nächsten Geldautomaten "Bares" zu ziehen, das kann teuer werden. Denn wer bei einem "fremden" Automaten Geld abhebt, muss dafür immer höhere Gebühren zahlen. Durchschnittlich berechnen Banken für eine Geldabhebung außerhalb ihres eigenen Automatennetzes derzeit 5,64 Euro, wie eine Auswertung der Finanzberatung FMH unter 200 Banken ergab. Teilweise reiche die Spanne sogar bis zu zehn Euro je Abhebung. Doch das soll nun anders werden.

Unmut bei Politik und Verbraucherschützern

Die deutlich gestiegenen Gebühren – vor drei Jahren lagen die Durchschnittskosten noch bei 4,38 Euro – haben längst Verbraucherschützer und die Politik auf den Plan gerufen. So hat sich mittlerweile das Bundeskartellamt eingeschaltet und an mehr als 280 Kreditinstitute Fragebögen zur Gebührenpraxis verschickt. Und in der vergangene Woche mussten Branchenvertreter und Experten vor dem Verbraucherschutzausschuss des Bundestags zur Höhe der Abhebegebühren und deren Transparenz für die Kunden Stellung nehmen.

Zudem mehren sich in der Politik Forderungen, entsprechende Gebührenobergrenzen vorzuschreiben – sofern sich die Banken nicht zeitnah selbst auf eine akzeptable Regelung einigen. Bei der FDP plädiert man dabei für eine Obergrenze von fünf bis sieben Euro, bei der SPD findet man maximal zwei Euro je Fremdabhebung akzeptabel.

Banken planen Obergrenze von fünf Euro

Solche Drohungen zeigen offenbar Wirkung: Wie jetzt bekannt wurde, wollen sich Banken und Sparkassen auf eine vorläufige Obergrenze von maximal fünf Euro verständigen. Die Selbstverpflichtung soll zunächst für eineinhalb Jahre gelten, wie aus einem Eckpunktepapier des Zentralen Kreditausschusses hervorgeht. Zudem soll die auszahlende Bank künftig die Gebühr gleich vom Kunden kassieren. Dazu soll dieser direkt am Automaten über deren Höhe informiert werden. Die Überlegung der Banken: Wissen die Kunden, wie teuer das Abheben für sie wird, könnten sie doch noch aufs "Fremdgehen" verzichten und nach einem Automaten der eigenen Bankengruppe suchen.

Für Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist die freiwillige Vereinbarung der Banken ein Schritt in die richtige Richtung. Sie sieht allerdings noch Spielraum: Fünf Euro könnten "definitiv nur der Höchstpreis und nicht der Durchschnittspreis sein", sagte sie am Freitag im Deutschlandfunk.

Konkurrenzkampf zwischen Filial- und Direktbanken

Selbst bei Abhebegebühren von nur zwei Euro – wie von der SPD und auch verschiedenen Direktbanken gefordert – wären Fremdabhebungen für die Banken immer noch ein lohnendes Geschäft. Immerhin kostet das Abheben für die Bank, die den Automaten zur Verfügung stellt, laut Experten im Schnitt nur zwischen 50 und 70 Cent pro Vorgang. Dabei habe sich der Aufwand für die Abrechnung zwischen den einzelnen Instituten in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Die Kosten seien somit kein Argument für die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Gebühren.

Ein wesentlicher Grund hierfür ist nach Meinung von Verbraucherschützern vielmehr der verschärfte Wettbewerb zwischen den Filialbanken auf der einen und den Direktbanken auf der anderen Seite. Durch den Verzicht auf eigene kostspielige Filialstrukturen können Direktbanken bessere Konditionen bieten. Damit werben sie erst Kunden von den etablierten Kreditverbünden ab – nur um sie dann zum Geldabheben wieder die Geräte von Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken nutzen zu lassen. Als Folge dieses Konkurrenzkampfes verlangen einige Banken untereinander bereits Interbankenentgelte von bis zu 20 Euro – und das für jede Abhebung. Wenig verwunderlich also, dass die Gegenbanken die Geldabhebe-Gebühren an fremden Automaten immer stärker an ihre Kunden weiterreichen.

Automatenpools nutzen

Statt sich beim Geldabheben bei fremden Banken über hohe Gebühren zu ärgern, ist es besser, sich gleich am Geldautomatennetz der Hausbank zu orientieren. Hier haben sich inzwischen mehrere Gruppen gebildet, innerhalb derer die Kunden der Mitgliedsbanken kostenlos Geld mit ihrer EC-Karte abholen können. Das sind im Wesentlichen die folgenden vier:

Sparkassen: Der Sparkassenverband bietet mit über 22.000 Automaten bundesweit das dichteste Netz für seine Kunden an. Alle Sparkassen-Kunden können sich hier mit Ihrer EC-Karte kostenlos mit Bargeld versorgen.

Volks- und Raiffeisenbanken: Das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Bankengruppe mit über 18.600 Geldautomaten ist im BankCard ServiceNetz zusammengeschlossen. 98 Prozent aller Volks- und Raiffeisenbanken nehmen daran teil. Einige wenige – vor allem in viel besuchten Urlaubsregionen – halten sich jedoch außen vor, um höhere Gebühren berechnen zu können. Auskunft dazu gibt es bei der eignen Hausbank oder dem Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Cash Group: Die Cash Group ist ein Zusammenschluss insbesondere der großen Geschäftsbanken in Deutschland. Die Kunden können an den 7.000 inländischen Automaten der Institutsgruppe kostenloses Bargeld mit der Maestro-Karte (EC-Karte) ziehen. Mitglied sind unter anderem Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank oder die Postbank sowie deren Tochterunternehmen (norisbank, comdirect, DABbank, Berliner Bank, u.a.).

Cash Pool: Der Zusammenschluss zum Cash Pool ermöglicht es den Kunden der teilnehmenden Banken an 2.500 Geldautomaten bundesweit Geld abzuheben. Angeschlossen sind hier BBBank eG, Citibank, Degussa Bank, GE Money Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, die Sparda-Banken, die Südwestbank sowie die Wüstenrot-Bank.

Kosten im Urlaub

Der Preis für Abhebungen an ausländischen Geldautomaten variiert je nach Kreditinstitut und Reiseland. Erkundigen Sie sich hierzu am Besen vor Reiseantritt bei Ihrer Hausbank. Manche Kreditinstitute haben zudem Kooperationen mit ausländischen Banken abgeschlossen. So können beispielsweise Kunden der Deutschen Bank bei der Bank of America (USA), Barclays (Großbritannien, Kenia, Mauritius oder Tansania), BNP Paribas (Frankreich) oder der Scotiabank (Kanada, Dominica, Grenada, Jamaika, u.a.) kostenlos Geld aus den Automaten ziehen. Auch über solche Kooperationspartner gibt Ihnen Ihre Hausbank Auskunft.

Quelle: freenet.de
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