Die private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung ist für Jung und Alt wichtig.
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Eine private Rentenversicherung ist für Jung und Alt wichtig.

 © Hemera
von mbr

"Die Rente ist sicher", diesen früheren Blüm'schen Spruch glaubt heute hoffentlich keiner mehr. Die staatliche Rentenversicherung – heute die größte Einkommensquelle der älteren Bevölkerung – wird in Zukunft nur noch die Grundversorgung im Alter sichern können. Zusätzlich zur gesetzlichen Rente ist vielmehr individuelle Vorsorge gefragt. Eine Möglichkeit hierfür ist eine private Rentenversicherung.

Eigentlich ist die private Rentenversicherung nur eine andere Form der Lebensversicherung. Statt der Gefahr eines zu frühen Todes wird das (wirtschaftliche) Risiko eines zu langen Lebens abgesichert. Im Regelfall sichern sich die Versicherten dabei durch Einzahlungen während des aktiven Berufslebens monatliche Rentenzahlung im Alter – und das meist lebenslang und in einer bereits bei Vertragsabschluss zugesicherten Mindesthöhe.

Der Gesundheitszustand des einzelnen Leibrentners spielt für die Höhe seiner Rente keine Rolle. (Im Gegensatz zur Lebensversicherung gibt es auch grundsätzlich keine Gesundheitsprüfung.) Stattdessen werden zusätzliche Rentenleistungen für besonders lange lebende Rentner aus den eingesparten Renten vorzeitig Sterbender finanziert. Wer lange lebt, erhält also bei einer privaten Rentenversicherung wesentlich mehr zurück, als er jemals eingezahlt hat. Wer hingegen deutlich früher stirbt, erhält deutlich weniger als er eingezahlt hat.

Aufgeschobene Rente mit geringer Flexibilität

Grundsätzlich gibt es private Rentenversicherungen in zwei Varianten: als aufgeschobene Rente und als Sofortrente. Bei ersterer – welche auch die weitaus häufigere Variante ist –zahlen die Versicherten in einer so genannten Spar- bzw. Aufschubzeit regelmäßige Beiträge an den Anbieter der Rentenpolice. Mit Erreichen des Rentenalters beginnt dann die Leistungsphase der Assekuranzen.

Wer solch eine private Rentenversicherung einmal unterschrieben hat, ist oftmals über Jahrzehnte daran gebunden. Verbraucherschützer warnen hier vor zu geringer Flexibilität. Wer kann beispielsweise hinsichtlich der regelmäßigen Beiträge finanzielle Engpässe ausschließen, zumal in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und sinkender Realeinkommen? Zwar kann vorübergehend auch mal nicht eingezahlt werden. Doch solche Beitragslücken müssen Kunden oftmals schnell wieder ausgleichen. Andernfalls mindert jeder Aussetzer bei den Einzahlungen die Rendite. Zudem ist ein Ausstieg in den ersten Jahren nur mit schmerzhaften finanziellen Verlusten möglich, da die Abschlusskosten dem Versicherten überwiegend zu Vertragsbeginn in Rechnung gestellt werden.

Alternative: Sofortrente

Im Gegensatz zu den jahrelangen Zahlungen bei einer aufgeschobenen Rente leisten Anwärter auf eine Sofortrente eine einmalige größere Zahlung an den Versicherungsanbieter – und können sofort danach monatliche Rentenzahlungen erhalten. Das bietet sich vor allem für ältere Menschen an, die eine große Kapitalsumme angespart haben und diese nun für eine lebenslange Rente nutzen wollen. Der Nachteil daran: Stirbt der Rentner frühzeitig, kann er das rein rechnerisch nicht aufgebrauchte Kapital im Regelfall nicht mehr vererben. Dafür wäre ein mit der Bank vereinbarter Auszahlplan sinnvoller gewesen – welcher dem Ruheständler jedoch bei einem noch langen Leben wiederum keine lebenslange Rente gesichert hätte.

