Versicherungen: Kostenexplosion durch Verbraucherschutz

Neue Kosten durch mehr Bürokratie.
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Neue Kosten durch mehr Bürokratie.

 © Piotr Marcinski - Fotolia.com

Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) hat bei Versicherungen zu einem erhöhten bürokratischen Aufwand und damit zu mehr Kosten geführt.

Mit der Novellierung des Versicherungsvertragsgesetzes sollen Kunden mehr Transparenz bei Versicherungsgeschäften erhalten. Was diesen nutzt, lässt die bei den Versicherungen die Kosten explodieren. Deren Ausgaben für Vertrieb, Kundenberatung und administrative Prozesse sind bei stark gestiegen.

Dramatischer Kostenanstieg

Fast jeder zweite Entscheider beklagt einen erheblichen Mehraufwand in der Kundenberatung und deutlich höhere Druck- und Portoausgaben. Vor allem die Personenversicherer verzeichnen einen dramatischen Kostenanstieg. Zudem gibt es bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen noch Nachholbedarf. In jedem dritten Unternehmen beherrschen die Mitarbeiter trotz Schulungen nur teilweise die Prozesse, die sich aus den Beratungspflichten ergeben. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Branchenkompass Versicherungen Spezialausgabe" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

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Mehraufwand durch mehr Formulare

Um den Zeitplan für die Umsetzung der gesetzlichen Neuerungen zu halten, begnügen sich demnach zwei von drei Assekuranzen mit manuellen Lösungen. So kommen im Falle des Beratungsprotokolls häufig einfache Formblätter zum Einsatz. Diese füllt der Vermittler vielfach handschriftlich und nicht am Laptop aus, was den Zeitaufwand für die Antragsbearbeitung erheblich ansteigen lässt. Damit die geänderten Vorschriften für die Versicherungswirtschaft nicht zur Bürokratiefalle werden, investieren die Anbieter in effizientere Abläufe, zusätzliche Leitfäden für den Außendienst sowie neue Beratungssoftware. Die Investitionen beliefen sich alleine im Jahr 2009 auf mehrere Millionen Euro

Strenge Beratungspflichten

Die Versicherungen haben in Maßnahmen investiert, um beispielsweise den neuen strengeren Beratungspflichten gerecht zu werden: 84 Prozent  haben sowohl die Innendienstkräfte als auch die Vertriebspartner geschult. Die Hälfte hat ein Kundenmanagement-System eingeführt, um die Kundensituation besser einschätzen und vertrieblich nutzen zu können. Bis die gesetzlichen Regelungen vollständig in den Versicherungsalltag integriert sind, benötigt es allerdings noch Zeit: Weniger als die Hälfte der Entscheider ist bislang davon überzeugt, dass sich die Mitarbeiter die neuen Prozesse gut angeeignet haben.

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Mitarbeiter noch nicht ausreichend geschult

In erster Linie haben die Versicherungsunternehmen 2010 daher das Ziel, den Kostenanstieg in Beratung und Vertrieb zu bremsen. Maßnahmen zur Automatisierung spielen hierbei eine entscheidende Rolle und wurden bereits eingeleitet. So haben mehr als drei Viertel der Entscheider  Prozesse bereits ganz oder größtenteils standardisiert, um die Effizienz insbesondere bei Wachstumsstrategien zu steigern. Beispiele sind die Dokumentendigitalisierung (75 Prozent)  und die Synergiehebung in einzelnen Servicebereichen (55 Prozent).

Quelle: freenet.de
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