Betriebliche Altersvorsorge

Bei der Altersvorsorge gibt es viele Dinge zu beachten.
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Bei der Altersvorsorge gibt es viele Dinge zu beachten.

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19.07.2010 - 11:00 Uhr von mbr

Die Betriebliche Altersversorgung gilt neben der gesetzlichen Rente als die zweite Säule der individuellen Altersvorsorge. Seit 2002 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, seinen Angestellten auf Verlangen zumindest eine Form der "Rente vom Chef" zu ermöglichen. Kleinere Schwierigkeiten kann es jedoch weiterhin bei einem Jobwechsel geben.

Bei der Betrieblichen Altersvorsorge (BAV) wird zwischen arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierter Vorsorge unterschieden: Je nach Wahl des Arbeitgebers wird die Leistung zusätzlich zum Gehalt oder als teilweise Gehaltsumwandlung gezahlt. Insgesamt können Arbeitnehmer von ihrem Bruttolohn jährlich bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) bei der gesetzlichen Rentenversicherung in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen.

Nachgelagerte Besteuerung

Hierbei profitieren sie von der nachgelagerten Besteuerung. Während die Beiträge im Laufe des aktiven Berufslebens steuerfrei sind, werden die Rentenzahlungen im Alter voll versteuert. Doch solange keine anderen Einkünfte – wie etwa Mieteinnahmen – das Einkommen im Ruhestand erhöhen, wird die Rente zu einem niedrigeren Satz versteuert als das Einkommen während des aktiven Arbeitslebens.

Sicher bei Hartz IV

Rentenzahlungen aus einer betrieblichen Altersversorgung dürfen erst mit dem offiziellen Renteneintritt, frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres, abgerufen werden. Außerdem können entsprechende Verträge nicht vorzeitig gekündigt oder beliehen werden. Aufgrund dieser fehlenden vorzeitigen Zugriffsmöglichkeit auf das angesparte Kapital muss es bei längerer Arbeitslosigkeit nicht im Rahmen von Harz IV verwertet werden.

Ergänzende Witwen- und Waisenrente

Wer eine Immobilie finanziert oder andere hohe Belastungen hat, sollte bei der BAV einen zusätzlichen Hinterbliebenenschutz berücksichtigen. Denn die gesetzliche Witwenrente beträgt nur noch maximal 55 Prozent der Altersrente des Verstorbenen. Und ist die Witwe oder der Witwer noch keine 45 Jahre alt und kinderlos, gibt es sogar nur ein Viertel der Verstorbenenrente – und das auch nur noch für zwei Jahre.

Formen der betrieblichen Altersvorsorge

Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es fünf verschiedene Formen. Die Rentenzahlungen aller nachfolgenden Möglichkeiten werden in voller Höhe besteuert (bei Direktversicherungen für alle ab 2005 abgeschlossenen Verträge).

Direktzusage

Die Direktzusage ist die am weiten verbreitete Form der betrieblichen Altersvorsorge. Dabei verpflichtet sich der Arbeitgeber, dem Beschäftigten oder dessen Angehörigen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Versorgungsleistungen zu gewähren. Die Rentenversorgung wird direkt vom Unternehmen getragen.

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist eine besondere Form der Lebensversicherung, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abschließt. Bezugsberechtigt sind die Beschäftigten oder ihre Hinterbliebenen. Direktversicherungen unterliegen strengen Anlagenbeschränkungen und können beispielsweise nur einen kleinen Teil in Aktien investieren. Das minimiert das Risiko, schränkt aber auch die Rendite-Möglichkeiten ein.

Pensionskasse

Eine Pensionskasse wird von einem oder mehreren Unternehmen getragen. Im Unterschied zur Direktversicherung wird der Arbeitnehmer Mitglied der Versorgungseinrichtung. Auch Pensionskassen sind in ihrer Anlagepolitik stark reglementiert.

Pensionsfonds

Wie Pensionskassen übernehmen auch die Pensionsfonds die betriebliche Altersvorsorge für den Arbeitgeber. Ihre relativ freie Anlagepolitik erlaubt jedoch hohe Aktienanteile und bis zu 30 Prozent Investments in Fremdwährungen. Die Höhe der späteren Rente hängt somit an der Kapitalrendite, was ein gewisses Risiko birgt. Bei Kapitalverlust muss der Arbeitgeber zumindest für die eingezahlten Beiträge einstehen.

Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbständige Einrichtung. Sie wird von einem oder mehreren Arbeitgebern getragen und verwaltet so zusagen als verlängerter Arm der Unternehmen deren Versorgungsleistungen. Unterstützungskassen unterliegen nicht der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und sind deshalb in der Anlage ihres Vermögens ungebunden.

Problemfall Jobwechsel

Wer seinen Job wechselt, kann seit Anfang 2005 die betriebliche Altersversorgung grundsätzlich beim neuen Arbeitgeber weiterführen. Dieses Recht muss innerhalb eines Jahres beim früheren Arbeitgeber geltend gemacht werden. Allerdings, einfach ist die Mitnahme einer BAV bei einem Jobwechsel noch immer nicht. Teilweise können sich Änderungen in den Verträgen ergeben, wie ein niedrigerer Garantiezins, die für die Versicherten nicht immer günstig sind.

Eingeschränkte Mitnahme beim Jobwechsel

Zudem gibt es nur bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds einen Anspruch auf eine steuerneutrale Mitnahme des angesammelten Kapitals. Wertguthaben aus einer Unterstützungskasse oder einer Direktzusage sind nicht übertragbar. Solche Kapitalreste müssen Jobwechsler beitragsfrei stehen lassen. Im Alter gibt es daraus dann eine entsprechende Minirente.

Quelle: freenet.de
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