Jahresendspurt: Letzte Tipps zum Steuern sparen

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Während sich das Jahr langsam dem Ende zu neigt, sollten Steuerzahler prüfen, ob sie für das zurückliegende Jahr auch alle Vergünstigungen ausgenutzt haben. Denn mit der richtigen Planung lassen sich noch kurz vor Jahresende das zu versteuernde Einkommen kräftig drücken und die besten Voraussetzungen für 2010 schaffen.

Wechsel der Steuerklasse prüfen

Ein wichtiger Stichtag vor dem Jahresende ist der 30. November. Wer noch in diesem Jahr seine Steuerklasse wechseln möchte, muss das bis dahin beim Finanzamt beantragt haben. Durch die Einstufung in eine günstigere Steuerklasse steigt der Nettolohn – und danach berechnet sich beispielsweise die Höhe des künftigen Arbeitslosen- oder Elterngeldes. Ein solcher Schritt empfiehlt sich daher unter anderem bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern, wenn einer von ihnen absehbar 2010 arbeitslos wird, in Altersteilzeit geht oder Elternzeit nimmt.

Allgemein gilt bei der Bestimmung der Steuerklassen als Faustregel: Paare mit in etwa gleich hohem Einkommen wählen die Steuerklassen IV/IV. Ehepaare, bei denen ein Partner mindestens 60 Prozent mehr als der andere verdient, fahren mit der Kombination III/V besser. Die Steuerklasse III greift dabei für denjenigen, der mehr verdient.

Freibeträge eintragen lassen

Bevor Arbeitnehmer die Lohnsteuerkarte an ihren Betrieb weiterreichen, sollten sie auch mögliche Freibeträge prüfen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Summe der Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen um mindestens 600 Euro über den allgemeinen Pauschbeträgen von insgesamt rund 1.000 Euro liegt. Unabhängig davon können zudem die Kosten für eine Putzfrau oder Haushaltshilfe eingetragen werden.

Im folgenden Jahr sorgen die vom Finanzamt eingetragenen Freibeträge für eine geringere monatliche Lohnsteuerbelastung. Arbeitnehmer haben somit also auch mehr Netto auf dem Gehaltskonto. Wer darauf aus Bequemlichkeit verzichtet, muss sich die im Jahresverlauf zuviel gezahlten Steuern erst mit der Steuererklärung wieder vom Fiskus zurückholen

Vorgezogene Ausgaben prüfen

Rechtzeitig zum Jahresende sollten Steuerzahler zudem prüfen, ob sie durch vorgezogene Ausgaben ihre Steuerlast für 2009 noch senken können – oder ob es besser ist, Rechnungen ins nächste Jahr zu verschieben. So kann es sich lohnen, notwendige Reparaturen an Wohnung oder Haus jetzt noch durchführen zu lassen und bis Ende Dezember zu bezahlen. Denn: maximal 6.000 Euro kann jeder Steuerzahler im Jahr für Handwerkerkosten geltend machen, bis zu 1.200 Euro können dann von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

Kurz vor Toresschluss lassen sich auch mit einmaligen Kosten noch Steuern sparen: Seien es der Kauf von teueren Fachbüchern, die Anmeldung und Zahlung einer Weiterbildungsmaßnahme,  Spenden und Zuwendungen für gemeinnützige Zwecke oder die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer – wer ohnehin geplante Anschaffungen noch dieses Jahr realisiert kann so seine Steuerlast mindern. Das lohnt sich beispielsweise, wenn Steuerzahler 2009 ein überhohes Maß an bezahlten Überstunden geleistet haben oder 2010 mit Lohnreduzierung oder Arbeitslosigkeit rechnen müssen.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Verdienen volljährige Kinder während der Berufsausbildung oder des Studiums über 7.680 Euro im Jahr, verlieren Eltern den Anspruch auf Kindergeld und alle daran hängenden Vergünstigungen. Liegt das Einkommen des Sprösslings auch nach Abzug seiner Werbungskosten (Arbeitsweg, Fachliteratur, Arbeitsmittel) und der Sozialversicherungsbeiträge über der Grenze, sollte geprüft werden, ob der Verdienst mit absetzbaren Anschaffungen kurzfristig noch weiter zu drücken ist.

