Gesetzliche Rentenversicherung

Wer ist versichert und wieviel Rente bekommt man?
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Wer ist versichert und wieviel Rente bekommt man?

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16.04.2011 - 00:00 Uhr von mbr

Die 1891 im Deutschen Reich eingeführte gesetzliche Rentenversicherung ist heute für viele Bundesbürger der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Im Rahmen eines Umlageverfahrens finanzieren dabei die derzeitigen Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen den Ruhestand der heutigen Rentner. Gleichzeitig erwerben sie damit auch einen Anspruch auf eine spätere eigene Rente – die wiederum von den nachfolgenden Generationen getragen wird (Generationsvertrag).

Mit der gesetzlichen Rentenversicherung wird in erster Linie das finanzielle Risiko im Alter abgesichert. Dazu haben Versicherte nach Erreichen der Regelaltersgrenze und Erfüllung der allgemeinen Wartezeit (60 Kalendermonate mit gezahlten Rentenbeiträgen) einen Anspruch auf eine lebenslange Rente. Daneben werden aber auch zahlreiche Sonderfälle abgedeckt, wie etwa Frühverrentungen bei besonders langjährig Versicherten, älteren Arbeitslosen oder behinderten Menschen. Zudem gewährt die gesetzliche Rentenversicherung auch noch einen Basisschutz bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder Tod (Hinterbliebenenrente). 

Wer ist versichert?

In der gesetzlichen Rentenversicherung sind grundsätzlich alle abhängig beschäftigten Arbeitnehmer pflichtversichert. Das betrifft neben Angestellten und Arbeitern auch die Auszubildenden sowie Studenten bzw. Schüler, die nebenbei arbeiten gehen. Auch wer Unterhaltsersatzleistungen wie Kranken- oder Arbeitslosengeld bezieht, gehört der Rentenversicherung an; ebenso wie junge Eltern während der Zeiten der Kindererziehung sowie Wehr- und Zivildienstleistende.

Darüber hinaus sind auch bestimmte Gruppen von Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Dazu zählen unter anderem selbstständige Handwerker (mit Eintrag in die Handwerkerrolle), Hebammen sowie Künstler und Publizisten, die über die Künstlersozialkasse abgesichert sind. Weitere nicht pflichtversicherte Unternehmer oder Freiberufler können auf Antrag freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden.

Wie viel kostet die gesetzliche Rentenversicherung?

Pflichtversicherte Arbeitnehmer müssen monatlich einen prozentualen Anteil ihres Arbeitseinkommens an die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Für 2010 liegt der Beitragssatz bei 19,9 Prozent. Er wird im Regelfall je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Bei Auszubildenden mit einem Einkommen von maximal 325 Euro im Monat übernimmt der Arbeitgeber den vollen Betrag.

Bei pflichtversicherten Selbstständigen richtet sich der monatliche Beitrag nach dem aktuellen Beitragssatz und ihrem jeweiligen Einkommen. Letzteres wird jedoch nur bis zur so genannten "Beitragsbemessungsgrenze" berücksichtigt. Diese liegt im Jahr 2010 bei 5.500 Euro (West) bzw. 4.650 Euro (Ost) im Monat.

Freiwillig Versicherte können dagegen selbst über die Höhe ihres Beitrags entscheiden. Der Staat gibt nur eine Bandbreite vor, die von mindestens 79,60 Euro bis maximal 1.094,50 Euro je Monat reicht. Allerdings wirkt sich die Beitragshöhe natürlich auf die spätere Rentenhöhe aus: Wer für ein ganzes Arbeitsjahr nur den monatlichen Mindestbeitrag zahlt, steigert seinen späteren Rentenanspruch dadurch auch nur um gut vier Euro je Monat. Wird dagegen der Höchstbetrag entrichtet, winken im Ruhestand monatlich 56 Euro mehr Rente.

Wie errechnet sich der Rentenanspruch?

Die individuelle Höhe der gesetzlichen Rente bestimmt sich im Wesentlichen durch die Dauer der Beitragszahlung und die Höhe des dafür maßgeblichen Einkommens. Letzteres wird in so genannte Entgeltpunkte umgerechnet, wobei ein Punkt der Höhe des statistischen Durchschnittsverdienstes in dem jeweiligen Jahr entspricht – für 2010 wurde dieser vorläufig mit 32.003 Euro veranschlagt. Wer also in einem Jahr soviel verdient, wie der Durchschnitt aller Einzahler, bekommt für dieses Jahr in der Rentenversicherung einen Entgeltpunkt gut geschrieben. Wer mehr (maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bzw. weniger als der Durchschnitt verdient, dem werden die Rentenpunkte anteilig gut geschrieben.

Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, um an die wertvollen Entgeltpunkte zu kommen. So werden beispielsweise Extra-Punkte für die Kindererziehung vergeben: für jedes vor 1992 geborene Kind ein Punkt, für jedes danach Geborene drei Punkte. Weitere Punkte gibt es für Wehr- oder Zivildienstzeiten, die Ableistung eines ökologischen oder sozialen Jahres und die Pflege von Angehörigen.

Zum Renteneintritt werden die Entgeltpunkte addiert und dann mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Dieser wird jährlich zum 1. Juli an die Lohnentwicklung in den alten bzw. neuen Bundesländern angepasst. Für 2010 liegt der Wert bei 27,20 Euro (West) beziehungsweise 24,13 Euro (Ost).

Relevant für die Rentenhöhe ist zudem der Renteneintrittszeitpunkt. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die reguläre Rentenaltersgrenze von derzeit 65 Jahren für alle nach 1946 Geborene beginnend ab 2012 zunächst in Ein-, ab 2024 dann in Zwei-Monats-Schritten angehoben. Die Geburtsjahrgänge ab 1964 müssen sich somit auf eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren einstellen. Wer dagegen vorzeitig in Rente gehen will, muss dauerhafte Abschläge in Kauf nehmen. Im Grundsatz gilt dabei, dass sich der Rentenbetrag für jeden fehlenden Monat bis zum Erreichen der Altersgrenze um 0,3 Prozent mindert.

Erwerbsbiografien werden lückenhafter

Die gesetzliche Rente verlangt einen möglichst lückenlosen und langen Erwerbsverlauf – tatsächlich ist das Arbeitsleben vieler Menschen aber brüchiger und kürzer geworden. Verantwortlich hierfür sind unter anderem deutlich längere Ausbildungszeiten sowie eine steigende (Langzeit-)Arbeitslosigkeit. Durch die dadurch fehlenden Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung steigt für den Einzelnen die Gefahr der Altersarmut. Der fiktive "Eckrentner" mit 45 Beitragsjahren und beständig durchschnittlichem Einkommen gehört somit zunehmend der Vergangenheit an.

Nach Ansicht von Experten wird die staatliche Rentenversicherung – heute noch die größte Einkommensquelle der älteren Bevölkerung – daher in Zukunft nur noch die Grundversorgung im Alter sichern können. Wer dann nicht auf seinen gewohnten Lebensstandard verzichten möchte, ist gezwungen, die drohende Einkommenslücke schon jetzt durch zusätzliche Vorsorge zu schließen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwa eine Riester- oder Rürup-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge oder eine private Rentenversicherung.

Quelle: freenet.de
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