Nichts für die Hinterbliebenenabsicherung

Stichwort Vererbung: Der Zweck einer privaten Rentenversicherung ist es nicht, beispielsweise der Familie etwas zu hinterlassen, sondern den Lebensunterhalt des Ruheständlers während seines restlichen Lebens so hoch wie möglich zu sichern. Für die Absicherung von Angehörigen taugt die private Rentenversicherung kaum. Dafür ist eine Risikolebensversicherung nötig, raten Verbraucherschützer. Allerdings kann inzwischen auch bei vielen privaten Rentenversicherungen beispielsweise eine Rentengarantiezeit von bis zu zehn Jahren vereinbart werden. Das kostet wenig und sichert im Fall des frühen Todes Hinterbliebene zumindest eine Zeit lang ab.

Kapitalwahlrecht

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung besteht bei privaten Rentenversicherungen mittlerweile vielfach ein Kapitalwahlrecht beim Erreichen des Rentenalters. Dann können die Versicherten wählen zwischen einer lebenslangen Rentenzahlung oder der sofortigen Auszahlung des angesparten Kapitals als Einmalzahlung, beispielsweise für den Erwerb einer altersgerechten Immobilie. Das macht die private Rentenversicherung so flexibel.

Große Unterschiede bei garantierter Rentenhöhe

Wer sich vor dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung genau informiert, kann im Alter mehrere tausend Euro gut machen. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten von Stiftung Warentest / FINANZtest. Sie haben den Musterfall einer Kundin untersucht, die 30 Jahre lang jeweils 1.200 Euro in eine Privatrente einzahlte. Ab dem 65. Geburtstag bekam sie je nach Anbieter eine lebenslange Rente zwischen 182 und 212 Euro im Monat. Dieser Unterschied summiert sich allein beim garantierten Teil der Rente bis zum 85. Geburtstag der Seniorin auf 7.680 Euro. Männer können mit etwas mehr rechnen, da Frauen wegen ihrer längeren Lebenserwartung immer eine geringere monatliche Auszahlung erhalten.

Noch deutlicher werden die Unterschiede bei der Berücksichtigung der Überschüsse, die die Versicherer an den Kapitalmärkten erwirtschaften. Hierzu haben die Tester den Anlageerfolg der Versicherer über die letzten drei Jahre untersucht. Fazit: Wenn die Anlagestrategie eines guten Versicherers weiter aufgeht, können sich seine Kunden über einen Zuschlag von 80 Prozent auf ihre garantierte Rente freuen. Statt einer Garantierente von 200 Euro bekämen sie 360 Euro. Bei erfolgsarmen Anbietern müssen sich Kunden hingegen mit nur 240 Euro Rente begnügen – und das bei gleichen Sparanstrengungen während des Arbeitslebens.

Steuervorteil bei der Auszahlung

Renditeknüller sind private Rentenversicherung zwar nicht. Gerade mal zwischen 1,5 und 2,5 Prozent auf die eingezahlten Beiträge sind laut Experten im Schnitt zu erwarten. Über die tatsächliche Rentabilität entscheidet aber insbesondere das erreichte Alter des Rentners: Wer lange lebt, für den hat sich eine Privatrente definitiv gelohnt. Wer dagegen kurz nach Rentenbeginn stirbt, beglückt vor allem den Versicherer. Was bei der Renditeberechnung jedoch nicht vergessen werden sollte: private Rentenversicherungen bieten in ihrer klassischen Form einen steuerlichen Vorteil – vor allem wenn bereits ein recht hohes Alterseinkommen zu erwarten ist. Wenn mit 65 Jahren die erste Auszahlung fließt, müssen nur 18 Prozent der lebenslang garantierten Rente versteuert werden. Riester- und Betriebsrenten sind dagegen voll steuerpflichtig.

Quelle: freenet.de
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