Kindergartengebühren: Unterschiede der KiTa-Gebühren in Deutschland

Die Kindergartengebühren variieren innerhalb Deutschlands stark.
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Die Kindergartengebühren variieren innerhalb Deutschlands stark.

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15.06.2010 - 12:00 Uhr von mbr

Die Kindergartengebühren in Deutschland hängen stark vom Wohnort der Eltern ab: Zwischen null und knapp 3.700 Euro jährlich müsste ein und dieselbe Modellfamilie je nach Stadt für die Halbtagsbetreuung zahlen. Vor allem Eltern in Nord- und Ostdeutschland zahlen dabei oft deutlich mehr, wie ein bundesweiter Gebührenvergleich ergeben hat.

Dass die Gebühren kommunaler Kindergärten in Deutschland variieren, ist nicht neu. Wie gewaltig die Unterschiede im Bundesgebiet aber tatsächlich sind, macht jetzt einmal mehr eine gemeinsame Untersuchung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Zeitschrift ELTERN transparent. Dazu wurden die Kosten für Halbtagsbetreuung in den 100 größten deutschen Städten verglichen.

Nur neun Städte ohne Kindergarten-Gebühren

Die höchste Gebührenbelastung muss demnach eine Durchschnittsverdiener-Familie (45.000 Euro Jahres-Brutto) mit einem Kindergartenkind (4 Jahre) in Bremen verkraften: Hier fallen jährlich 1.752 Euro Gebühren an. Für Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern ist es dagegen in Cottbus mit 2.672 Euro im Jahr am teuersten. Wer 80.000 Euro Brutto verdient und zwei Kinder im Rahmen der Mindestbetreuungszeit betreuen lässt, muss mit 3.696 Euro in Potsdam und Tübingen die höchsten Elternbeiträge bezahlen.

Zum Vergleich: Im Schnitt aller 100 untersuchten Großstädte zahlen Normalverdiener für ein vierjähriges Kind 814 Euro und für zwei Kinder (3,5 und 5,5 Jahre) 935 Euro. Familien mit gehobenem Einkommen müssen 1.280 Euro beziehungsweise 1.468 Euro aufbringen.

Lediglich neun Städte verzichten in allen für den "Kindergartenmonitor 2010" untersuchten Modellfällen ganz auf Betreuungsgebühren. Glücklich kann sich demnach schätzen, wer in Düsseldorf, Hanau, Heilbronn, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Salzgitter oder  Trier zu hause ist. Immerhin, in einer ersten Untersuchung vor zwei Jahren war Heilbronn noch die einzige Stadt, die für alle drei Kindergartenjahre Beitragsfreiheit gewährte.

Die ausführliche Übersicht über die Kindergartengebühren in den 100 untersuchten Städten finden Sie hier: Kindergartenmonitor 2010.

Tendenziell höhere Gebühren in Ost- und Norddeutschland

Darüber hinaus hat die Studie gezeigt, dass Eltern in Nord- und Ostdeutschland bei den Kindergartengebühren tendenziell benachteiligt sind. So ist die Kindergartenbetreuung in den ostdeutschen Städten im Schnitt teurer als in den westdeutschen. Vor allem Normalverdiener mit zwei Kindern sind davon betroffen: Im Durchschnitt muss die Zwei-Kind-Modellfamilie in den neuen Bundesländern 417 Euro mehr zahlen als ihr Pendant in den alten Ländern.

Ebenso sind in den Städten der südlichen Bundesländer die Kindergartenbeiträge für alle untersuchten Modellfamilien im Schnitt günstiger als in Städten der nördlichen Länder. Das mag daran liegen, dass in den Kommunen der nördlichen Bundesländer die nach Einkommen gestaffelte Beiträge der Studie zufolge verbreiteter sind als im Süden.

Gebührenstruktur vielfach nicht nachvollziehbar

Insgesamt betrachtet hat sich "der Gebühren-Dschungel gegenüber dem ersten Kindergartenmonitor leider nicht gelichtet", kritisiert Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Eltern". Besonders die regionalen Preisunterschiede würden von den Eltern als zutiefst ungerecht empfunden: Denn während einige Kommunen sogar einkommensschwache Familien kräftig zur Kasse bitten, müssen in anderen Städten selbst Besserverdienende keinen Cent für die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen zahlen.

"Der INSM-ELTERN-Kindergartenmonitor soll für Transparenz in einer unübersichtlichen Gebührenlandschaft sorgen", begründet INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr die Intention hinter der Studie. Für Laien seien Preisvergleiche praktisch unmöglich, da die Gebührensatzungen und Berechnungsmethoden vielfach zu komplex seien. Pellengahr forderte die Kommunen auf, für jeden nachvollziehbare Gebührentabellen zu veröffentlichen: "Die Bürger haben ein Recht auf diese Information."

Hintergrund: Kindergartenmonitor 2010

Für die Untersuchung wurde zum zweiten Mal nach 2008 die Höhe der Kindergartengebühren in den 100 größten Städten Deutschlands verglichen. Dabei ermittelten die Experten die Jahresgebührenhöhe in vier verschiedenen Kategorien: für Modellfamilien mit einem mittleren (45.000 Euro) und einem höheren (80.000) Jahres-Brutto-Einkommen sowie mit einem Kind im Alter von 4 Jahren bzw. mit zwei Kindern im Alter von 3,5 und 5,5 Jahren. Die errechnete Gebührenhöhe bezieht sich dabei auf die jeweilige Mindestbetreuungszeit – in der Regel ist dies eine Halbtagsbetreuung.

Quelle: freenet.de
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