Mehr Rente bei Pflege von Angehörigen

Pflegt man Angehörige, bekommt man später mehr Rente.
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Pflegt man Angehörige, bekommt man später mehr Rente.

 © Hemera

Wenn der Vater oder die Mutter pflegebedürftig ist, übernehmen oft die Kinder die Pflege. Für sie bedeutet das immer auch Verzicht – unter anderem darauf, weiterhin voll arbeiten zu können. Doch es gibt auch einen Vorteil: wer seine Angehörigen pflegt, erhöht dadurch seine spätere Rente.

Um durch die Pflege eines Angehörigen den eigenen späteren Rentenanspruch zu erhöhen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: So muss man einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig, also privat, und dann wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung pflegen. Ob dabei ein verwandtschaftliches Verhältnis zum Pflegebedürftigen vorliegt, ist nicht entscheidend. Wichtig ist aber: Der Pflegebedürftige muss Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung haben.

Trifft dies alles zu, erhöht sich der Rentenanspruch der Pflegenden, ohne das sie selbst Beiträge zu zahlen. Die Beiträge werden voll durch die Pflegekasse oder privaten Versicherungsunternehmen getragen. Übrigens: Der Antrag auf Pflegeleistungen stellt gleichzeitig auch den Beginn der Versicherungspflicht für die Person, die pflegt, sicher. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass der Pflegebedürftige rechtzeitig die Pflegeleistungen bei seiner Pflegekasse beantragt.

Rentenanspruch je nach Pflegebedürftigkeit

Die Versicherungspflicht für den Pflegenden beginnt jedoch nicht automatisch. Hierfür ist ein separater Antrag erforderlich. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit, also nach den Pflegestufen I bis III und dem sich daraus ergebenden zeitlichen Umfang notwendiger Pflegetätigkeit. Den Grad der Pflegebedürftigkeit stellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung fest.

Zur Berechnung der Rentenhöhe gibt Ulrich Theil von der Deutschen Rentenversicherung Bund ein Beispiel: "Eine Frau mit der Pflegestufe II, wohnhaft in Stuttgart, wird mindestens 21 Stunden wöchentlich von ihrer Tochter gepflegt. Diese wird rentenrechtlich so gestellt, als ob sie gut 16.000 Euro im Jahr verdient hätte. Das würde einer monatlichen Rentenerhöhung von 14 Euro entsprechen."

Job und Pflegetätigkeit

Neben der Pflege ist für die Pflegenden aber auch eine weitere Berufstätigkeit erlaubt. Doch dabei muss man aufpassen: eine Rentenversicherungspflicht wegen Pflege tritt nur ein, wenn Pflegepersonen neben der Pflegetätigkeit nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich beschäftigt oder selbständig tätig sind.

Quelle: freenet.de
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