Krankenkassen verzichten vorerst auf Zusatzbeiträge

Zusatzbeiträge ab 2010?
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Zusatzbeiträge ab 2010?

 
20.11.2009 - 10:00 Uhr von Richard Lamers

Müssen gesetzlich Krankenversicherte ab Januar 2010 mit höheren Beiträgen rechnen oder nicht? Einige Krankenkassen schließen das für ihre Mitglieder jetzt schon aus. Seit Einführung des Gesundheitsfonds wird darüber spekuliert, welche der knapp 200 gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) als erste einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangt und damit ein sofortiges Sonderkündigungsrecht einräumen muss.

Keine Zusatzbeiträge geplant

Jetzt lehnen sich die großen unter ihnen aus dem Fenster und schließen eine Erhöhung zum 1. Januar 2010 erst einmal aus. Die jüngst fusionierte Barmer/Gmünder Ersatzkasse, die Techniker Krankenkasse (TK), die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und die Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) Rheinland/Hamburg und Sachsen-Anhalt wollen ihren Mitgliedern eine Erhöhung der Beiträge nicht zumuten. Auch die Bundesinnungskrankassen scheinen still halten zu wollen. "Mir ist keine einige Kasse bekannt, die für Januar Zusatzbeiträge erheben will," sagte die stellvertretende Sprecherin des BKK-Bundesverbandes, Andrea Wilhelmi dem "Kölner Stadtanzeiger".

 

Spätere Erhöhung nicht ausgeschlossen

Ob die Front der Geldbeutel-Schoner indes das komplette Jahr 2010 durchhalten wird, erscheint fraglich. Trotz eines zusätzlichen Steuerzuschusses in Höhe von 3,9 Milliarden Euro, auf den sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geeinigt haben, besteht für 2010 noch eine Unterdeckung von 3,6 Milliarden Euro. Falls es bei diesem Defizit bleibt, müssen Versicherte mit durchschnittlich sechs Euro monatlichen Zusatzbeitrag rechnen. Unberücksichtigt bei dieser Berechnung ist dabei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die steigenden Ausgaben der Krankenhäuser und die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Je nach Finanzkraft der Kasse kann der Zusatzbeitrag deutlich höher ausfallen oder wird überhaupt nicht erhoben.

 

Anzahl der Krankenkassen sinkt

Das Bundesversicherungsamt hatte bereits für das laufende Jahr mit Zusatzbeiträgen gerechnet. Doch statt die Beiträge zu erhöhen, suchen die Krankenkasse ihr Heil in Zusammenschlüssen. So ist deren Anzahl in den vergangen zwölf Monaten schon von 215 auf 196 gesunken. "Wie viele Kassen am Ende übrig bleiben, kann noch niemand vorhersagen", sagte die Chefin des Spitzenverbandes der GKV, Doris Pfeiffer gegenüber dem "Handelsblatt".

 

Kassen vor der Pleite

Der Zusammenschluss mehrerer Kassen soll auch den schlimmsten Fall, die Pleite, verhindern. Diese war bisher gesetzlich verboten. Ab kommendem Jahr kann aber eine Krankenversicherung genauso wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen Konkurs gehen.

Autor: Richard Lamers

Quelle: freenet.de
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