Ein Malheur mit Folgen

Bild 1 von 1
© https://pixabay.com/de/eingang-t%C3%BCr-schlo%C3%9F-t%C3%BCrgriff-22317/
09.08.2018 - 10:00 Uhr

Sowas kommt in den besten Familien vor. Eben noch schnell den Müll herausbringen und dann ist es auch schon passiert: die Tür fällt hinter einem ins Schloss, der Schlüssel ist noch im Haus, man selbst hat sich ausgesperrt. In dieser Situation sollte man sich nicht den Falschen anvertrauen.

Menschen in einer Notlage sind leichte Beute

Immer wieder kommen betrügerische Schlüsseldienste in die Schlagzeilen, welche die Notlage ihrer Kunden ausnutzen. Viele Menschen stehen in einer solchen Situation unter Schock, mindestens aber unter Stress. Da viele dieser Menschen sich zudem mit den Praktiken der Betrüger wenig auskennen und auch wenig über ihre Rechte wissen, sind sie für die Abzocker leichte Opfer. In diesem Artikel werden anhand eines Fallbeispiels aus einem Ingolstädter Vorort die Maschen der Betrüger geschildert und erklärt, wie Sie sich in einer ähnlichen Notlage helfen können. Alternativ werden die Schlüsseldienste der Gelben Seiten empfohlen und auch begründet, weshalb.

Betrug durch Call ID Spoofing

In diesem Einzelfall war einer 61-jährigen Frau aus der Ingolstädter Umgebung das Malheur passiert. Die Schrobenhauserin war zwar über die Praktiken von Betrügern innerhalb der Branche informiert, geriet aber trotzdem an eine betrügerische Scheinfirma.  Sie glaubte, der Sicherheit Genüge getan zu haben, indem sie sich für einen Schlüsseldienst mit einer Ingolstädter Vorwahl entschied. Hier waren die Betrüger aber einen Schritt schneller. Sie täuschten mit dem Verfahren „Call ID Spoofing“ eine Ingolstädter Vorwahl vor. Durch die Methode können dubiose Unternehmen statt ihrer wirklichen Telefonnummer, andere Telefonnummern auswählen. Anrufer aus Ingolstadt und Umgebung, die sich ausgesperrt haben und nach einem Schlüsseldienst suchen, wählen somit eine Nummer aus Ingolstadt. Natürlich in dem Glauben, einen örtlichen Schlüsseldienst zu kontaktieren. In Wirklichkeit wird die Firma aber zentral in einer anderen Stadt geführt.

Was passierte dann?

Die Schrobenhauserin wurde bereits misstrauisch, als erst nach einer Stunde der Mitarbeiter bei ihr auftauchte. Außerdem begann er sofort mit dem Austausch des Zylinders und damit mit einer Arbeit, die seriöse Schlüsseldienste nur anwenden, wenn die Tür nicht nur zugefallen, sondern auch verschlossen ist oder der Schlüssel noch im Schloss von innen steckt. Zudem war der Mitarbeiter trotz mehrerer Nachfragen nach dem Preis nicht in der Lage, der Kundin eine klare Antwort zu geben und wich immer wieder aus. Nach einer Viertelstunde war die Tür endlich offen, doch in die Erleichterung mischte sich ein neuer Schock, als die Frau den Preis erfuhr, den sich der Mitarbeiter mit nicht weniger als 1100 Euro berechnen ließ. Zudem setzte er die Kundin unter Druck, indem er die sofortige Bezahlung verlangte und andernfalls mit weiteren Folgekosten drohte. Die Frau aus Schrobenhausen ließ sich schließlich dazu verleiten, ihre EC-Karte einzusetzen und an das vom Mitarbeiter mitgebrachte Kartenlesegerät zu halten, um die Bezahlung zu vollziehen. Einen Vertrag und eine Rechnung hat die Frau nie erhalten.

Was war verdächtig?

In Wirklichkeit berechtigten mehrere Auffälligkeiten die Frau dazu, die Arbeit sofort abzubrechen und den Mitarbeiter wieder nach Hause zu schicken. Von der langen Anfahrt abgesehen, die nicht wirklich zu einem örtlichen Dienstleister passt, war der Austausch des Zylinders nicht notwendig, da die Tür nur zugefallen war. Auch die vagen Antworten nach dem Preis berechtigten zum Abbruch. Verbraucherschützer raten, sich vor der Ausführung eine ordentliche Rechnung geben zu lassen, in welcher der Preis für die Dienstleistung klar ersichtlich ist. Zudem haben Schlüsseldienste nach der Arbeit nicht zu drohen. Kann der Kunde nicht bezahlen, ist eine Rechnung der ordentliche Weg, die bei Bedarf mithilfe von Inkasso-Unternehmen eingetrieben werden kann. Schließlich lag der geforderte Preis ungefähr beim Zehnfachen über dem üblichen Preis. Ein solcher Preis verstößt gegen das Wuchergesetz und kann somit auch nach der Bezahlung gerichtlich zurückgefordert werden.

Die Lösung

Mit den in den Gelben Seiten aufgeführten Schlüsseldiensten sind die Kunden hingegen auf der richtigen Seite. Hier sind nur seriöse und kompetente Schlüsseldienste in der Umgebung aufgelistet. Durch die Ausrüstung mit IPS finden die Mitarbeiter schnell zu dem Kunden und erwarten nach der Dienstleistung nur einen fairen Preis unter Akzeptanz mehrerer Bezahlmethoden.

Quelle: freenet.de
Top-Themen
Der Warnstreik bei der Bahn am Montag hat Millionen Kunden hart getroffen. Nun wird wieder verhandelt. Für die ...mehr
Wie ein Damoklesschwert hängen die von US-Präsident Trump angedrohten Strafzölle für Autoimporte weiter über der ...mehr
In der Tarifrunde bei der Bahn ist keine Verständigung gelungen. Die Bahn und die Gewerkschaft EVG zerstreiten sich ...mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Video
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Anzeige
Anzeige
Top-Artikel
Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
Was ist eigentlich erlaubt, wenn man aus Krankheitsgründen doch einmal zu Hause bleiben muss? Strikte Bettruhe oder ist auch der Gang an die frische Luft möglich?mehr
Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht. Und so müssen sich auch die deutschen Gerichte oft mit Fällen beschäftigen, die sich Hollywood wohl kaum besser hätte ausdenken können. Die ...mehr
Arbeitszeugnis-Quiz
Ein Arbeitszeugnis steckt voller versteckter Bewertungen. In unserem Test können Sie prüfen, ob Sie Ihr Zeugnis richtig einschätzen können.mehr
Tipptrainer
Eine wichtige Zusatz-Qualifikation: Lernen Sie schnell und einfach das Zehn-Finger-Tippsystem!mehr
Anzeige