Aga-Kröte als Rauschmittel

Aga-Kröte als Rauschmittel
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Aga-Kröte als Rauschmittel

14.12.2004 - 23:00 Uhr von Dr. med. Merten Gareiss

Bio-Drogen stehen synthetischen Drogen um nichts nach. Auf der Suche nach immer Neuem stoßen Drogenkonsumenten auf altbekannte Rauschmittel wie zum Beispiel das Gift der Aga-Kröte (Bufo marinus). Die Wirkung des Giftes dieser Bufo-Art ist dem LSD verwandt. Über Drogenwirkung, Vergiftungserscheinungen und Gefahren.

Die Kröte wird in vielfältiger Art und Weise als Droge "genutzt". Das Gift kann von geschickten Tierbesitzern "gemolken" werden, in dem die giftproduzierenden Drüsen an den Schultern mit Daumen und Zeigefinger stimuliert werden. Das Sekret wird dann getrocknet und in einer Haschischpfeife scheibchenförmig inhaliert. Nach der Sekretgewinnung benötigt die Kröte vier bis sechs Wochen bis sie wieder verwertbare Mengen des Giftes in ihren Drüsen produziert und gespeichert hat.

Der besondere Kick: Ablecken
Besonders Wagemutige, die auch noch einen ekligen Impuls für ihren Drogenkick brauchen, lecken die Kröte ab. Besonders viel Sekret sondert sie ab, wenn man in die Nähe der Kröte ein Feuerzeug als Wärmequelle bringt und damit die Kröte in Angst versetzt.

Als weitere – allerdings nur einmalige Möglichkeit – kann man die Haut trocknen und diese dann als "Tee" zubereiten oder nach entsprechender Vorbereitung rauchen.

Schon im Mittelalter war das Gift von Kröten Inhaltsstoff von Hexensalben. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert verwendeten Mediziner Krötengift zur Behandlung der Herzschwäche, weil ein Inhaltsstoff ein glykosidhaltiger, herzstärkender Stoff ist. Auch heute noch werden getrocknete Krötenhäute in China und Japan als Naturheilmittel eingesetzt.

Das Gift der Aga-Kröte umfasst einen ganzen Cocktail an Substanzen, die vor allem auch in dieser Mischung für die rauschartige Wirkung verantwortlich sind.

  • Bufotoxine: sind dem Digitalis verwandt und haben eine pulsverlangsamende und herzkraftstärkende Wirkung. Sie sind aber auch bei Vergiftungen für den starken Abfall der Pulsfrequenz verantwortlich.
  • Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin) haben eine pulserhöhende und luftwegserweiternde Wirkung, die bei Aufnahme des Giftes durch den Mund früher (bereits nach 5-10 Minuten) einsetzt als die Rauschwirkung.
  • Halluzinogene und zwar Bufotenin, Dimethyltryptamin (DMT) und 5-Methoxy-DMT. DMT steuert den Eintritt des Rausches, 5-Hydroxy-DMT die Stärke desselben. Bufotenin wirkt eher schwach halluzinogen und hat eine stärker herzschädigende Wirkung.

Die Wirkung des Giftes dieser Bufo-Art ist dem LSD verwandt. Die Dauer der Wirkung ist insgesamt nur kurz. Die Konsumenten berichten von:

  • Farberscheinungen
  • Euphorie
  • Redefluss
  • Selbstüberschätzung
  • negative Wirkungen: Introvertiertheit, Horrortrips, Echoreaktionen und psychotische Zustände werden vereinzelt beschrieben

Vergiftungserscheinungen und Gefahren

Wie bei jeder Droge lässt sich auch beim Gift der Aga-Kröte weder die genaue Konzentration der Inhaltsstoffe noch die individuelle Reaktion des einzelnen Konsumenten voraussagen. Folgende Erscheinungen wurden beschrieben:

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blutdruckanstieg
  • weite Pupillen, Augenzittern
  • Blaufärbung von Haut- und Schleimhäuten
  • Kopfschmerzen und Schwindelgefühle
  • Herzrhythmusstörungen und starker Abfall der Herzfrequenz
  • epilepsieartige Verkrampfungen
  • psychotische Zustände

Fazit

: Die nicht voraussehbare Wirkung der Droge und die doch bestehenden Gefahren lassen eigentlich wegen der Kürze der Wirkungszeit den Konsum des Giftes auch für Drogenkonsumenten nicht sinnvoll erscheinen. Warum trotzdem die Aga-Kröte in Drogenkreisen einen Boom erlebt, ist daher nicht nachvollziehbar.

Die Aga-Kröte (Bufo marinus) ist eine der größten aus der Familie der Kröten (Bufonidae) und eine Verwandte unserer Erdkröte (Bufo bufo). Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Aga-Kröte umfasst die Tropen Amerikas, sie wurde jedoch zur Bekämpfung der Maikäferplage 1935 in Australien eingebürgert. Mittlerweile ist sie dort selbst zur Plage geworden, denn sie hat eine zehnfach dichtere Population pro Flächeneinheit erreicht als in ihrer Ursprungsheimat.

Die Männchen der Aga-Kröte werden bis 25 Zentimeter lang; sowohl Männchen wie Weibchen produzieren zu ihrer Verteidigung ein giftiges Sekret, das potenzielle Beutegreifer in kurzer Zeit tötet. Das Toxin gefährdet das Überleben von knapp fünfzig Schlangenarten sowie weiterer Reptilien und Säugetiere Australiens.

Trotz der rasanten Ausbreitung in Australien unterliegt die Kröte dem Artenschutzabkommen und darf nicht nach Deutschland importiert werden. Gleichwohl ist eine Züchtung im Lande und damit ein Verkauf möglich.

Quelle: freenet.de
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