Kapitallebensversicherung

Kapitallebensversicherung
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Kapitallebensversicherung

 © Getty Images
08.07.2009 - 00:00 Uhr

Über zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer-Haushalte haben eine Lebensversicherung - ca. 90 Millionen gibt es insgesamt. Viele Versicherte können nach dem Abschluss nicht die monatlichen Beiträge aufbringen und müssen sich frühzeitig von der Police trennen, was meist mit empfindlichen Verlusten verbunden ist. Dennoch werden in Deutschland ca. 60% der Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt. Doch es geht auch anders: verkaufen statt kündigen!

Lebensversicherung (gebraucht, 1. Hand) zu verkaufen

"Nur der TÜV kann uns scheiden" so mancher Deutsche fährt sein Auto bis zum bitteren Ende. Das Argument: "Wenn ich den Wagen verkaufe bevor er auseinander fällt, dann mache ich Verluste." Gleiches gilt für die Lebensversicherung. Wer jahrelang jeden Monat gutes Geld eingezahlt hat, will die Versicherung nicht vorzeitig kündigen, sondern zahlt lieber bis zum Vertragsende weiter. Auch wenn das noch 30 Jahre in der Zukunft liegt. Denn wer eine Versicherung vorzeitig kündigt, bekommt von seiner Versicherungsgesellschaft oft weit weniger zurück, als er eingezahlt hat. Dabei gibt es eine viel einfachere Lösung als die Kündigung, um vorzeitig die Versicherung zu Geld zu machen und die monatliche Einzahlungsverpflichtung los zu werden: man verkauft seine Versicherung einfach weiter. Wie ein gebrauchtes Auto.

Die Deutschen - zu 100% abgesichert!

"Besser zwei als keine" - nach diesem Motto scheinen Deutschlands Bürger Versicherungen abzuschließen. Allein der Bestand an Kapitallebensversicherungen liegt bei weit über 90 Millionen. Statistisch gesehen hat somit jeder deutsche Erwachsene zwei Lebensversicherungen, oder anders gesagt, in zwei Drittel aller Arbeitnehmer-Haushalte existiert eine Lebensversicherung. Dazu kommen noch Hausratsversicherung, Rechtsschutz und all die anderen "netten" Policen, die man im Laufe eines Lebens so ansammelt. Eine Hausratsversicherung hat allerdings gegenüber einer Kapitallebensversicherung einen gewaltigen Vorteil: Man kann sie von heute auf morgen kündigen, ohne dass man dadurch Geld verliert. Bei einer Kapitallebensversicherung ist das anders. Hier geht bei einer Kündigung Geld verloren. Und dennoch werden in Deutschland ca. 60 Prozent der Verträge vorzeitig gekündigt. Doch es geht auch anders.

Eine Kapitallebensversicherung ist sozusagen eine Kreuzung von Lebensversicherung und Sparbuch. Monatliche Beiträge sorgen dafür, dass - falls die versicherte Person während der Laufzeit der Versicherung stirbt - die Hinterbliebenen eine hohe Summe erhalten. Erlebt der Versicherte das vorher festgelegte Ablaufdatum der Versicherung, bekommt er die Versicherungssumme samt einem Bonus ausbezahlt. Die Bonuszahlung heißt im Versicherungsdeutsch "Überschussbeteiligung". Laufen also die Geschäfte der Versicherung gut, dann müssen sie ihre Kunden am Gewinn beteiligen.

Diese Überschussbeteiligung sehen die Kunden allerdings nur am Ende der geplanten Laufzeit. Wollen sie vor Ablauf aus dem Vertrag aussteigen, kassiert die Versicherung nicht nur eine hohe Storno-Gebühr, sondern zahlt meist die Überschüsse nicht aus. Und auch steuerliche Vorteile können flöten gehen, wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird.

