Feste Tagesstruktur hilft gegen Corona-Hüftgold

Bewegungsmangel, fehlende Tagesstruktur und immer einer kurzer
Weg zum Kühlschrank: Die Corona-Krise führt bei vielen Menschen zu
Gewichtsproblemen.
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Bewegungsmangel, fehlende Tagesstruktur und immer einer kurzer Weg zum Kühlschrank: Die Corona-Krise führt bei vielen Menschen zu Gewichtsproblemen.

 © Armin Weigel

Durch die Corona-Beschränkungen verbringen viele Menschen mehr Zeit zu Hause. Und der Gang zum Kühlschrank ersetzt oft die Bewegung im Freien. Gewichtsprobleme sind die Folge. Wie kommt man aus dem Trott wieder raus?

Stuttgart (dpa) - Die Corona-Pandemie macht nicht nur krank, sondern in vielen Fällen auch dick. "Home-Office, Bewegungsmangel und Frust infolge der Pandemie führen zu Gewichtsproblemen", sagt der Landesgeschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Peter Grimm.

Zu Hause lockten Zwischenmahlzeiten wie Schokoriegel, Chips oder Kuchen und ließen Corona-Röllchen entstehen. Bei Befragungen hätten 50 Prozent der Eltern angegeben, dass ihre Kinder während der erzwungenen Pause von Kita und Schule häufiger gesnackt und sich weniger bewegt hätten. Singles seien für Leckereien zwischendurch ebenfalls besonders anfällig.

Dagegen helfe nur eine Tagesstruktur mit festgelegten Zeiten für Mahlzeiten und Bewegung, betont Grimm. "Unverrückbare Termine sind das beste Mittel, den inneren Schweinehund zu überwinden."

Als positiven Trend verzeichnet der Experte, dass laut Studien ein Drittel aller Deutschen coronabedingt häufiger kocht und gemeinsam mit anderen isst. "Der Familientisch ist wiederbelebt worden." Bei den jungen Menschen sei das Interesse am Kochen wenig ausgeprägt. Nur jeder Dritte unter den 18- bis 24-Jährigen schwinge den Kochlöffel mit Begeisterung. Allerdings gebe es in dieser Altersgruppe auch den Wunsch nach Selbstversorgung, worauf der Run auf Backhefe und das extensive Backen von Bananenbroten hinweise.

Auch das Einkaufsverhalten hat sich nach Beobachtung des Honorar-Professors der Uni Hohenheim durch Corona verändert. "Ein Drittel der Verbraucher geht seltener einkaufen und legt mehr Wert auf Haltbares und Tiefkühlkost als zuvor." Fleisch- und Wurstwaren gehen weniger über die Ladentheke. Das ist ganz im Sinne des Ernährungswissenschaftlers. Er rät: "Eine pflanzlich betonte Kost mit wenig tierischen Anteilen und viel Obst und Gemüse ist wichtiger denn je." Für Menschen, die nicht viel ins Freie gehen, empfiehlt er Vitamin D für gesunde Knochen und eine gute Immunabwehr.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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