Renten für Witwen und Witwer

Im Trauerfall bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Der Hinterbliebenenschutz sorgt dafür, dass man finanziell abgesichert ist.
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Im Trauerfall bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Der Hinterbliebenenschutz sorgt dafür, dass man finanziell abgesichert ist.

 © Stockbyte
von mbr

Die Ehefrau oder den Ehemann zu verlieren, darüber möchte niemand gerne nachdenken. Doch irgendwann müssen sich die meisten Menschen damit befassen. Dann ist es gut zu wissen, dass zumindest die finanzielle Existenz des Hinterbliebenen gesichert ist. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

"Grundsätzlich hat Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente, wer bis zum Tod des Partners mit ihm in gültiger Ehe oder auch in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft gelebt hat", erklärt Ulrich Theil von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Ehe dürfe also weder rechtskräftig geschieden noch für nichtig erklärt oder aus sonstigen Gründen aufgehoben worden sein. Ob die Partner tatsächlich zusammen oder getrennt gelebt haben, spiele dabei keine Rolle. Ganz im Gegenteil jedoch zur Art der Eheschließung: Wirksam sei hier nach deutschem Recht weiterhin ausschließlich die standesamtliche Eheschließung.

Weitere Voraussetzungen

Um eine Witwen- oder Witwerrente zu erhalten, müssen aber noch weitere rentenrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein: Wichtig sei etwa, so Theil, dass der verstorbene Ehepartner die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren (Mindestversicherungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung) erfüllt hat. Diese könne auch vorzeitig als erfüllt gelten, zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall. Zudem dürfe der Hinterbliebene nicht wieder geheiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft geschlossen haben.

Um so genannte reine Versorgungsehen zu verhindern, wird eine Witwen- oder Witwerrente seit Januar 2002 nur noch gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr Bestand hatte. Davon gibt es jedoch auch einige Ausnahmen. So besteht zum Beispiel bei plötzlichem Unfalltod oder unvorhersehbarer Krankheit des Ehepartners auch bei kürzerer Ehedauer ein Rentenanspruch.

Höhe der Witwenrente

Wie hoch die Witwen- oder Witwerrente ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierbei gilt zunächst: Für die auf den Sterbemonat folgenden drei Kalendermonate, auch "Sterbevierteljahr" genannt, wird die Hinterbliebenenrente in voller Höhe der Rente des Verstorbenen gezahlt. Dieser erhöhte Rentenbetrag soll den Hinterbliebenen den finanziellen Übergang auf die veränderten Verhältnisse erleichtern.

Ab dem vierten Kalendermonat ist zu unterscheiden zwischen großer und kleiner Witwen- oder Witwerrente: "Die kleine Rente gibt es für Hinterbliebene unter 45 Jahren, die nicht erwerbsgemindert sind und kein Kind erziehen", erläutert Theil. Sie sei auf zwei Jahre befristet und betrage ein Viertel der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte. "Die große Rente beträgt 55 Prozent und wird gezahlt, wenn der Hinterbliebene älter als 45 ist oder ein Kind erzieht oder erwerbsgemindert ist."

Berücksichtigung zusätzlicher Einkünfte

Wer als Hinterbliebener neben der Rente weitere Einkünfte hat, dem werden diese oberhalb eines bestimmten Freibetrags zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet. Diese Anrechnung kann dazu führen, dass die Hinterbliebenenrente in geringerer Höhe gezahlt wird, oder die Zahlung sogar ganz ruht. Rentenexperte Theil rät daher, sich etwa vor Aufnahme einer Beschäftigung beim zuständigen Rentenversicherungsträger oder in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung über die Auswirkungen zu informieren.

Quelle: freenet.de
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