Seit 1999 gibt es in Deutschland einen Zweitmarkt für Kapitalversicherungen. Wer seine Versicherung weiterverkauft, statt sie zu stornieren, kann unter Umständen bis zu 15 Prozent mehr herausholen als er von seiner Versicherung bekommen hätte. Neu ist diese Idee vom Weiterverkauf einer Versicherung nicht: in Großbritannien gibt es das schon seit über 150 Jahren. Schon 1844 begann dort die Firma Foster & Cranfield, bestehende Versicherungspolicen zu versteigern. Und seit 1889 gibt es im Königreich einen funktionierenden Zweitmarkt mit gebrauchten Policen.

Voraussetzungen

Der Verkauf funktioniert nur mit Versicherungen, die Kapital bilden - also solche, bei denen der Kunde von seiner Versicherung bei Kündigung oder Ablauf Geld ausbezahlt bekommt. Risikolebensversicherungen - bei denen nur im Todesfall Geld ausbezahlt wird, und nicht im Erlebensfall oder bei Kündigung - fallen nicht darunter. Die Versicherung sollte allerdings nicht mehr als 15 verbleibende Vertragsjahre ausweisen - sonst wird möglichen Käufern das Risiko zu hoch.

Wie läuft der Verkauf ab? Das Prinzip ist einfach. Die Versicherung läuft weiter, wird allerdings auf den Käufer übertragen. Der Käufer zahlt die bisherigen monatlichen Versicherungsbeiträge weiter und bekommt zum Ablaufdatum die Versicherungssumme samt aller Überschüsse ausbezahlt. Der Verkäufer der Versicherung spart die hohen Stornokosten und Steuernachzahlungen, die bei einer einfachen Kündigung anfallen würden. Diese fallen für den Verkäufer nicht mehr an, da der Vertrag weiter geführt wird. Sie werden vom Käufer der Police getragen.
Ist in der Police eine Auszahlung im Todesfall vereinbart, bleibt diese für den bisherigen Eigentümer erhalten. Stirbt dieser vor Ablauf der Versicherung, erhalten seine Hinterbliebenen die Auszahlung.

Das Geschäft lohnt sich für Käufer und Verkäufer. Der Grund, warum ein Verkauf so viel mehr bringt ist einfach: Die Versicherungsgesellschaften zahlen ihren Kunden bei einer Stornierung weit weniger als den tatsächlichen Wert des Vertrages. Diese Differenz zwischen tatsächlichem Wert und der Auszahlungssumme bei einer Stornierung teilen sich Versicherungskäufer und Verkäufer. Auf den Kauf von Versicherungen haben sich in Deutschland einige Gesellschaften spezialisiert, einer der größten Aufkäufer gebrauchter Versicherungen in Deutschland ist die Cash.Life AG (www.cashlife.de).

Profitieren auch Sie vom Geschäft der Versicherungs-Aufkäufer

Doch nicht nur Versicherungsverkäufer und -käufer, sondern auch geschickte Anleger können am Handel von "gebrauchten" Versicherungen viel Geld verdienen. Fondsgesellschaften haben sich auf das Aufkaufen und Weiterführen bestehender Lebensversicherungen spezialisiert und geben die Rendite an ihre Anleger weiter. Die Rendite dieser Fonds kann bis zu acht Prozent betragen. Dabei ist das Geld in so einem Fonds wohl sicherer angelegt als in teils hochvolatilen Aktienfonds.

Der Markt für gebrauchte Versicherungen ist groß: Jede zweite Kapitallebensversicherung in Deutschland wird gekündigt, deutsche Versicherungen zahlen für stornierte Versicherungen Milliardenbeträge an ihre Kunden aus. Über ein Drittel dieser Policen wäre für Markt mit gebrauchten Policen von Interesse gewesen. Doch viele Versicherungskunden wissen nichts von dieser Möglichkeit - in Deutschland müssen die Versicherungen ihre Kunden nicht (wie zum Beispiel in England üblich) darauf hinweisen, dass es als Alternative zur Kündigung den Verkauf der Versicherung gibt. Und so profitieren vor allem die Versicherungsgesellschaften von den hohen Kündigungsraten in Deutschland, die Gelackmeierten sind die Kunden.

Quelle: freenet.de
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