Wechsel der Kfz-Versicherung prüfen

Wem seine bisherige Autoversicherung zu teuer ist, der sollte sich jetzt noch über preiswertere Policen informieren. Hintergrund ist die gesetzliche Kündigungsfrist für Kfz-Versicherungen von einem Monat zum Jahresende. Spätestens bis zum 30. November muss daher das Kündigungsschreiben beim alten Versicherer eingegangen sein. Und bis zum 1. Januar muss dann ein neuer Vertrag bestehen.

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Allerdings: Bei Beitragserhöhungen steht den Versicherten auch nach dem 30. November ein Sonderkündigungsrecht zu. In diesem Falle hat der Gesetzgeber festgelegt, dass eine Kündigung innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Benachrichtigung rechtswirksam ist.

Krankheitskosten bündeln

Krankheitskosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können als Außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. Dazu zählen etwa der Eigenanteil für Brille und Zahnersatz oder die Medikamentenzuzahlungen. Der Fiskus akzeptiert aber auch Aufwendungen für Heilkuren, wenn im Vorfeld ein ärztlicher Attest oder eine Bescheinigung der Versicherung vorlag. Wichtig: Die Kosten müssen einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen, dessen Höhe sich je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl berechnet. Hier kann es sinnvoll sein, die Rechnungen für Krankheitskosten noch dieses oder erst im nächsten Jahr zu bündeln.

Resturlaub

Das Jahresende ist schon in Sicht und so mancher verfügt noch über Resturlaub. Können die freien Tage dieses Jahr nicht mehr genommen werden, verfallen sie prinzipiell mit dem 31. Dezember – sofern es in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung nicht ausdrücklich anderes geregelt ist.

"Dennoch muss kein Arbeitnehmer den Verlust der ihm zustehenden Urlaubstage befürchten, wenn er sie aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht nehmen kann", beruhigt Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S. Versicherung. Lassen etwa Krankheit, ein Übermaß an Arbeit oder Urlaubssperre keine andere Wahl, so wird der Urlaub automatisch auf die ersten drei Kalendermonate des Folgejahres übertragen. Besser sei es aber, eine Übertragung des Urlaubs schriftlich mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren, um Streitigkeiten vorzubeugen, rät Kronzucker.

Geld statt Freizeit?

Manch einem wäre – zumal in Zeiten knapper Kassen – ein Finanzausgleich lieber als Freizeit. Das ist jedoch nur begrenzt möglich: Denn den im Gesetz geregelten Mindesturlaub von 24 Tagen darf der Arbeitgeber prinzipiell nicht auszahlen – mit einer einzigen Ausnahme: Der Arbeitnehmer scheidet aus der Firma aus und hat noch Anspruch auf Urlaubstage. Diese dürfen dann vergütet werden.

Zuschüsse zur Riester-Rente

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für eine zusätzliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente. Als Lohn für die eigene Vorsorge gibt es staatliche Zuschüsse von maximal 154 Euro pro Jahr. Zudem gibt es je Kindergeld-berechtigtes Kind jährlich weitere 185 Euro (für ab 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro). Das macht die Riesterrente besonders für Familien mit Kindern interessant.

Wer noch 2009 einen Riester-Vertrag abschließt, kann sich noch die staatliche Förderung für das ganze Jahr sichern. Für die volle Förderung müssen Riester-Sparer dabei mindestens vier Prozent ihres vorherigen Jahresbruttogehalts einzahlen. Wer im Vorjahr noch kein Einkommen hatte, muss eine Mindestsumme von 60 Euro im Jahr ansparen.

Rürup-Rente: Steuerabzug durch Einmalzahlung

Für Selbstständige mit hoher Steuerbelastung könnte es sich lohnen, rechtzeitig vor Jahresende noch einen Vertrag für eine Rürup-Rente abzuschließen und darauf eine Einmalzahlung zu leisten. Denn für ihre Altersvorsorge werden vom Fiskus allgemein bis zu 20.000 Euro pro Jahr anerkannt. Für 2009 akzeptiert der Fiskus 68 Prozent der Einzahlungen, maximal also 13.600 Euro.

 

Autor: mbr

Quelle: freenet.de
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