Das sollten Sie über Sodbrennen wissen

Jeder vierte Europäer hat zumindest hin und wieder
Sodbrennen.
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Jeder vierte Europäer hat zumindest hin und wieder Sodbrennen.

© Adiano Fotolia
11.12.2017 - 09:45 Uhr

Jeder vierte Europäer klagt über Sodbrennen. Das Brennen in der Speiseröhre ist unangenehm und kann viele Ursachen haben. Woher kommen die Beschwerden und was können Sie dagegen unternehmen?

Nach einem reichhaltigen Essen oder zu viel Alkohol leiden wir besonders häufig unter Sodbrennen. Schmerzen in der Magengrube, Druck in der Nähe des Brustbeins und Aufstoßen sind typische Beschwerden und weit verbreitet. Die Ursache dafür liegt in unserem Magen. Um die Nahrung zu verdauen und Krankheitserreger unschädlich zu machen, produziert er Magensaft, der Salzsäure enthält. Eine Schutzschicht sorgt dafür, dass unser Magen vor der Säure sicher ist. Zusätzlich verschließt ein Muskel den Durchgang zur Speiseröhre. Haben wir Sodbrennen, erfüllt dieser seine Aufgabe nicht. Die Säure gelangt in unsere Speiseröhre und es brennt. Manchmal dringt sie sogar bis in den Rachen vor und wir haben einen sauren Geschmack im Mund.

Ursachen von Sodbrennen

Warum der Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt, kann viele Gründe haben. Durch Stress, Alkohol oder eine besonders große Mahlzeit wird beispielsweise häufig zu viel Säure produziert. Diese sucht dann nach einem Ausweg. Einige Lebensmittel stehen zudem im Verdacht, den Muskel zur Speiseröhre zu beeinflussen und ihn durchlässiger zu machen. Kommt das Sodbrennen sehr häufig vor, könnte unter Umständen auch eine Erkrankung dahinter stecken, zum Beispiel eine Entzündung der Speiseröhre, Reizmagen oder ein Magengeschwür. Diese Lebensmittel sollten Sie bei Sodbrennen meiden:

  • scharfe Gewürze
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Schokolade und andere Süßigkeiten

Was hilft gegen Sodbrennen?

Bei akuten Beschwerden hilft es, die Magensäure zu neutralisieren, zum Beispiel mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke. Hausmittel, wie bestimmte Tees und Heilerde, verschaffen einigen Betroffenen ebenfalls Linderung. Ihre Wirkung ist allerdings wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Haben Sie immer mal wieder Sodbrennen, sollten Sie langfristig etwas dagegen unternehmen. Fettes und üppiges Essen löst oft Sodbrennen aus und sollte gemieden werden. Dasselbe gilt auch für Alkohol und Zigaretten. Am besten wäre es, die Ernährung komplett umzustellen. Experten empfehlen fünf kleine Mahlzeiten am Tag, viel Eiweiß und am besten keine Kohlenhydrate. Oft kann auch ein Sodbrennen-Tagebuch helfen. Dort notieren Sie alles, was Sie zu sich nehmen und wann das Sodbrennen einsetzt. Viele Betroffene erkennen einen Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln oder Verhaltensweisen. Lassen Sie diese weg, verschwinden auch die Beschwerden.

Sollte ich mit Sodbrennen zum Arzt?

Sehr häufiges Sodbrennen sollte auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Nach einer Magenspiegelung kann dieser beurteilen, inwieweit die Speiseröhre angegriffen ist oder ob es vielleicht eine andere medizinische Ursache gibt. Zudem kann er Arzneien verschreiben, die die Produktion des Magensafts hemmen. Anders als die neutralisierenden Mittel aus der Apotheke sorgen sie dafür, dass erst gar nicht zu viel Säure entsteht. Die Speiseröhre kann sich wieder erholen. Sollten alle Maßnahmen nicht helfen, kann auch eine Operation in Erwägung gezogen werden. In den meisten Fällen ist das aber nicht nötig.

Quelle: ärzte.de Redaktion
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