Rente im Ausland

Arbeiten Sie im Ausland? Für den gesetzlichen Rentenbezug ist dies kein Problem.
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Arbeiten Sie im Ausland? Für den gesetzlichen Rentenbezug ist dies kein Problem.

 © Creatas
von mbr

Immer mehr Menschen arbeiten im Ausland, sei es aus Abenteuerlust, wegen der Karriere oder auch, weil sie nur dort überhaupt einen Arbeitsplatz gefunden haben. Zudem zieht es so manchen Deutschen im Alter ins sonnigere Ausland. Gleichzeitig arbeiten aber auch viele Ausländer in Deutschland, die als Rentner oftmals wieder in die Heimat zurückkehren. Für die gesetzliche Rente bedeutet das in der Regel alles kein Problem – auch wenn es dabei einiges zu beachten gibt.

Rentenansprüche bei Arbeit im Ausland

Leben und arbeiten im Ausland bedeutet für viele Deutsche, dass sie im Laufe ihres Berufslebens Mitglied in verschiedenen Systemen der Sozialen Sicherheit sind. So unterschiedlich die Systeme sind, eines haben sie meistens gemeinsam: Eine Rente kann nur gezahlt werden, wenn bestimmte Fristen eingehalten und Wartezeiten erfüllt werden. Allerdings können die in der Rentenversicherung zu berücksichtigenden Arbeitszeiten aus verschiedenen Ländern vielfach zusammengerechnet werden. So erfüllt zum Beispiel ein Versicherter, der 15 Jahre in Deutschland und 20 Jahre in Frankreich gearbeitet hat, die Wartezeit von insgesamt 35 Jahren für die deutsche Altersrente für langjährig Versicherte.

Eine Zusammenrechnung der Zeiten erfolgt nach europäischem Gemeinschaftsrecht im Verhältnis zu den Staaten der Europäischen Union und zusätzlich im Verhältnis zu Liechtenstein, Island, Norwegen und der Schweiz. Mit einigen anderen Staaten hat Deutschland Sozialversicherungsabkommen geschlossen, etwa mit Kroatien, der Türkei, den USA und Australien, die entsprechende Regelungen enthalten.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, zahlt jedes Land für sich eine Teilrente. Eine gemeinsame Rentenzahlung von einem Land für andere Länder gibt es nicht. Wer die Wartezeit trotz der Zusammenrechnung der Zeiten nicht erfüllt und dadurch keine Rente erhalten kann, kann sich die Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen auch erstatten lassen. Das muss jedoch individuell geprüft werden.

Rente für ausländische Arbeiter in Deutschland

Für in Deutschland arbeitende Ausländer, die im Ruhestand in ihre Heimat zurückkehren wollen, gilt umgekehrt: ist das Heimatland ein Mitgliedstaat der EU oder ein Staat, mit dem die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, werden zur Erfüllung des grundsätzlichen Rentenanspruchs sowohl die Versicherungszeiten im Heimatland als auch die in Deutschland zusammengerechnet. Dabei zählen doppelt belegte Zeiträume nur einmal. Die einzelnen Länder zahlen dann eine Rente nach ihren nationalen Vorschriften. Das heißt, die Rentenhöhe richtet sich grundsätzlich nur nach den erworbenen Ansprüchen in jedem einzelnen Land. Sie wird nach den dort geltenden Bestimmungen errechnet.

Anders verhält es sich, wenn es mit dem Heimatland des Rentners kein Abkommen gibt: deutsche Versicherungszeiten werden dann in der Regel im Heimatland ebenso wenig berücksichtigt, wie die Beiträge im Heimatland bei der deutschen Rente. Ein Rentenanspruch in Deutschland kann dann nur allein aus den deutschen Zeiten entstehen.

Ruhestand im Ausland

Viele deutsche Rentner erfüllen sich im Alter einen Traum: Sie genießen ihre Rente da, wo andere Urlaub machen. Ob Gardasee oder Gelsenkirchen, Malediven oder Mannheim, für die Rentenversicherung spielt das in der Regel keine Rolle. Doch es gibt auch Ausnahmen und die sollte man kennen, bevor man sich im Ausland zur Ruhe setzt.

Die Renten der Deutschen Rentenversicherung werden grundsätzlich auch ins Ausland gezahlt. Ob und in welcher Höhe sie gezahlt werden, hängt aber auch davon ab, ob der Auslandsaufenthalt nur vorübergehend oder aber dauerhaft ist. Bei vorübergehendem Aufenthalt im Ausland – zum Beispiel bei einem mehrmonatigem Besuch oder Urlaub – wird ohne Einschränkungen weitergezahlt. Bei einer dauerhaften Verlagerung des Wohnsitzes ins Ausland kann der Rentenanspruch oder die Höhe der Rente möglicherweise aber reduziert werden.

Je nachdem, in welchem Land man sich aufhält, kann insbesondere eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit eingeschränkt werden, wenn der Rentner dauerhaft umzieht. Das ist der Fall, wenn diese Rente nicht nur wegen des schlechten Gesundheitszustandes gezahlt wird, sondern auch wegen der fehlenden Teilzeit-Arbeitsmöglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Auch wenn der Rentenberechnung Zeiten nach dem Fremdrentengesetz – zum Beispiel Beschäftigungszeiten von Vertriebenen oder Spätaussiedlern in den ehemaligen Ostblockstaaten, wie der UdSSR oder Polen – zugrunde liegen, kann dies bei einem dauerhaften Wohnsitz im Ausland zu einer verminderten Rentenzahlung führen. Das wird aber in jedem Einzelfall gesondert geprüft. Bei Ausländern, die nicht durch entsprechende Abkommen einem deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind, wird die Rente allerdings nur zu 70 Prozent ins Ausland gezahlt.

Abschläge bei der Riester-Rente

Verlegen Rentner ihren Wohnsitz ins Ausland, forderte das Finanzamt ursprünglich die Riester-Zulagen und auch die Steuervorteile zurück. Doch dieser Praxis hat im September 2009 der Europäische Gerichtshof einen ersten Riegel vorgeschoben. Wer im Alter in ein anderes EU-Land bzw. Norwegen, Island oder Luxemburg auswandert, muss erhaltene Zulagen nicht mehr zurückzahlen. Nur wen es in ein Drittland wie die Türkei oder die USA zieht, für den gilt die alte Regelung weiter. Danach sind die Fördergelder jedoch nicht auf einen Schlag zurückzuzahlen. Vielmehr erfolgt hier ein Abschlag von 15 Prozent auf die monatliche Rentenzahlung, und zwar solange, bis die staatliche Förderung zurückgezahlt ist.

Wo wird die Rente im Ausland beantragt?

Wer seine Rente in einem EU-Land bzw. einem Vertragsstaat beziehen möchte, kann den Rentenantrag unter Hinweis auf die deutschen Versicherungszeiten bei einem Rentenversicherungsträger des Wohnstaates stellen. Dieser leitet den Antrag an den zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung weiter. Der Antrag kann aber selbstverständlich auch unmittelbar bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden.

Im vertragslosen Ausland sollte der Antrag bei einer deutschen Auslandsvertretung, zum Beispiel bei einer Botschaft oder einem Konsulat, gestellt werden. Dort können dann bestimmte Personenstandsdaten gleich mit beglaubigt werden. Von da wird der Antrag an den zuständigen Rentenversicherungsträger in Deutschland weitergeleitet. Während des Auslandsaufenthalts kann die Rente wahlweise auf ein eigenes Konto bei einer Bank im Ausland oder auch auf ein eigenes Konto bei einem Geldinstitut in Deutschland überwiesen werden.

Quelle: freenet.de
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